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    Populationsdynamik des Steinkauzes

    Aus der Funktionsweise der Populationen lassen sich wichtige Hinweise für die Stärkung und Ausbreitung der Restbestände des Steinkauzes gewinnen.

    Ziele

    Wir untersuchen die Ursachen der Bestandschwankungen von mitteleuropäischen Steinkauzpopulationen. Die Ergebnisse werden helfen, Prioritäten von konkreten Schutzmassnahmen festzulegen, was im Hinblick auf die mögliche Wiederbesiedlung des Steinkauzes in der Nordschweiz von Bedeutung ist. Es wird zunächst erforscht, durch welche Umweltvariablen die wichtigsten demographischen Prozesse (Überleben, Fortpflanzungserfolg, Abwanderung, Zuwanderung) beeinflusst werden. In einem nächsten Schritt wird dann getestet, welche Auswirkungen die Variation der demographischen Prozesse auf die Populationsentwicklung haben. Dies erlaubt es herauszufinden, welche Faktoren (Bsp. Futterangebot, Winterhärte) einen wichtigen Beitrag zu den Populationsschwankungen leisten, und durch welche demographischen Prozesse dies abläuft.

    Vorgehen

    Die Daten (Beringungsdaten, Daten zum Fortpflanzungserfolg) sind in vier Populationen (3 aus Süddeutschland, 1 aus der Schweiz) während bis zu 30 Jahren von verschiedenen Ornithologen gesammelt worden. Mit Hilfe von modernen statistischen Verfahren werden diese Daten im Hinblick auf die oben genannten Ziele ausgewertet.

    Ergebnisse

    Die Analysen zeigten, dass Schwankungen in den Überlebensraten einen entscheidenden Einfluss auf die Bestandsentwicklung hatten, dies im Gegensatz zum sehr variablen Bruterfolg, der die Bestandsentwicklung kaum beeinflusste. Der geringe Einfluss des Bruterfolges auf die lokale Bestandsveränderung lässt sich damit erklären, dass viele der jungen Steinkäuze abwandern, um an einem anderen Orten zu brüten. Alle untersuchten Populationen waren auf Immigranten angewiesen, die hauptsächlich Junge aus anderen Populationen waren. Diese Effekte waren stärker, je kleiner die räumliche Ausdehnung der untersuchten Populationen war.

    Ein erfolgreicher Schutz des Steinkauzes ist demzufolge nur dann erfolgsversprechend, wenn der Fokus auf ein ganzes System von lokalen Populationen gerichtet wird. Ist eine Population einmal zu klein oder zu stark isoliert, so bestehen für deren langfristige Erhaltung kaum Chancen, auch wenn die besiedelten Habitate optimal sind.

    Weiterer Forschungsbedarf besteht noch in der Bestimmung der Grösse einer sich selbsterhaltenden Population und in der Quantifizierung der wichtigsten Mortalitätsursachen.

    Projektleitung

    Michael Schaub

    Partner

    Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

    Publikationen