Populations­dynamik
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    Integriertes Populationsmonitoring Turmfalke und Schleiereule

    Licht ins Dunkel der Populationsdynamik zweier Beutegreifer: Das langfristige Projekt zielt auf das Erkennen der kritischen Lebensphasen von Turmfalke und Schleiereule ab.

    Ziele

    Mit dem Populationsmonitoring sollen die kritischen Phasen im Lebenszyklus von Turmfalke und Schleiereule erkannt werden. Das Projekt soll damit zu einem besseren allgemeinen Verständnis der Populationsdynamik beitragen und aufzeigen, welchen quantitativen Einfluss Bruterfolg, Überlebensraten, Ein- und Abwanderung auf die Populationsentwicklung haben. Da etwa 10 % der Turmfalken und Schleiereulen des schweizerischen Mittellands individuell markiert werden, kann auch das noch weitgehend unerforschte Ansiedlungsverhalten in Abhängigkeit von Geschlecht und Kondition der Vögel sowie von Siedlungsdichte und Bruterfolg analysiert werden. Das Projekt könnte auch erklären, warum die beiden Arten trotz vieler Gemeinsamkeiten (Lebensraum Kulturland, Jagd auf Kleinsäuger, Bruten oft in Nistkästen) gegensätzliche Bestandsentwicklungen aufweisen.

    Vorgehen

    Die attraktiven Zielarten sind bereits heute vielerorts Gegenstand von einzelnen lokalen Bestandskontrollen, Nistkastenprogrammen und Beringungsaktionen von unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern. In einem landesweit standardisierten Programm sollen Bestand, Bruterfolg und Überlebensraten von Jung- und Altvögeln sowie die Variation dieser Parameter von Jahr zu Jahr, zwischen Regionen und Habitaten erfasst werden.

    Ergebnisse

    Aus der an intensivsten untersuchten Schleiereulenpopulation liegen mehrere interessante Resultate vor: Schleiereulen leiden unter strengen, schneereichen Wintern, weil dann der Zugang zur Nahrung erschwert ist. Ausserdem zeigte es sich, dass sich die Lebensstrategien unterscheiden, je nachdem wie die Eulen gefärbt sind.

    Eine Auswertung zum Bruterfolg der Turmfalken aus mehreren Gebieten der Schweiz ergab, dass Legebeginn, Gelegegrösse und Brutgrösse jährlichen Schwankungen unterlagen. Es gab regionale Unterschiede, die teilweise mit der Meereshöhe, aber kaum mit dem Ackerlandanteil erklärt werden konnten. Ein früher Legebeginn wirkte sich positiv auf Gelegegrösse, Brutgrösse und Nestlingsgewicht aus und war seinerseits wohl vor allem durch die jährlich wechselnde Witterung und das Nahrungsangebot beeinflusst. Schutzmassnahmen, die das Nahrungsangebot, namentlich im Frühling, positiv beeinflussen, sollten zu einem früheren Legebeginn und somit zu einem grösseren Bruterfolg führen.

    Projektleitung

    Michael Schaub, Martin Spiess

    Partner

    Prof Alexandre Roulin, Université de Lausanne
    Dr. Res Altwegg, Avian Demography Unit, University of Cape Town
    Freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehreren Arbeitsgruppen

    Publikationen

    Zellweger-Fischer, J., M. Schaub, C. Müller, M. Rudin †, M. Spiess & L. Jenni (2011):
    Der Bruterfolg des Turmfalken Falco tinnunculus: Resultate und Erkenntnisse aus fünf Jahren integriertem Populationsmonitoring.
    Roulin, A., R. Altwegg, H. Jensen, I. Steinsland & M. Schaub (2010):
    Sex-dependent selection on an autosomal melanic female ornament promotes the evolution of sex ratio bias.
    Altwegg,R., A. Roulin, M. Kestenholz, L. Jenni (2006):
    Demographic effects of extreme winter weather in the barn owl.
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