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    Populationsökologie der Rauchschwalbe

    Die Rauchschwalbe ist eine ausgezeichnete Beispiel-Art, um die grossräumige Dynamik von Vogelpopulationen zu untersuchen. In diesem Projekt bestimmen wir, welche Lebensraumbedingungen die Nachwuchsrate in und den Austausch zwischen Populationen beeinflussen.

    Ziele

    Mit der Untersuchung wollen wir eine genauere Beurteilung der aktuellen Bestandssituation der Art und eine Verbesserung der Prognosen zur Bestandsentwicklung erreichen. Dazu ist es erforderlich, dass wir erkennen, welche Faktoren als Ursachen für Bestandsveränderungen eine wesentliche Rolle spielen. Im Zentrum der Studie stehen folgende Faktoren:

    a) Bruterfolg (Gelegegrösse, Anzahl flügger Jungvögel, Gewicht, Anzahl Bruten)
    b) Ermittlung der Rückkehrraten der Alt- und Jungvögel
    c) Dispersal der Jungvögel innerhalb und zwischen den Populationen

    Die Erkenntnisse werden im weiteren dazu genutzt, der Öffentlichkeit fundierte Vorschläge zur Förderung der beliebten Vogelart zu geben.

    Vorgehen

    In den Jahren 1997–2003 wurden in insgesamt 12 Gebieten, die die ganze Bandbreite der Lebensbedingungen der Rauchschwalbe in der Schweiz abdecken, mindestens vier Jahre lang alle Rauchschwalbennester wöchentlich besucht. Dabei wurde das Brutgeschäft genau protokolliert. Zudem wurden alle Nestlinge und möglichst viele Altvögel beringt bzw. kontrolliert. Die Landnutzung in den einzelnen Gebieten kartierten wir in den Jahren 1999 und 2001.

    Um Informationen über das Verhalten und die Kondition der Vögel nach der Brutzeit zu erhalten, führten wir an einigen der Schlafplätze im Schilfröhricht mehrere Jahre lang regelmässige Zählungen bzw. Fangaktionen durch.

    Bedeutung

    Die Bestände der Rauchschwalben nehmen fast überall in Europa ab. Um den Gründen dafür auf die Spur zu kommen, lanciert EURING (European Union for Bird Ringing) ein internationales Rauchschwalbenprojekt. Untersuchungen zur Brutbiologie, der Populationsdynamik, dem Rastverhalten und Zugablauf sowie Studien im Winterquartier sollen aufzeigen, wo Probleme für die Vögel auftreten und welche Faktoren sich besonders negativ auf die Bestandsentwicklung auswirken.

    Ergebnisse

    Schlechtwetterperioden können den Fortpflanzungserfolg der Rauchschwalben stark beeinflussen. Beispielsweise führte regnerisches Wetter 2002 in unserem Untersuchungsgebiet zu einem Einbruch des Bestands. Solche Verluste werden aber in der Regel innerhalb weniger Jahre wieder ausgeglichen.

    Die Auswertung der Wiederfunde beringter Vögel belegt, dass Rauchschwalben sehr standorttreu sind. Haben sie sich einmal für einen Brutplatz entschieden, kehren 85 % aller kontrollierten Altvögel wieder an den gleichen Hof zurück. Jungschwalben kehren meist in die heimatliche Grossregion zurück, siedeln sich aber meist in einer gewissen Distanz vom Ursprungsnest an.

    Projektleitung

    Luc Schifferli, Hannes von Hirschheydt

    Partner

    Ein grosser Teil der Feldarbeit wurde von ehrenamtlichen Arbeitsgruppen durchgeführt. In einigen Gebieten setzten wir bezahlte Fachleute ein.

    Donatoren

    Botanisch-Zoologische Gesellschaft Sarganserland-Werdenberg-Liechtenstein
    Karl Mayer-Stiftung
    Loterie Romande
    Migros-Genossenschaftsbund (Welttiertag)
    Museo cantonale di storia naturale Lugano
    Natur- und Landschaftsschutzkommission Baselland
    Region Sarganserland-Walensee
    Sarganserländer Talgemeinschaft
    Stiftung für Suchende
    2 Privatpersonen

    Publikationen