Zu Abertausenden haben sich Bergfinken aus Nordeuropa im jurassischen Vendlincourt versammelt, wo sie gemeinsam in einem riesigen Schwarm übernachten.
(Foto: © Marcel Burkhardt)
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Sempach.- Wann und wo sich die Bergfinken an einem Massenschlafplatz versammeln, lässt sich nicht voraussagen. Sicher ist aber, dass es ein seltenes Naturschauspiel ist. Es tritt nur alle paar Jahre auf und zwar im Winter. Denn die Bergfinken sind bei uns Wintergäste aus Nordeuropa. Funde von beringten Vögeln deuten auf Russland, Finnland und Schweden als Herkunftsländer.
Bergfinken ernähren sich fast ausschliesslich von Bucheckern (Buchnüsschen), die sie am Waldboden finden. Das Angebot an Bucheckern schwankt stark von Jahr zu Jahr. Diesen Winter gibt es im Jura eine Vollmast, der Waldboden ist übersäht mit den kleinen, eckigen Früchten der Buche.
„Ebenso wichtig für das massenhafte Auftreten der Bergfinken sind schneefreie Verhältnisse, denn unter einer Schneedecke finden die kleinen Singvögel ihre Nahrung kaum mehr.“ erklärt Dr. Lukas Jenni, Wissenschaftlicher Leiter der Vogelwarte. Solange im Jura kein Schnee fällt, kann der riesige Schwarm bleiben. Doch spätestens im April kehren die Bergfinken nach Norden zurück.
Das Schwarmverhalten schützt die Bergfinken auch vor Feinden. Sperber, Mäusebussard und Wanderfalke versuchen, vom reichen Angebot an Bergfinken zu profitieren. Diese wiederum versuchen, ihre Feinde mit wilden Flugspielen zu verwirren.
Weitere Auskünfte
Michael Schaad, Mediensprecher
Schweizerische Vogelwarte
6204 Sempach
Tel. 041 462 97 35
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