
Kadaver von Wildtieren enthalten oft Fragmente von Bleimunition. Die Schweizerische Vogelwarte untersucht, ob tot gefundene Steinadler erhöhte Bleiwerte in Organen aufweisen.
Die Schweizerische Vogelwarte hat Hinweise, dass sich Bleivergiftungen bei Steinadlern mehren. Ursache sind meist Fragmente von Bleimunition in Jagdwild wie Gämsen, Rothirschen und Steinböcken. Für grosse Greifvögel wie Steinadler und Bartgeier im Alpenraum bilden eingegangene Huftiere eine wichtige Nahrungsgrundlage. Schon kleine Bleimengen können zur Schwächung und zum Tod der Greifvögel führen. Bleifragmente gelangen dann in die Nahrungskette, wenn beschossene Tierkadaver oder Teile davon in der Natur belassen werden.
Im Alpenraum und insbesondere in der Schweiz war die Datengrundlage über die Relevanz von Bleigeschossen und deren Auswirkungen auf grosse Greifvögel bislang gering. Nun sollen mit einer grösseren Stichprobe eine Einschätzung der Situation vorgenommen und allfällige weiterführende Massnahmen hergeleitet werden.
Die Schweizerische Vogelwarte arbeitet eng mit der Wildhut und den kantonalen Jagdverwaltungen verschiedener Alpenkantone zusammen. Diese stellen Organe von tot gefundenen Steinadlern zur Verfügung. Die Analysen führt das Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie des Tierspitals Zürich durch. Vorgesehen ist vorerst die Untersuchung von rund 20 Steinadlern.
Zwar beherbergen die Schweizer Alpen momentan über 300 Steinadler-Brutpaare und damit einen vitalen und stabilen Bestand. Doch gibt es laufend auch Ausfälle durch zivilisatorische Einrichtungen (z.B. Kollisions-Opfer an Transportseilen und Hochspannungsleitungen) oder Brutverluste durch menschliche Störungen. Deshalb gilt es, Todesursachen, welche die Population schwächen könnten, im Auge zu behalten. Bleivergiftungen sind zudem auch eine Gefahr für andere Greifvogelarten wie Bartgeier oder Rotmilan.
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Jagdverwaltungen
der Kantone Graubünden, St. Gallen, Glarus, Bern und Wallis
Jacqueline
Kupper, Institut für
Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich
Thomas Krämer, Institut
für Rechtsmedizin, Abteilung Forensische Pharmakologie und Toxikologie an
der Universität Zürich
Stiftung Pro Bartgeier