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    Feldlerchenprojekt IP-SUISSE

    Viele IP-SUISSE Landwirte verbessern in ihren Ackerkulturen die Brutbedingungen für die bedrohte Feldlerche und fördern damit generell die Artenvielfalt.

    Ziele

    Auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben wird das biologische Potenzial nicht annähernd ausgeschöpft. Die Vogelwarte fordert deshalb, dass die landwirtschaftliche Produktion besser auf die Lebensraumansprüche der Kulturlandarten, insbesondere der typischen Vögel des Kulturlands, abgestimmt wird. Die Produzentenorganisation IP-SUISSE hat dieses Problem erkannt und setzt sich für eine Verbesserung der Situation ein. Die Anstrengungen der IP-SUISSE zielen bewusst auf Massnahmen, die von den Konsumenten direkt sicht- und erlebbar sind.

    Vorgehen

    Die Vereinigung IP-SUISSE ist ein Zusammenschluss von Produzentinnen und Produzenten, die auf ihren bäuerlichen Familienbetrieben umweltschonend und tiergerecht produzieren. Rund 20´000 aller 60'000 Betriebe in der Schweiz wirtschaften in einzelnen oder mehreren Produktionsbereichen nach den Richtlinien der IP-SUISSE und sind mit dem Qualitätszeichen, dem "Marienkäfer", zertifiziert.

    Die Feldlerche war bis in die 1970er-Jahre ein sehr häufiger und weit verbreiteter Kulturlandvogel. In den hoch und dicht wachsenden Kulturen findet die am Boden brütende Feldlerche aber schon Ende Mai kaum mehr niedrige und lückige Vegetation, um ihre Nester anzulegen. In den 1990er-Jahren haben Studien gezeigt, dass Feldlerchen auf Fehlstellen im Getreide ausweichen. So entstand die Idee, in intensiv bewirtschafteten Winterweizenfeldern absichtlich Stellen ungesät zu lassen. Seit 2005 setzen landesweit rund 20% der IP-SUISSE Landwirte freiwillig solche Massnahmen zur Förderung von Feldlerchen und anderen Tieren und Pflanzen in Getreidefeldern um. Eine Diplomarbeit von 2006 belegt, dass derartige ungesäte Kleinflächen für die Feldlerche nützlich sind.

    Bedeutung

    Die IP-SUISSE hat erkannt, dass sich Schweizer Produkte mit einer gezielten Förderung der Artenvielfalt (Biodiversität) noch besser vermarkten lassen. Marktpartner der IP-SUISSE wie die Migros und die Grossbäckerei Hiestand AG haben festgestellt, dass wildtierfreundlich produzierte Lebensmittel bei einem Teil der Konsumenten sehr gut ankommen.

    Das Feldlerchenprojekt legte den Grundstein für die beiden grossen Projekte "Mit Vielfalt punkten - Bauern beleben die Natur" und "TerraSuisse" (Migros). Die Massnahmen zur Förderung der Feldlerche und weiterer Tier- und Pflanzenarten sind Bestandteil des Punktesystems zur Förderung der Biodiversität auf IP-SUISSE Betrieben.

    Ergebnisse

    Die Diplomarbeit von Judith Zellweger-Fischer zeigte, dass Feldlerchenmännchen ungesäte Kleinflächen verteidigen und Weizenfelder mit solchen Flächen bis im Juli in ihr Revier integrieren. Winterweizen ohne solche Flächen werden dagegen ab Ende Mai gemieden. Wird ein Nest im einem Weizenfeld mit Kleinflächen angelegt, so liegt es häufiger als erwartet in oder in der Nähe von ungesäten Flächen. Die ungesäten Kleinflächen werden zusammen mit Feldrändern und im Frühling gesäten Kulturen bevorzugt zur Nahrungssuche angeflogen. Da die Vegetation in den Kleinflächen wesentlich offener ist, sind Beuteinsekten für die Feldlerchen leichter zugänglich.

    Wir schliessen aus der Untersuchung, dass Feldlerchen von ungesäten Stellen profitieren. Neben Feldlerchen wurden unter anderem Feldhasen und Wachteln auf den ungesäten Kleinflächen beobachtet - ein Zeichen dafür, dass diese auch von anderen Wildtieren genutzt werden.

    Für den Erfolg der Massnahmen ist es äusserst wichtig, dass sie möglichst weit weg von Feldrändern und Fahrspuren angelegt werden, um das Risiko eines Nestraubes zu minimieren.

    Projektleitung

    Markus Jenny

    Partner

    IP-SUISSE
    Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft / Berner Fachhochschule

    Publikationen

    Jenny, M., S. Michler, J. Zellweger-Fischer, S. Birrer & R. Spaar (2014):
    Feldlerche fördern. Faktenblatt