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Artenförderung Ortolan

Die Rettung des Ortolans tut Not. Der seltene Singvogel kommt nur noch an wenigen Orten im Wallis vor.

Artenförderung Ortolan

Ziele

Der Ortolan, ein Langstreckenzieher aus der Verwandtschaft der Ammern, droht aus unserem Land zu verschwinden. Wie in den meisten Teilen Europas ist sein Bestand auch in der Schweiz stark rückläufig und beschränkt sich heute auf sehr wenige Orte im Wallis. Ziel des Projekts ist die Erhaltung dieses letzten Vorkommens in der Schweiz.

Vorgehen

In den letzten Jahren wurden die Walliser Brutbestände des Ortolans gezählt und erste Artenschutzmassnahmen getestet. In einem nächsten Schritt werden zwischen 2010-2012 mehrere Artenförderungsmassnahmen in der letzten Brutpopulation im Raum Leuk realisiert. Das Massnahmenpaket beinhaltet vier sich ergänzende Teilaspekte: (1) alljährliches Anlegen von Haferfeldern (3-5 ha/Jahr) in der Rhoneebene, (2) forstliches Auslichten stark verbuschter und bewaldeter Zonen (3 ha total), (3) Beweidung der Felsensteppe mit Walliser Schwarzhalsziegen und Walliser Landschafen (2-5 ha/Jahr) und (4) kontrolliertes Abbrennen der Steppe (3 ha total) in Bereichen mit zu dichter Vegetationsdecke.

Diese Artenförderungsmassnahmen stützen sich auf wissenschaftlichen Studien in der Schweiz und in Katalonien. Hafer ist eine proteinreiche Getreideart und stellt eine erstrangige Nahrungsquelle für den Ortolan dar, insbesondere im Frühling nach Ankunft aus den afrikanischen Winterquartieren. Die Öffnung des Lebensraumes fördert die Artenvielfalt der Pflanzen und Insekten und erleichtert die Verfügbarkeit der Insektennahrung für den Ortolan. Die Kombination dieser Massnahmen hat zum Ziel, den Lebensraum Felsensteppe aufzuwerten, Pionierhabitate zu fördern und schlussendlich günstige Bruthabitate für den Ortolan zu schaffen.

Bedeutung

Das Vorkommen des Ortolans in der Schweiz beschränkt sich heute auf das Wallis. Ohne eine auf die Art zugeschnittene Unterstützung wird der Ortolan innert weniger Jahre aus unserem Land verschwinden.

Ergebnisse

Seit 2005 wurden Haferfelder in der Nähe von Ortolanpopulationen angelegt. Obwohl diese Felder von den Ortolanen gut besucht wurden, konnte der Rückgang der Art im Wallis nicht gebremst werden. Im Jahre 2009 konnten nur noch sieben singende Männchen festgestellt werden, vier davon in der Leuker Felsensteppe.

In den letzten zwei Jahren konnten alle vier Artenschutzmassnahmen erfolgreich durchgeführt werden. Zusätzlich wurde ein Monitoringprogramm gestartet, um die Effekte des Feuers auf die Entwicklung der Pflanzen und Insekten zu untersuchen. Die Massnahmen werden bis ins Jahr 2012 weitergeführt. Inwieweit die Ortolane von der Aufwertung des Lebensraumes profitieren werden, wird man nach Abschluss des Projekts im Frühling 2013 feststellen können.

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