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Source-Sink-Populationen in der Realität

Aus naturschutzbiologischer Sicht ist es wünschenswert, jene Habitate und Lokalpopulationen zu bestimmen, die sich durch hohe Nachwuchs- und Überlebensraten der Individuen einer Zielart auszeichnen. Das Projekt untersucht, unter welchen Bedingungen in bisherigen Studien Source- bzw. Sinkpopulationen festgestellt wurden.

Source-Sink-Populationen in der Realität

Ziele

Source-Habitate (bzw. Populationen) sind aus Sicht der Naturschutzplanung von Bedeutung, da sie prioritäre Gebiete für den Artenschutz darstellen und entsprechend gefördert werden sollten. Um Source- von Sinkhabitaten zu unterscheiden werden oft die Nachwuchs- und Überlebensraten herangezogen. Damit wird für ein Habitat die lokale Populationswachstumsrate berechnet; liegt diese über 1, spricht man von Sourcehabitat, anderenfalls von Sinkhabitat. Obwohl diese Methode relativ einfach anzuwenden ist, führt sie aber wohl meist zu einer ungenügenden Abschätzung der tatsächlichen Source-Sink-Situation, da der Austausch mit anderen Populationen nicht berücksichtigt wird. So kann beispielsweise eine lokale Population aufgrund der Populationswachstumsrate als Sink bezeichnet werden, obwohl sie Individuen für andere Lokalpopulationen liefert (Emigration) und dadurch für ein Netzwerk von Lokalpopulationen durchaus als Source fungieren könnte.

Im vorliegenden Projekt sollen Vorhersagen über mögliche Gründe für das Auftreten bzw. Fehlen von Source-Populationen bei terrestrischen Wirbeltieren und Wirbellosen auf der Grundlage eines umfassenden Literaturreviews evaluiert werden. Das Projekt versucht zu ermitteln, unter welchen Bedingungen in der Vergangenheit Sourcepopulationen gefunden wurden.

Vorgehen

Der Literaturreview richtet sich nach den von Pullin & Stewart (2006) empfohlenen Richtlinien. In Anlehnung an die bestehende Übersicht von Runge et al. (2006) sollen verschiedene Datenbanken nach vorgegebenen Begriffen abgesucht werden. Zudem sollen auch relevante Artikel, auf die in den gefundenen Arbeiten verwiesen wird, in den Review aufgenommen werden. Aus den gefundenen Arbeiten sollen jene Informationen extrahiert werden, die nötig sind, um die Vorhersagen zu testen.

Bedeutung

Die Zuteilung von Geldern für den Arten- und/oder Gebietsschutz basiert auf verschiedenen Grundlagen. Eine davon kann der Source-Sink-Status eines Gebiets für spezifische Arten sein. Wenn aber der Source-Sink-Status nicht ohne weiteres erkannt werden kann, könnten finanzielle Mittel zuhanden des Naturschutzes an ungeeigneten Orten eingesetzt werden, was sich für die Schutzziele nachteilig auswirken könnte. Eine kritische Evaluation der Nützlichkeit des Source-Sink-Konzepts ist deshalb angezeigt.

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