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    35‘000 Stunden unterwegs für die Vogelwarte Sempach (19.09.2016)

    Während vier Jahren wurden in der ganzen Schweiz landauf, landab die Vogelbestände für den neuen Brutvogelatlas erfasst. 2‘000 freiwillige Mitarbeitende ermöglichten der Vogelwarte Sempach das grosse Vorhaben. In Freiburg wurde dieses Wochenende der Abschluss dieser umfassenden Feldstudie gefeiert.

    Freiwillige Mitarbeitende der Vogelwarte Sempach haben 2016 die bislang umfangreichste Zählung der Vogelbestände in der ganzen Schweiz abgeschlossen.
    Freiwillige Mitarbeitende der Vogelwarte Sempach haben 2016 die bislang umfangreichste Zählung der Vogelbestände in der ganzen Schweiz abgeschlossen.
    Foto © Lukas Linder Bild in Druckqualität
     Als häufigste Vogelart der Schweiz wurde der Buchfink (hier ein Männchen) festgestellt.
    Als häufigste Vogelart der Schweiz wurde der Buchfink (hier ein Männchen) festgestellt.
    Foto © Marcel Burkhardt Bild in Druckqualität
    Dieses Wochenende feierten die freiwilligen Mitarbeitenden der Vogelwarte den Abschluss der umfassenden Feldstudie.
    Dieses Wochenende feierten die freiwilligen Mitarbeitenden der Vogelwarte den Abschluss der umfassenden Feldstudie.
    Foto © Livio Rey Bild in Druckqualität
    Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

    Sempach. – Die Zahlen sind beeindruckend: Knapp 35‘000 Stunden haben Vogelkundlerinnen und Vogelkundler in den letzten vier Jahren in die Suche nach Vogelvorkommen investiert und dabei rund 2 Millionen Beobachtungen an die Vogelwarte Sempach übermittelt. Die beinahe überirdische Leistung hat einen bodenständigen Hintergrund: Das grösste je in der Schweiz durchgeführte vogelkundliche Feldprojekt liefert Angaben zum heutigen Zustand der Vogelwelt und handfeste Argumente für den Vogelschutz. „Das Engagement der freiwilligen Mitarbeitenden war enorm. Nur so war es möglich, so detaillierte Daten über die Vogelwelt zu sammeln“, freut sich Projektleiter Peter Knaus, der auch erleichtert ist, dass die Feldarbeit unfallfrei verlief.

    Um diesen Einsatz zu ehren, führte die Vogelwarte Sempach am Wochenende in Freiburg eine Feier für die freiwilligen Mitarbeitenden durch. Dabei standen die Erlebnisse im Gelände und die Leistungen der Freiwilligen im Mittelpunkt.

    Mit dem Abschluss der Datensammlung beginnt aber die Arbeit in Sempach erst recht. Jetzt werden die ganzen Daten ausgewertet. „Bis Ende 2018 möchten wir den neuen Brutvogelatlas der Schweiz herausgeben“, gibt Projektleiter Peter Knaus seinem Team das Ziel vor. Der Atlas soll der Öffentlichkeit und insbesondere allen Verantwortlichen in Naturschutz und Politik aufzeigen, welche Arten besonders gefährdet sind und wo deshalb verstärkt Schutzmassnahmen nötig sind.

    Die 41‘445 Quadratkilometer der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein wurden zwischen 2013 und 2016 jeweils im Frühling systematisch nach Vögeln abgesucht. Total wurden 214 verschiedene Brutvogelarten nachgewiesen. Am häufigsten wurde der Buchfink festgestellt. Im Vergleich zur Situation von zwanzig Jahren zeichnen sich weitere Verluste in der Vogelwelt ab, insbesondere bei am Boden nistenden Singvögeln in Landwirtschaftsgebieten.

    Veränderungen in der Vogelwelt sind auch ein Fiebermesser für die Umwelt. Geht es bestimmten Vogelarten oder –gruppen schlecht, ist dies auch ein Hinweis auf negative Veränderungen der Landschaft. Der Brutvogelatlas wird somit nicht nur den Zustand und die Entwicklung der Brutvögel darstellen, sondern auch eine wichtige Grundlage für den Naturschutz und die Biodiversität in der Schweiz allgemein darstellen.

    Weitere Auskünfte

    Peter Knaus
    Schweizerische Vogelwarte
    6204 Sempach
    Tel. 041 462 97 32
    peter.knaus@vogelwarte.ch