Sperber kollidieren oft an Glasfronten. Dieser Vogel hatte eben einen Sperling erbeutet, bevor er selber umkam.
Erst seit der Einführung des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel 1988 geniessen endlich alle Greifvogel und Eulenarten ganzjährigen Schutz. Dank den gesetzlichen Bestimmungen und dem wachsenden Verständnis der Bevölkerung sind heute illegale Verfolgungen von Greifvögeln und Eulen in der Schweiz selten geworden – trotzdem werden immer wieder einzelne bedauerliche Übergriffe bekannt.
Entscheidende Auswirkungen auf die Greifvogel- und Eulenbestände haben Veränderungen in unserer Landschaft und die Art der Bodennutzung. So verschwanden über die letzten Jahrzehnte weite Lebensräume durch Überbauung oder sie wurden durch Verkehrsachsen zerschnitten. In ausgeräumten Landschaften ist die Jagd beispielsweise für den Sperber doppelt schwierig: Es gibt viel weniger Beutetiere und diese sind für ihn in der deckungsarmen Landschaft schwerer zu überraschen.
Zahllose Eulen wie diese Waldohreule erleiden den Strassentod. Ringfunde belegen: Bei Schleiereulen ist der Verkehr heute gar Todesursache Nummer 1.
Greifvögel und Eulen sind als Endglieder der Nahrungskette gute Gradmesser für die Umweltqualität. Zwar scheinen die Zeiten mit den höchsten Belastungen durch Umweltgifte vorbei zu sein. Doch in weiten Teilen Europas leiden der Rotmilan und andere Greifvögel noch immer unter dem Einsatz von Giften, beispielsweise für die Feldmausbekämpfung.
Durch die riesige Zahl von Fahrzeugen, Glasflächen und Drähten aller Art nahmen die technikbedingten Ausfälle langfristig stark zu. Die Statistiken der Pflegestationen zeugen von diesem Leid. Turmfalken ertrinken oft in Viehtränken und Güllebehältern. Die unzähligen Lärm- und Störungsquellen dürften auch die Jagd, insbesondere der Eulen, erschweren.
| Höchstalter | jährliche Ausfälle (%) | |||
| Art | Wildnis | Gefangenschaft | 1. Lebensjar | Altvögel |
| Schwarzmilan | 24 | 28 | 80 | 35 |
| Rotmilan | 26 | 38 | 45 | 16 |
| Bartgeier | 30 | 45 | 6 | |
| Rohrweihe | 20 | 48 | 30 | |
| Kornweihe | 18 | 62 | 30 | |
| Habicht | 19 | 19 | 60 | 20 |
| Sperber | 20 | 65 | 40 | |
| Mäusebussard | 28 | 30 | 55 | 20 |
| Steinadler | 32 | 48 | 6 | |
| Fischadler | 32 | 57 | 18 | |
| Turmfalke | 17 | 12 | 55 | 35 |
| Baumfalke | 14 | 67 | 47 | |
| Wanderfalke | 17 | 25 | 65 | 30 |
| Schleiereule | 29 | 15 | 70 | 45 |
| Zwergohreule | 6 | 12 | ||
| Uhu | 26 | 68 | 46 | 23 |
| Sperlingskauz | 6 | 7 | 27 | |
| Steinkauz | 10 | 18 | 75 | 60 |
| Waldohreule | 28 | 16 | 52 | 31 |
| Waldkauz | 21 | 27 | 50 | 25 |
| Raufusskauz | 15 | 50 | 33 | |
| Höchstalter (in Jahren) in freier Natur und in Gefangenschaft sowie Sterblichkeitsrate (in %) für Jungvögel im 1. Lebensjahr und für Altvögel. Angaben aus diversen Quellen. | ||||