Die Beringung von Vögeln steht im Dienste von Wissenschaft und Naturschutz.
Bei der Beringung werden Vögel mit Aluminiumringen individuell gekennzeichnet.
Wird ein beringter Vogel oder ein Vogelring später wiedergefunden, erhält
man dadurch Angaben zu Zugrouten, Winterquartieren, Ortstreue, Lebenserwartung,
Todesursachen und Verwandtschaftsverhältnissen von Vogelbeständen.
Dank der Beringung wissen wir, wohin die Zugvögel ziehen. Von den meisten
Arten sind heute die Herkunfts- und Zielgebiete sowie die Zugrouten bekannt.
Dank der Beringung wird der anonyme Vogel zu einem für die Verhaltensforschung
erkennbaren Individuum mit einem persönlichen Lebensweg.
Bei
der Beringung wird dem Vogel ein sehr leichter Aluminiumring ans Bein gelegt.
Der Ring trägt eine individuelle Nummer und den Namen der nationalen Beringungszentrale
(in der Schweiz also SEMPACH HELVETIA). Der Beringer notiert diese Nummer zusammen
mit weiteren Angaben wie Art, Alter, Geschlecht, Datum, Flügellänge
oder Gewicht des Vogels auf einer Liste, die dann an die Beringungszentrale
der Schweizerischen Vogelwarte Sempach eingeschickt wird.
Haben Sie einen Ring oder einen beringten Vogel gefunden?
Bitte melden Sie uns diesen Fund schriftlich mit Angabe von Datum, Fundort (Gemeinde und Kanton) und natürlich der Ringnummer. Schicken Sie uns nach Möglichkeit auch den Vogel und den Ring, wir senden Ihnen dann die Informationen, die wir zum Ring haben. Und vergessen Sie Ihren Namen, Ihre Adresse und die Telefonnummer nicht.
Einsenden an:
Schweizerische Vogelwarte
Beringungszentrale
CH-6204 Sempach
» Falls Sie dafür keine Zeit haben, füllen Sie bitte dieses Formular vollständig aus.
In der Schweiz gibt es 230 Beringerinnen und Beringer mit einer Spezialausbildung und einer vom Bund ausgestellten Bewilligung. Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 90'000 Vögel beringt.
Im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundes führt die Schweizerische Vogelwarte Sempach
die nationale Beringungszentrale. Ihre Aufgaben umfassen die Betreuung
und Unterstützung der Beringer, die Beurteilung von Projekten und
Antragstellung ans Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft für
Bewilligungen, die Administration des Beringungswesens, den Unterhalt
der Ringfunddatenbank, die Vertretung bei EURING (Europäische Vereinigung
für Vogelberingung) und die Auswertungen von Beringungsdaten.
Kontakt: E-Mail, E-Mail
Vögel halten sich nicht an Landesgrenzen. Für die Erforschung vieler
Aspekte des Vogellebens ist daher eine internationale Zusammenarbeit unerlässlich.
Die Beringungszentralen der verschiedenen Länder arbeiten eng zusammen
und tauschen Ringfunddaten untereinander aus. Alle europäischen Beringungszentralen
sind heute Mitglied von EURING,
der europäischen Vereinigung für die wissenschaftliche Vogelberingung,
die in Thetford (Grossbritannien) eine zentrale Datenbank mit mehr als einer
Million Ringfunden führt. EURING sorgt für europaweit einheitliche
Standards bei der Beringung und koordiniert grosse internationale Forschungsprojekte.
Der dänische Lehrer und Vogelkundler Hans Christian Cornelius Mortensen erkannte als Erster das grosse Potenzial der individuellen Markierung von wildlebenden Vögeln. 1899 begann er Aluminiumringe systematisch zu verwenden und beringte 165 Stare. Das Jahr 1899 gilt somit als Anfang der Vogelberingung. Seither wurden allein in Europa etwa 135 Millionen Vögel beringt. Die individuelle Kennzeichnung von Vögeln mit Aluminiumringen hat die Vogelkunde, insbesondere die Erforschung des Vogelzugs revolutioniert.