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Das richtige Fernrohr
Fernrohre sind bei Vogelbeobachterinnen und -beobachtern ein beliebtes und weit verbreitetes optisches Hilfsmittel. Sie bieten eine stärkere Vergrösserung und gestatten so, auch weiter entfernte oder scheue Vögel zu beobachten, ohne sie zu stören. Ein Fernrohr besteht aus zwei Bauteilen: dem Objektiv selber und einem Okular. Zu einem Fernrohr wird ein solides Stativ benötigt.
Die kleineren und leichteren Fernrohre besitzen meist einen Objektivdurchmesser um 60mm. Ein Weitwinkelokular verbessert die Helligkeit des Bildes dieser kompakten Fernrohre.
Die meisten Hersteller liefern auch Fernrohre mit einem grösseren Objektivdurchmesser, meist um 80mm. Diese Geräte sind aber in der Regel recht gross und schwer. Da die grössere Öffnung mehr Licht bündeln kann, liefern diese Instrumente ein helleres Bild. Sie eignen sich dadurch besser für den Einsatz von Zoom-Okularen und bei ungünstigen Lichtverhältnissen.
Einige Hersteller benutzen zudem besonders beschichtetes Glas (APO, ED), das Farbabweichungen reduzieren soll. Diese meist fast doppelt so teuren Geräte liefern hellere und brillantere Bilder als herkömmliche Fernrohre.
Die Vergrösserung hängt vom verwendeten Okular ab und reicht von 15x
bis 60x. Natürlich gibt es auch Spezialfernrohre mit noch stärkerer
Vergrösserung, doch eignen sich diese weniger für den
feldornithologischen Einsatz. Falls das Fernrohr ein fixes Okular
besitzt, ist eine Vergrösserung im Bereich 20x oder 30x die Regel.
Beim Gebrauch von stärkeren Vergrösserungen nimmt die Lichtmenge und damit die Helligkeit des Bildes drastisch ab. Zudem werden jede Erschütterung des Fernrohrs und das Flimmern der Luft (bei Erwärmung) viel stärker wahrgenommen.
Die meisten Fernrohre renommierter Hersteller haben jedoch eine Reihe von auswechselbaren Okularen im Angebot:
Überlegen Sie sich vor dem Kauf gründlich, wo Sie Ihr Gerät einsetzen
wollen. Wenn Sie es nur auf dem Balkon oder vom Parkplatz aus benutzen
werden, spielen Grösse und Gewicht kaum eine Rolle. Möchten Sie es
hingegen häufig auf Bergtouren oder ausgedehnte Wanderungen mitnehmen,
dann raten wir zu einer handlicheren und leichteren Ausrüstung.
Die meisten Fernrohre sind mit Gerad- oder Schrägeinblick erhältlich. Die Bauart beeinflusst die Qualität des Fernrohrs nicht und ist lediglich eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Vorteile des Geradeinblicks:
Vorteile des Schrägeinblickes:
Fernrohre mitsamt Okular gibt es in verschiedenen Preisklassen:
Vergessen Sie keinesfalls, die Kosten für ein gutes, möglichst stabiles
Stativ mitzuberücksichtigen. Auch das beste Fernrohr liefert keine guten
Bilder, wenn es bei jeder kleinen Erschütterung zittert. Das Stativ
sollte eine ausreichende Höhe haben, dazu einen reibungsfrei laufenden
und gut fixierbaren Stativkopf. Praktisch sind eine Gummipolsterung, ein
breiter Tragriemen oder sonst eine bequeme Tragvorrichtung.
Einige Fernrohre, vor allem teurere Modelle, sind wasserdicht. Eine Gummiarmierung schützt das Gerät vor Schlägen. Für die meisten Produkte sind Schutzhüllen oder zumindest Schutzkappen erhältlich.
Die meisten Hersteller bieten Fotoadapter an. Mit diesen lassen sich Spiegelreflexkameras an das Fernrohr anbringen und dieses wird so zum Objektiv. Allerdings bietet dies Kombination nicht die gleiche optische Qualität wie ein gutes Foto-Objektiv. Beliebt ist heute auch das Fotografieren durch ein Fernrohr mittels einer kompakten Digitalkamera, das sogenannte Digiscoping. Doch nur bei gut aufeinander abgestimmten Komponenten gelingen auch gute Bilder. Lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten!
© Schweizerische Vogelwarte Sempach und Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Sempach und Zürich.
Autor: M. Burkhardt
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