Service

Weiterführende Links
Faktenblatt - Auerhuhn

Vögel der Schweiz

414 Vogelarten aus der Datenbank
Mehr

Aktuelles Thema

Gefahren
Zum Thema

Spenden Sie jetzt!

Unterstützen Sie die Arbeit der Vogelwarte
Zum Thema

Fragen und Auskünfte

Anziehung durch Licht
Zum Merkblatt

Artenförderung Auerhuhn

Das Auerhuhn ist ein Charaktervogel des strukturreichen, durch den Menschen wenig gestörten Bergwaldes. Die nationalen Inventare von 1968/71, 1985 und 2001 haben gezeigt, dass die Bestände der Art seit mehreren Jahrzehnten rückläufig sind und sich gleichzeitig das Verbreitungsgebiet zunehmend verkleinert.

Artenförderung Auerhuhn

Ziele

Das Projekt hat die langfristige Erhaltung der Auerhuhn-Bestände in der Schweiz zum Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen aktuell besiedelte Lebensräume und umliegende Wälder aufgewertet und vernetzt werden.

Vorgehen

Die Schweizerische Vogelwarte überwacht die Verbreitung des Auerhuhns in der Schweiz. Dabei arbeitet sie mit der Wildhut der betroffenen Kantone sowie Freiwilligen in mehreren Regionen zusammen. Die Methode für ein neues Monitoring-Programm wird derzeit entwickelt. Dabei werden nur indirekte Hinweise auf das Auerhuhn (Spuren im Schnee, Losung, Federn), nicht aber die Vögel selbst gesucht. So können Störungen auf ein Minimum reduziert werden.

Die Schweizerische Vogelwarte hat 2008 zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BAFU und dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz den nationalen Aktionsplan zur Erhaltung des Auerhuhns in der Schweiz publiziert. Im weiteren berät die Schweizerische Vogelwarte kantonale Forstdienste, Waldeigentümer und Forstbetriebe, welche Massnahmen zur Verbesserungen der Waldstruktur zugunsten des Auerhuhns ergreifen wollen, und erstellt Gutachten zu Projekten wie Erschliessungen oder Orientierungslauf-Karten.

Bedeutung

Überwachung einer störungsanfälligen Waldart; Bestands-Monitoring via DNS in Kotproben; Evaluierung von Förderungsmassnahmen (Beispielprojekte) und Zusammenarbeit mit Förstern, Forstbetrieben und Verantwortungsträgern in Gemeinden, Kantonen und beim Bund.

Ergebnisse





In mehreren Kantonen (Schwyz, Zug, St. Gallen, Obwalden, Nidwalden, Bern, Luzern) wurden in den letzten Jahren Waldreservate zugunsten des Auerhuhns eingerichtet bzw. sind in Planung. Die Vogelwarte hat bei der Erarbeitung der Massnahmen in den Reservaten und bei der Planung der Erfolgskontrolle jeweils mitgearbeitet.

Die Dissertation von Dominik Thiel hat gezeigt, dass Auerhühner umso höhere Stresshormonwerte aufweisen, je intensiver ihr Lebensraum im Winter durch den Menschen genutzt wird. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, Auerhuhn-Lebensräume gegen Störung zu schützen.

Mit dem Erstellen von genetischen Fingerabdrücken durch die Analyse von Erbsubstanz im Kot können Auerhühner individuell identifiziert werden. Mit solchen genetischen Daten sowie mit Fang-Wiederfang-Statistik können Bestände von Auerhuhn-Populationen mit bislang unerreichter Genauigkeit und Verlässlichkeit geschätzt werden. In einem kleinen Perimeter im Kanton Obwalden sowie in einem Grossprojekt im Kanton Schwyz wurde gezeigt, dass diese Methode sehr gut funktioniert. Die Auswertung ist abgeschlossen, und zurzeit ist die Publikation der Ergebnisse in Arbeit.

Leitung

E-Mail

Partner

Donatoren

Marion J. Hofer-Woodhead-Stiftung
Messerli-Stiftung Zürich
Sielmann-Stiftung
Wofona-Stiftung Vaduz
Ausbildungsstiftung für den Kanton Schwyz und die Bezirke Gaster und See (Kanton St. Gallen)
Stiftung Naturland

Publikationen

Thiel, D., E. Ménoni, J.-F. Brenot & L. Jenni (2007):
Effects of recreation and hunting on flushing distance of capercaillie.

Lienert, S., D. Rüegg, R. Hess & P. Mollet (2004):
Waldreservate und Auerhuhn.

Mollet, P., B. Badilatti, K. Bollmann, R. F. Graf, R. Hess, H. Jenny, B. Mulhauser, A. Perrenoud, F. Rudmann, S. Sachot & J. Studer (2003):
Verbreitung und Bestand des Auerhuhns Tetrao urogallus in der Schweiz 2001 und ihre Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert.
» Download PDF

Schnidrig, R., P. Mollet & K. Bollmann (2003):
Capercaillie conservation in Switzerland.