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    Neue Grundlage für den Natur- und Vogelschutz (11.04.2013)

    Dieses Wochenende beginnt die landesweite Volkszählung der wildlebenden Brutvögel in der Schweiz. An der Vogelwarte Sempach laufen die Vorbereitungen für dieses Grossprojekt auf Hochtouren. Die Ergebnisse werden zeigen, wie es um unsere Vögel steht. Die Situation der Vogelwelt widerspiegelt den Zustand der gesamten Biodiversität und der Landschaft.

    Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

    Sempach. – In den nächsten vier Jahren wird die Vogelwarte Sempach mit Unterstützung von über tausend Freiwilligen mit nie dagewesener Präzision ermitteln, wo in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein wie viele und welche Vögel brüten. Die Vorbereitungen für das riesige Gemeinschaftswerk laufen jetzt auf Hochtouren. Der neue Atlas ermöglicht einzigartige Einblicke in die regionale Häufigkeit von verbreiteten Arten wie Meisen und Drosseln, aber auch von selteneren Vögeln wie dem Kuckuck.

    Vögel brauchen ein vielfältiges Angebot an Lebensräumen mit genügend Nahrung und geeigneten Brutplätzen. Kann eine Landschaft die Anforderungen einer Vogelart nicht erfüllen, wird diese verschwinden. Die Situation der Brutvögel ist daher auch ein Spiegelbild des Wandels der gesamten Natur und der Landschaft. Die Feldlerche beispielsweise brütete vor einigen Jahrzehnten noch weit verbreitet im Schweizer Mittelland. Mit dem Lebensraumverlust nahmen ihre Bestände immer stärker ab.

    Die Volkszählung der Vögel wird einen Gesamtüberblick über die rund 200 heimischen Brutvogelarten geben, vom seltenen Bartgeier bis zu unserer häufigsten Art, dem Buchfinken. Sie wird Hotspots der Artenvielfalt aufdecken und zeigen, in welchen Regionen und für welche Vogelarten Fördermassnahmen am dringendsten sind. Dadurch wird der Brutvogelatlas zu einer wichtigen Grundlage für den Natur- und Vogelschutz.

    Der Klimawandel könnte dazu führen, dass in Südeuropa verbreitete Brutvögel wie der bunte Bienenfresser auch bei uns häufiger werden. Gleichzeitig zwingt die Erwärmung empfindliche Arten wie das Alpenschneehuhn, tiefere Lagen zu räumen. Da bereits in den 1990er-Jahren umfangreiche Erhebungen durchgeführt wurden, wird sich nun zeigen, wie stark der Klimawandel unsere Vogelwelt bereits beeinträchtigt hat.