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    Sensation im Wasservogel-Schutzgebiet (15.07.2013)

    Ende Mai entdeckten Ornithologen die erste Brut eines Stelzenläufers in der Schweiz. Ein Pärchen des eleganten Watvogels mit den langen knallroten Beinen hatte in einem Schutzgebiet bei Unterlunkhofen ein Nest gebaut und ein Ei gelegt. Damit ist der Stelzenläufer die 219. Vogelart, die in der Schweiz gebrütet hat.

    Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

    Sempach/Unterlunkhofen. – Ende Mai machten Martin Hüsler und Anders Storensten die sensationelle Entdeckung: Zwei Stelzenläufer, die sich bereits seit Wochen im Naturschutzgebiet bei Unterlunkhofen aufgehalten hatten, hatten ein Ei gelegt. Sofort hielten sie diese Premiere auf Film und Foto fest und belegten so den ersten Brutnachweis des Stelzenläufers in der Schweiz.

    „Stelzenläufer rasten jeden Frühling in kleiner Zahl an Schweizer Seen und Flüssen. Zu einer Brut kam es bisher aber nie“, bestätigt Peter Knaus, der an der Vogelwarte die in diesem Jahr angelaufenen Arbeiten für den neuen Brutvogelatlas der Schweiz koordiniert. „Der Stelzenläufer ist die 219. Vogelart, die seit 1800 in der Schweiz gebrütet hat.“ Als Charaktervogel des Mittelmeergebiets brütet die Art in Flachwasserzonen.

    Der Ornithologe Martin Hüsler hatte die Stelzenläufer bereits seit Wochen beobachtet und konnte auch etliche Paarungen festhalten. Dass es zu einer Brut kommen würde, hätte er aber nicht gedacht. Dennoch erstaunt es ihn nicht, dass die langbeinige Schönheit ausgerechnet hier den ersten Versuch wagte. „Der Flachsee Unterlunkhofen ist ein Wasser- und Zugvogelschutzgebiet von nationaler Bedeutung“, erläutert er. „Hier findet der Stelzenläufer alles, was er braucht, um seine Jungen aufzuziehen – einen ungestörten Platz zum Brüten und genügend Nahrung für den Nachwuchs.“ Zwar wurde das Nest schliesslich vom Hochwasser zerstört, dennoch ist Hüsler zuversichtlich: „Vielleicht gelingt die Brut nächstes Jahr.“

    Brutvogelatlas 2013–2016: Volkszählung der Brutvögel
    In den nächsten vier Jahren wird die Vogelwarte Sempach ermitteln, wo in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein wie viele und welche Vögel brüten. Ziel dieser Zählung ist es, einen Überblick über den Zustand und den Wandel unserer Vogelwelt zu gewinnen. Weil Vögel auf vielfältige Lebensräume angewiesen sind, widerspiegelt ihre Situation diejenige der gesamten Natur und der Landschaft. http://atlas.vogelwarte.ch

    Was bisher geschah:
    Über 1900 Mitarbeitende haben Vogelbeobachtungen gemeldet;
    Bereits 191 brütende Vogelarten nachgewiesen, u.a. Brandgans, Rohrweihe, Brachpieper und Sperbergrasmücke