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Wildtierfreundliche Landwirtschaft
Auch im Unterengadin wurde die landwirtschaftliche Nutzung in den letzten Jahren intensiviert. In welchem Mass sich die Landschaft dadurch effektiv verändert hat, und wie sich dies auf die Brutvögel ausgewirkt hat, will die Schweizerische Vogelwarte nun erforschen.
Die inneralpine Kulturlandschaft des Engadins bietet mosaikartig verflochtene, vielfältige Lebensräume und weist daher eine grosse Artenvielfalt (Flora und Fauna) auf. Gerade in offenen und halboffenen Lebensräumen der inneralpinen Täler kommt eine Gruppe von Vogelarten vor, die in der übrigen Schweiz höchstens noch in viel geringerer Dichte anzutreffen ist. Diese Lebensgemeinschaft hängt von einer nachhaltigen, weitgehend extensiven Landbewirtschaftung ab, wie sie bis vor kurzem im Engadin praktiziert wurde. Diese Bewirtschaftungsweise geriet in den letzten Jahrzehnten aus verschiedenen Gründen zunehmend unter Druck. Zumindest in landwirtschaftlichen Gunstlagen, wird die Nutzung zusehends intensiver. Das Ausmass der Auswirkungen dieser Intensivierungswelle auf Landschaft und Vogelwelt wurden zwar für das Engadin bislang nicht untersucht; es wird aber kaum bestritten, dass beispielsweise die in jüngster Zeit festgestellten Veränderungen in Verbreitungsmuster und Dichte des Engadiner Braunkehlchenbestands darauf zurückzuführen sind. Inwiefern auch andere Kulturlandvogelarten betroffen sind, ist unbekannt. Im Engadin besteht die (für den Alpenraum wohl einmalige) Gelegenheit, den Landschaftswandel seit den 1980er-Jahren grossräumig zu dokumentieren und dessen Auswirkungen auf die Kulturlandvögel darzustellen. Denn bereits in den Jahren 1987/88 wurden im gesamten Engadin zwischen Martina und Maloja 38 repräsentative Flächen bezüglich Vegetation, Strukturen, Nutzungsintensität und Brutvogelarten untersucht. Die Daten aus diesen Erhebungen dienen als Grundlage für den Vergleich.
WWF Graubünden und WWF Schweiz
Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) und Bundesamt für Umwelt (BAFU) über das Projekt "Inscunter"