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    Analyse der Bestandsentwicklungen von Weissstorch-Populationen

    Ein vertieftes Verständnis der Bestandsentwicklung und der sie beeinflussenden Umweltfaktoren weist den Weg zum besseren Schutz des Weissstorchs.

    Ziele

    Um 1950 verschwand der Weissstorch aus der Schweiz. Aber dank dem Altreuer Wiederansiedlungsprojekt von Max Bloesch und Storch Schweiz wuchs der Bestand des Schreitvogels langsam aber stetig auf heute über 200 Paare an. Wie sehen nun aber die Zukunftsaussichten des Weissstorchs aus?

    Das Projekt soll klären, welche Umwelteinflüsse wie stark die Entwicklung des Weissstorchbestands bestimmen. Daraus lassen sich gezielte Massnahmen zur weiteren Förderung des Weissstorchs ableiten.

    Vorgehen

    Die Bestandsentwicklung des Weissstorchs wird seit über hundert Jahren genau erfasst. Die Besetzung der Horste und der Bruterfolg werden Jahr für Jahr landesweit vollständig registriert. Die Jungvögel werden mit wenigen Ausnahmen systematisch beringt. Ringablesungen und Ringfunde aus dem In- und Ausland geben wertvolle Informationen über Verhalten, Lebensgeschichte und Todesursachen von Individuen, über Altersstruktur, Überlebensraten, Zugwege, Rast- und Winterquartiere der Population. Diese Daten bilden die wertvolle Grundlage für statistische Auswertungen mit modernsten mathematischen Verfahren. Auch aus anderen europäischen Ländern liegen ähnliche Daten vor und ermöglichen Quervergleiche.

    Bedeutung

    Die Geschichte des Weissstorchs in der Schweiz war im 20.Jahrhundert sehr wechselhaft. Um zu verhindern, dass der populäre Schreitvogel in der Schweiz ein zweites Mal ausstirbt, müssen alle verfügbaren Daten analysiert und daraus Schlüsse für weitere Schutzmassnahmen gezogen werden.

    Ergebnisse

    Ist Adebars Zukunft gesichert? Moderne statistische Auswertungen geben eine klare Antwort: Der Bestand ist heute selbsttragend und wächst um 3 % pro Jahr. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die sehr hohe Lebenserwartung der Altstörche (Überlebensrate von 86 % von Jahr zu Jahr). Da aber bereits eine geringfügig kleinere Überlebensrate der Altvögel zu einem Bestandsrückgang führen könnte, gilt es, die nach wie vor bestehenden Gefahren wie elektrische Leitungen und die Wilderei in Afrika einzudämmen. Neue Feuchtwiesen sollen zudem den heimischen Lebensraum und damit den geringen Bruterfolg von nur 1,65 flüggen Jungen pro Paar verbessern helfen.

    Projektleitung

    Michael Schaub

    Partner

    Storch Schweiz
    Prof Jean-Dominique Lebreton, Centre d'Ecologie Fonctionelle et Evolutive CEFE, Montpellier