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    Zweite Runde der Volkszählung (19.05.2014)

    Im Sommer 2013 haben mehrere Hundert Personen mitgeholfen, die Nester der Mehlschwalbe im ganzen Land zu zählen. Für den Schutz und die Förderung der kleinen Baumeisterin sind diese Daten sehr wertvoll. Die Mehlschwalbenvolkszählung 2014 startet am 20. Mai. In diesem Jahr gilt der Aufruf insbesondere der Bevölkerung in den Alpen und Voralpen, da letztes Jahr nur spärliche Daten aus diesen Regionen eingetroffen sind.

    Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

    Sempach. – Die Mehlschwalbe steht unter Druck. Ihr Nest aus Lehmklümpchen wird wegen möglicher Verschmutzungen durch Kot immer weniger an Aussenfassaden von Gebäuden toleriert. Seit 2010 wird die Mehlschwalbe daher auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvogelarten als „potenziell gefährdet“ aufgeführt.

    Letztes Jahr hatte die Schweizerische Vogelwarte die Bevölkerung aufgerufen, an einem wissenschaftlichen Projekt mitzumachen. Die Standorte und der Zustand der Mehlschwalbenkolonien in sämtlichen Regionen der Schweiz sollten besser bekannt werden. Daraufhin zählten 288 Freiwillige in insgesamt 733 selber gewählten Untersuchungsgebieten die Mehlschwalbennester. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, die Förderung der Mehlschwalbe zu optimieren.

    Allerdings bekamen nicht alle Nester der kleinen Glücksbringerin überall die gleiche Aufmerksamkeit. „Während sich viele Freiwillige zur Zählung der Mehlschwalbennester im Mittelland aufgemacht haben, sind aus dem Alpenraum nur spärliche Meldungen eingegangen“ stellt Projektleiterin Stephanie Michler fest, und fügt hinzu: „ 2014 gilt es vor allem entlang der Voralpen und in den Alpentälern Lücken zu schließen“.

    Die Mehlschwalbenvolkszählung wird im Rahmen des neuen Schweizer Brutvogelatlas durchgeführt, für den zur Zeit die Feldarbeit läuft. Das Mitmachen bei dieser Volkszählung ist einfach und braucht nur ein wenig Zeit. Die Daten werden primär via die Online-Plattform www.delichon.ch gesammelt.

    Mehlschwalben erkennen
    Die Mehlschwalbe ist kleiner als die Rauchschwalbe und hat einen kürzeren, nur leicht gegabelten Schwanz; Kopf und Rücken sind blauschwarz gefärbt, Bauch und Bürzel sind weiss. Verwechslungsgefahr besteht mit der Uferschwalbe. Deren helle Unterseite wird allerdings von einem braunen Brustband unterteilt.
    www.vogelwarte.ch/mehlschwalbe

    Mehlschwalben schützen
    Die Mehlschwalbe kann mit relativ einfachen Mitteln gefördert werden. Zur Verbesserung des Nistplatzangebots können Starthilfen für den Nestbau oder Kunstnester angebracht werden. Um die Verschmutzung von Fassaden durch Schwalbenkot zu verhindern, werden Kotbretter unter den Nestern montiert. In künstlich angelegten Schlammpfützen finden die Schwalben geeignetes Baumaterial für ihre Nester.
    www.vogelwarte.ch/hilfe-fuer-die-mehlschwalbe

    Brutvogelatlas 2013-2016: Volkszählung aller Brutvögel der Schweiz
    Zwischen 2013 und 2016 ermittelt die Vogelwarte Sempach, wo in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein wie viele und welche Vögel brüten. Ziel dieser Zählung ist es, einen Überblick über den Zustand und den Wandel unserer Vogelwelt zu gewinnen. Weil Vögel auf vielfältige Lebensräume angewiesen sind, widerspiegelt ihre Situation diejenige der gesamten Natur und der Landschaft.
    www.vogelwarte.ch/atlas