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Die Reise in eine andere Zeit ...

Dinosaurier

Die Vorstellung, dass viele der kleinen fleischfressenden Dinosaurier aus der Vorfahrenreihe der Vögel eine Art Dunenkleid trugen, ist sehr verbreitet. So hat auch hier der Künstler dem Bambiraptor im Vordergrund ein Dunenkleid verpasst. Im Hintergrund links ein riesiger Gorgosaurier. Mit freundlicher Genehmigung von Michael Skrepnick.


Anchiornis

Rekonstruktion des krähengrossen befiederten Dinosauriers Anchiornis durch Zhao Chuang & Xing Lida. Das Fossil wurde 2008 in China gefunden und ist eine Sensation, da es sich um den ersten befiederten Dinosaurier handelt, der älter ist als Archaeopteryx. Mit freundlicher Genehmigung von Xing Xu, IVPP, Beijing.

Wir gehen davon aus, dass die Vorfahren der Vögel kleine fleischfressende Dinosaurier aus der Gruppe der Theropoden waren. Dazu gehört auch Archaeopteryx, der so genannte Urvogel aus Bayern. Er ist etwa 150 Millionen Jahre alt und trug Federn, die denen der heutigen Vögel gleichen. Aus der Zeit zuvor, in der die Federn entstanden sein müssen, nämlich in den rund 80 Millionen Jahren zwischen den ersten Dinosauriern (Trias) und Archaeopteryx (Oberer Jura), gab es bis vor kurzem keine Funde von Federvorläufern oder von Dinosauriern mit Federn. Die ältesten Funde von befiederten Dinosauriern stammten aus der Unteren Kreide aus China und sind etwa 25 Millionen Jahre jünger als Archaeopteryx. Man sprach von einem zeitlichen Paradox, weil die flugunfähigen Vorläufer des flugfähigen Archaeopteryx jünger sind als Archaeopteryx selbst.

Dieser Widerspruch ist nun beseitigt mit dem Fund eines etwa krähengrossen, langbeinigen Theropoden mit Federn an Armen und Beinen. Der neue Dinosaurier wurde Ende 2008 beschrieben, stammt aus China, heisst Anchiornis und ist etwa 155 Millionen Jahre alt und damit rund fünf Millionen Jahre älter als Archaeopteryx. Anchiornis trägt neben Konturfedern auch zwei Typen von haarartigen Filamenten, wie sie früher schon bei befiederten Dinosauriern beschrieben wurden. Diese Filamente wurden als eine Art von ursprünglichen Dunen gedeutet und bildeten das Fundament für die Theorie, dass die Konturfedern aus Dunen entstanden sind. So wie das Dunenkleid einem Vogelküken Schutz vor Kälte und Hitze bietet, könnte es auch den Dinosauriern als Isolationsschicht gedient haben. Denn mit der Entwicklung der Warmblütigkeit brauchte es eine Isolationsschicht, um die Körperwärme aufrecht zu halten. Allerdings bieten Dunen nur einen bedingten Schutz vor Kälte. Vor allem bei Wind und Wetter entwickeln sie ihre Isolationsfähigkeit nur, wenn sie überdeckt sind. So wie wir im Wind über den Pullover noch eine Windjacke anziehen, könnten die Konturfedern aus den Dunen entstanden sein und sich als Deckschicht über die Dunen gelegt haben. Als die Konturfeder einmal geformt war, könnte sie sich später im Dienste des Fluges versteift und schliesslich zur Schwungfeder entwickelt haben. Dies ist aber nur eine von mehreren Hypothesen über die Federentstehung und sie geht davon aus, dass die Feder ursprünglich der Isolation und erst später dem Flug gedient hat.

Modell der Federentwicklung

  1. Im Anfang steht eine einzige haarartige Faser.
  2. Aus einem kleinen Schaft entspringen mehrere Fasern (Dunenstadium).
  3. Der Schaft streckt sich und es entstehen Federäste, die in einer Ebene liegen.
  4. Die Federäste verzweigen sich.
  5. Die Verzweigungen verhaken sich und es entsteht eine Konturfeder mit geschlossener Federfläche.

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