Förderung Prioritätsarten
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    Waldschnepfe

    Die unauffällige, ausschliesslich im Wald lebende Waldschnepfe ist aus dem schweizerischen Mittelland fast verschwunden. Über die Gründe für diese negative Entwicklung herrscht Unklarheit.

    Ziele

    Das Ziel dieses Artenförderungsprojekts ist, die Waldschnepfe als Brutvogelart in allen potenziell geeigneten Wäldern der Schweiz zu erhalten bzw. zu fördern.

    Vorgehen

    Die Schweizerische Vogelwarte überwacht die Verbreitung der Waldschnepfe in der Schweiz. Sie arbeitet zu diesem Zweck mit Freiwilligen aus allen Regionen, in denen Waldschnepfen vorkommen, zusammen. Die Waldschnepfe zur Brutzeit nachzuweisen ist nicht sehr aufwändig und kann Spass machen (siehe Merkblatt zur Erfassung der Waldschnepfe). Im Kanton Aargau wurde mit der kantonalen Jagdverwaltung und BirdLife Aargau ein Projekt zur Erfassung der Art durchgeführt. Es zeigte, dass die Waldschnepfe im Kanton Aargau fast nicht mehr vorkommt.

    Für andere Mittellandkantone fehlen aktuelle Daten über die Waldschnepfe. Meldungen werden gerne entgegengenommen, am besten per Standardformular. Wie man Waldschnepfen am besten erfasst, ist auf einem Merkblatt beschrieben.

    Waldschnepfen-Männchen kann man an ihrem Balzruf individuell erkennen. Blaise Mulhauser und Jean-Lou Zimmermann haben in ihrer Untersuchung an Waldschnepfen im Neuenburger Jura gezeigt, wie das funktioniert. Erkennt man die einzelnen Vögel im Feld, kann man mit den geeigneten statistischen Methoden, sogenannten "Fang-Wiederfang-Modellen", den gesamten Bestand in einer Gegend relativ genau schätzen. In einem Gebiet in der Nähe von Les Diablerets im Kanton Waadt wird seit Frühling 2013 ein solches Bestandsschätzungs-Projekt durchgeführt. Projektpartner sind François Estoppey und Frédéric Turin.

    Bedeutung

    Die Waldschnepfe ist eine von 50 Prioritätsarten, für deren Erhaltung und Förderung in der Schweiz besondere Massnahmen ergriffen werden müssen. Die Waldschnepfe, eine ausschliesslich im Wald lebende Watvogelart, ist aus dem schweizerischen Mittelland fast verschwunden. Ob diese Abnahme eine Folge von Veränderungen in der Waldstruktur, von Störungen (Menschen mit freilaufenden Hunden) und/oder der teilweise noch stattfindenden Bejagung ist, kann derzeit nicht beantwortet werden.

    Projektleitung

    Pierre Mollet