Vogelzug
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    Vogelzug und Krankheitsökologie

    Zugvögel sind Wirte für eine Vielzahl von Parasiten. Die Wechselwirkungen zwischen Wirten und ihren Parasiten sind komplex, die Überwachung z.B. des Infektionsstatus, der Physiologie und des Verhaltens des Wirtes im Jahresverlauf werden durch die Migration zusätzlich erschwert.

    Ziele

    Unser Ziel ist es, die Wirt-Parasit-Beziehungen bei Zugvögeln besser zu verstehen. Die umfasst insbesondere:

    • Welche Auswirkungen des Parasiten auf den Wirt können tatsächlich nachgewiesen werden?
    • Wie hängen diese von der Schwere der Infektion ab?
    • Wie lange halten die Effekte der Infektion an?
    • Wie sind die verschiedenen Auswirkungen mechanistisch gekoppelt?

    Vorgehen

    Krankheiten wirken auf verschiedenen Ebenen. Sie können 1) die physiologische Leistung, 2) das tägliche Aktivitätsmuster, 3) das Zugverhalten und 4) generelle Fitnessparameter beeinflussen.

    Zur Erforschung der Auswirkungen von Infektionen kombinieren wir empirische und experimentelle Feldarbeiten (z.B. experimentelle Medikation, Licht- und Aktivitätslogger) mit theoretischen Ansätzen (z.B. in Netzwerkmodellen) und modernen Laborverfahren (z.B. der Messung metabolischer Raten).

    Bedeutung

    Unsere Arbeiten können helfen, die Mechanismen der Krankheitsausbreitung zu identifizieren, ihre Dynamik zu verstehen und wirkungsvolle Gegenmassnahmen zu entwickeln. Damit kann auch ein wertvoller Beitrag zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Natur geleistet werden.

    Ergebnisse

    Wandernde Tiere können Lebensgemeinschaften und Ökosysteme durch eine Vielzahl Transport- und trophischer Effekte entscheidend beeinflussen, von denen die meisten bisher oft unzureichend quantifiziert sind. Einer dieser Transporteffekte ist die Ausbreitung von Parasiten und Krankheiten durch Zugvögel.

    In diesem Projekt untersuchen wir die Verbreitung von Vogelmalaria in verschiedenen Zugvogelarten und versuchen, Malariainfektion, Zugverhalten und tägliche Aktivitätsmuster in Verbindung zu setzen.

    Weiterhin vergleichen wir die physiologische Leistungsfähigkeit infizierter und nicht-infizierter Individuen, um so die kurzzeitigen Konsequenzen einer Infektion zu ermitteln.

    Projektleitung

    Silke Bauer, Steffen Hahn, Tamara Emmenegger

    Partner

    Staffan Bensch (Department of Ecology, Animal Ecology, Lund University),
    Bill Buttemer (Centre for Integrative Ecology, Deakin University, Australia),
    Pavel Zehtindjiev (Institute of Biodiversity and Ecosystem Research, Bulgarian Academy of Sciences, Sofia, Bulgaria)

    Donatoren

    Schweizer Nationalfonds, Projekt 31003A_160265

    Publikationen

    Bauer, S., S. Lisovski & S. Hahn (2016):
    Timing is crucial for consequences of migratory connectivity.