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    Viel Unterstützung für das Mehlschwalben-Projekt der Vogelwarte (21.10.2013)

    Die Mehlschwalbe gerät zunehmend unter Druck. Seit Jahren nehmen Zahl und Grösse ihrer Kolonien in der Schweiz stark ab. Jetzt wollte es die Schweizerische Vogelwarte Sempach genau wissen: Sie rief zu einer landesweiten Volkszählung der Mehlschwalbe auf. Hunderte Freiwillige folgten dem Aufruf und zählten insgesamt mehr als 25’700 Nester der kleinen Baumeisterin.

    Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

    Sempach. – Im Mai rief die Schweizerische Vogelwarte dazu auf, sie bei der Suche nach brütenden Mehlschwalben zu unterstützen. Hunderte Personen sind diesem Aufruf gefolgt und haben die Nester der blauschwarz-weiss gefärbten Flugkünstlerin gezählt. Unter ihnen sind viele Bäuerinnen und Bauern, aber auch etliche Schulklassen.

    „Wir haben auf unserer Internetplattform www.delichon.ch Rückmeldungen aus über 730 Untersuchungsgebieten aus der ganzen Schweiz erhalten“, freut sich Stephanie Michler, Projektleiterin an der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Insgesamt zählten Freiwillige mehr als 25‘700 Mehlschwalbennester. Dabei machten sie auch Angaben, wie viele Nester unbewohnt sind und mit wie vielen künstlichen Nestern die Mehlschwalben unterstützt werden.

    Die Mehlschwalben-Volkszählung förderte Rekorde zu Tage. So wurde die grösste Kolonie aus Ascona im Tessin gemeldet. Von den insgesamt 567 Nestern waren heuer 235 von Mehlschwalben besetzt. Ebenfalls im Tessin befindet sich die grösste Kolonie, die ausschliesslich aus Naturnestern besteht. Von 239 Nestern waren 183 besetzt. Schweizweit war der Anteil besetzer Nester tiefer als noch 2012. Das dürfte mit dem nass-kalten Frühling zusammenhängen, der die Mehlschwalben am Brüten hinderte.

    „Diese Resultate helfen uns, ein deutlicheres Bild über die Standorte und den Zustand der Mehlschwalbenkolonien in der Schweiz erhalten“, erläutert Michler. „Diese Erkenntnisse werden uns und unseren Partnerorganisationen helfen, die Förderung der Mehlschwalbe zu optimieren.“

    Mehlschwalben fördern
    Die Mehlschwalbe kann mit einfachen Mitteln gefördert werden. Zur Verbesserung des Nistplatzangebots können Starthilfen für den Nestbau oder Kunstnester angebracht werden. Um die Verschmutzung von Fassaden durch Schwalbenkot zu verhindern, werden Kotbretter unter den Nestern montiert. In künstlich angelegten Schlammpfützen finden die Schwalben geeignetes Baumaterial für ihre Nester.
    www.vogelwarte.ch/hilfe-fuer-die-mehlschwalbe

    Brutvogelatlas 2013-2016: Volkszählung aller Brutvögel der Schweiz
    Bis 2016 wird die Vogelwarte Sempach ermitteln, wo in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein wie viele und welche Vögel brüten. Ziel dieser Zählung ist es, einen Überblick über den Zustand und den Wandel unserer Vogelwelt zu gewinnen. Weil Vögel auf vielfältige Lebensräume angewiesen sind, widerspiegelt ihre Situation diejenige der gesamten Natur und der Landschaft. http://atlas.vogelwarte.ch