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Vögel brauchen lückige Vegetation zur Nahrungssuche
Die Heidelerche besiedelt heute in der Schweiz vor allem den westlichen Jura und die sonnenexponierten Hänge des Mittel- und Oberwallis. Durch eine auf die Bedürfnisse der Heidelerche ausgerichtete landwirtschaftliche Nutzung und Habitatpflege soll das langfristige Überleben der Art in der Schweiz gesichert werden.
Die Untersuchungen sollen die Schlüsselfaktoren ermitteln, welche zum
Vorkommen der Art beitragen. Folgende Aspekte stehen im Mittelpunkt der
Untersuchungen:
a) Die von der Heidelerche noch besiedelten Flächen im Jura werden mit
den von ihr verlassenen Flächen hinsichtlich Vegetationsstruktur und
Bewirtschaftung verglichen.
b) Die Habitatnutzung und der Bruterfolg der Populationen im Jura und im Wallis werden erhoben.
Aufgrund der Untersuchungsresultate werden Massnahmen zur Verbesserung
der Habitate im Jura und im Wallis umgesetzt. Sie sollen ein
langfristiges Überleben der Heidelerche erlauben. Die Massnahmen werden
durch eine Erfolgskontrolle begleitet und gegebenenfalls optimiert.
In den Jahren 2004 und 2005 wurden mit Ausnahme vom Randen (SH) im
ganzen Jura die bekannten Vorkommen systematisch kontrolliert. Dabei
wurden alle Kilometerquadrate berücksichtigt, in welchen die Heidelerche
in den letzten 20 Jahren mindestens einmal nachgewiesen wurde. Im Jahr
2005 wurden zusätzlich Habitatnutzung und Bruterfolg der Heidelerche in
den Walliser Rebbergen im Rahmen einer Diplomarbeit ermittelt. Zurzeit
wird eine Luftbildanalyse über die Habitatveränderungen in den
Kontrollflächen mit erloschenen bzw. aktuellen Vorkommen der Heidelerche
durchgeführt.
Seit 2007 werden im Parc Régional Chasseral Förderungsmassnahmen in Zusammenarbeit mit den Parkverantwortlichen, dem Ökobüro Le Foyard, dem SVS/BirdLife Schweiz und dem Kanton Bern umgesetzt. In Walliser Rebbergen werden zudem Einzelbäume und -sträucher gepflanzt, um die Habitatstruktur für die typischen Vogelarten der Rebberge zu verbessern, darunter auch für die Heidelerche.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts leidet die Heidelerche unter einem
stetigen Verlust an Lebensräumen. Massnahmen zur Verbesserung der
Lebensräume, wie z.B. die Erhaltung locker bestockter Magerweiden im
Jura oder die Aufwertung von Rebbergen im Wallis, sind für das
Landschaftsbild und für viele Tier- und Pflanzenarten von grosser
Bedeutung.
Im Jura konnte die Heidelerche in nur noch 116 Kilometerquadraten
nachgewiesen werden. 104 Quadrate waren verwaist. Die grösste Dichte
erreicht die Heidelerche in den Kantonen Solothurn und Bern sowie
Neuenburg und Waadt. Die Heidelerche ist unterhalb 1100 m ü.M. praktisch
vollständig verschwunden. Der starke Rückgang ist auf verschiedene
Aspekte zurückzuführen. So werden immer mehr Magerweiden intensiver
genutzt, Singwarten in Form von Einzelbäumen verschwinden und die
Störungen durch menschliche Sportaktivitäten nehmen zu. In den
Sömmerungsgebieten, die wichtigsten Habitate für die Art im Jurabogen,
birgt die Veränderung in der Viehwirtschaft eine zusätzliche Gefahr. Die
Heidelerche ist auf traditionelle, extensive Weidebewirtschaftung
angewiesen.
Die Untersuchungen in den Walliser Rebbergen zeigen, dass die
Heidelerche ausschliesslich lückig begrünte und sanft geneigte
Rebparzellen besiedelt. Der Deckungsgrad der Vegetation liegt
idealerweise bei 40-60%. Noch wird das Begrünen der Weinberge im Wallis
nur selten angewendet. Aber gerade dieses Vorgehen könnte zahlreichen
Vogel- und anderen Tierarten einen idealen Lebensraum sichern. Wichtige
Erkenntnisse wurden im Faktenblatt "Vögel brauchen lückige Vegetation zur Nahrungssuche" zusammengestellt.
Bundesamt für Umwelt BAFU
Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz
Conservation Biology, Universität Bern
Parc Régional Chasseral
Le Foyard
Zigerli-Hegi-Stiftung
Gerber, A., S. Müller, T. Schwaller, H. Schmid & R. Spaar (2006):
Répartition de l'Alouette lulu Lullula arborea dans le Jura suisse. Situation actuelle et évolution depuis la fin des années 1970.
» Download PDF
Rehsteiner, U., R. Spaar & N. Zbinden (Hrsg.) (2004):
Elemente für Artenförderungsprogramme Vögel Schweiz.
Keller, V., N. Zbinden, H. Schmid & B. Volet (2001):
Rote Liste der gefährdeten Brutvogelarten der Schweiz.