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    Vogelschutz mit «altem Schrot und Korn» (15.06.2017)

    Wo Getreide dicht und hoch wächst und dazu noch mit Pestiziden behandelt wird, hat es die Feldlerche schwer. Doch es gibt eine Alternative: Die uralten Getreidearten Emmer und Einkorn sind genügsam und robust, was es den am Boden brütenden Vögeln erlaubt, im Getreidefeld ihre Jungen aufzuziehen. Dass dieser Vogelschutz auch gut schmeckt, belegt der Verkauf der aus dem «alten Schrot und Korn» hergestellten Produkte. Nun legt die Interessengemeinschaft Emmer & Einkorn das Projekt in die Hände der IP-Suisse.

    Um erfolgreich brüten zu können, muss die Feldlerche genug Platz für ihr Nest, einen guten Landeplatz im Acker und ausreichend Futter für ihre Jungen finden.
    Um erfolgreich brüten zu können, muss die Feldlerche genug Platz für ihr Nest, einen guten Landeplatz im Acker und ausreichend Futter für ihre Jungen finden.
    Foto © Markus Jenny Bild in Druckqualität
    Reifes Emmerfeld bei Wilchingen SH. Am Feldrand blühen Wegwarten.
    Reifes Emmerfeld bei Wilchingen SH. Am Feldrand blühen Wegwarten.
    Foto © Markus Jenny Bild in Druckqualität
    Feldlerche.
    Feldlerche.
    Foto © Markus Jenny Bild in Druckqualität
    Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

    Löhningen/Sempach. – Vor über zwanzig Jahren war die Vogelwarte im schaffhauserischen Klettgau angetreten, um in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden den Rückgang der Vögel in dieser „Getreidekammer“ zu stoppen. Rasch keimte die Vision, die alten Getreidearten Emmer und Einkorn anzubauen und damit Nistmöglichkeiten für Bodenbrüter zu schaffen. Für diese Vögel ist es optimal, dass die genügsamen und robusten Urgetreide genügend Boden für den Nestbau freilassen. Da die Felder nicht mit Pestiziden behandelt werden und die Bauern das Ackerland zusätzlich mit wertvollen Lebensräumen aufwerten, profitieren auch andere bedrohte Arten, wie Feldhasen oder Adonisröschen und Rittersporn.

    Die ursprünglichen Initianten des Wiederanbaus von Emmer und Einkorn, zu denen neben der Vogelwarte auch die heutige Agridea, Pro Specie Rara und der WWF Schaffhausen gehörten, setzten sich zum Ziel, den Anbau und die Vermarktung des Urgetreides zu verwirklichen. Seit 2006 werden die Aktivitäten von der Interessengemeinschaft zur Förderung von Emmer & Einkorn gelenkt. Aus der Vision entstand eine enge Partnerschaft zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, die konsequent und erfolgreich auf ökologische Mehrleistungen setzt. Möglich war dies nicht zuletzt dank der Unterstützung durch rund 70 engagierte Landwirte und diverse Verarbeiter. Heute boomen ökologisch angebaute, naturbelassene und schonend produzierte Regionalprodukte aus «altem Schrot und Korn», darunter Brot, Teigwaren und Bier.

    Bei der Vermarktung profitierte die Interessengemeinschaft Emmer & Einkorn vom guten Kontakt zur Produzentenorganisation IP-Suisse und deren engen Zusammenarbeit mit der Migros. Dennoch stiess sie, insbesondere bei Verhandlung mit Marktpartnern, immer wieder an ihre Grenzen. Nach mehr als 20 Jahren legt sie das Projekt deshalb in die Hände der IP-Suisse. Die IG Emmer & Einkorn ist überzeugt, in der IP-Suisse eine starke Partnerin gefunden zu haben, die in der Lage ist, den Anbau und Absatz von Emmer und Einkorn zu fördern und die Produkte noch bekannter zu machen. IP-Suisse bekennt sich seit Jahren zu einem umwelt- und ressourcenschonenden Anbau von einheimischen Nahrungsmitteln.

    Weitere Auskünfte

    Markus Jenny
    Schweizerische Vogelwarte Sempach
    Tel. 044 954 05 35
    Mob. 079 425 88 17
    markus.jenny@vogelwarte.ch

    Andreas Walter
    Geschäftsführer IG Emmer & Einkorn
    Mob. 079 274 90 75
    andreaswalter@bluewin.ch

    Weitere Informationen

    IG Emmer & Einkorn