
Weiterführende Links
Faktenblatt - Auerhuhn
Das Auerhuhn ist ein Charaktervogel des strukturreichen, durch den Menschen wenig gestörten Bergwaldes. Die nationalen Inventare von 1968/71, 1985 und 2001 haben gezeigt, dass die Bestände der Art seit mehreren Jahrzehnten rückläufig sind und sich gleichzeitig das Verbreitungsgebiet zunehmend verkleinert.
Das Projekt hat die langfristige Erhaltung der Auerhuhn-Bestände in der
Schweiz zum Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen aktuell besiedelte
Lebensräume und umliegende Wälder aufgewertet und vernetzt werden.
Die Schweizerische Vogelwarte überwacht die Verbreitung des Auerhuhns in
der Schweiz. Dabei arbeitet sie mit der Wildhut der betroffenen Kantone
sowie Freiwilligen in mehreren Regionen zusammen. Die Methode für ein
neues Monitoring-Programm wird derzeit entwickelt. Dabei werden nur
indirekte Hinweise auf das Auerhuhn (Spuren im Schnee, Losung, Federn),
nicht aber die Vögel selbst gesucht. So können Störungen auf ein Minimum
reduziert werden.
Die Schweizerische Vogelwarte hat 2008 zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BAFU und dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz den nationalen Aktionsplan zur Erhaltung des Auerhuhns in der Schweiz publiziert. Im weiteren berät die Schweizerische Vogelwarte kantonale Forstdienste, Waldeigentümer und Forstbetriebe, welche Massnahmen zur Verbesserungen der Waldstruktur zugunsten des Auerhuhns ergreifen wollen, und erstellt Gutachten zu Projekten wie Erschliessungen oder Orientierungslauf-Karten.
Überwachung einer störungsanfälligen Waldart; Bestands-Monitoring via DNS in Kotproben; Evaluierung von Förderungsmassnahmen (Beispielprojekte) und Zusammenarbeit mit Förstern, Forstbetrieben und Verantwortungsträgern in Gemeinden, Kantonen und beim Bund.
In mehreren Kantonen (Schwyz, Zug, St. Gallen, Obwalden, Nidwalden, Bern, Luzern) wurden in den letzten Jahren Waldreservate zugunsten des Auerhuhns eingerichtet bzw. sind in Planung. Die Vogelwarte hat bei der Erarbeitung der Massnahmen in den Reservaten und bei der Planung der Erfolgskontrolle jeweils mitgearbeitet.
Die Dissertation von Dominik Thiel hat gezeigt, dass Auerhühner umso höhere Stresshormonwerte aufweisen, je intensiver ihr Lebensraum im Winter durch den Menschen genutzt wird. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, Auerhuhn-Lebensräume gegen Störung zu schützen.
Mit dem Erstellen von genetischen Fingerabdrücken durch die Analyse von Erbsubstanz im Kot können Auerhühner individuell identifiziert werden. Mit solchen genetischen Daten sowie mit Fang-Wiederfang-Statistik können Bestände von Auerhuhn-Populationen mit bislang unerreichter Genauigkeit und Verlässlichkeit geschätzt werden. In einem kleinen Perimeter im Kanton Obwalden sowie in einem Grossprojekt im Kanton Schwyz wurde gezeigt, dass diese Methode sehr gut funktioniert. Die Auswertung ist abgeschlossen, und zurzeit ist die Publikation der Ergebnisse in Arbeit.
Dr. Kurt Bollmann, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
Bundesamt für Umwelt BAFU
Marion J. Hofer-Woodhead-Stiftung
Messerli-Stiftung Zürich
Sielmann-Stiftung
Wofona-Stiftung Vaduz
Ausbildungsstiftung für den Kanton Schwyz und die Bezirke Gaster und See (Kanton St. Gallen)
Stiftung Naturland
Stadler, B., R. Schnidrig, P. Mollet, R. Spaar, U. Rehsteiner & K. Bollmann (2008):
Der Aktionsplan Auerhuhn Schweiz - Die nationale Strategie zum Schutz und zur Förderung des Auerhuhns Tetrao urogallus in der Schweiz.
» Download PDF
Thiel, D., Jenni-Eiermann, S., Braunisch, V., Palme R. & L. Jenni (2008):
Ski tourism affects habitat use and evokes a physiological stress response in capercaillie Tetrao urogallus: a new methodological approach.
Thiel, D., S. Jenni-Eiermann & L. Jenni (2008):
Der Einfluss von Freizeitaktivitäten auf das Fluchtverhalten, die Raumnutzung und die Stressphysiologie des Auerhuhns Tetrao urogallus.
» Download PDF
Thiel, D., C. Unger, M. Kéry & L. Jenni (2007):
Selection of night roosts in winter by capercaillie Tetrao urogallus in Central Europe.
Thiel, D., E. Ménoni, J.-F. Brenot & L. Jenni (2007):
Effects of recreation and hunting on flushing distance of capercaillie.
Mollet, P., P. Hahn, D. Heynen & S. Birrer (2005):
Holznutzung und Naturschutz, Grundlagenbericht. Schriftenreihe Umwelt Nr. 378.
Lienert, S., D. Rüegg, R. Hess & P. Mollet (2004):
Waldreservate und Auerhuhn.
Mollet, P., B. Badilatti, K. Bollmann, R. F. Graf, R. Hess, H. Jenny, B. Mulhauser, A. Perrenoud, F. Rudmann, S. Sachot & J. Studer (2003):
Verbreitung und Bestand des Auerhuhns Tetrao urogallus in der Schweiz 2001 und ihre Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert.
» Download PDF
Schnidrig, R., P. Mollet & K. Bollmann (2003):
Capercaillie conservation in Switzerland.
Mollet, P. (2002):
Dringliche Massnahmen zur Förderung des Auerhuhns. Faktenblatt Auerhuhn.