Willkommen an der Schweizerischen Vogelwarte Sempach

Als gemeinnützige, durch Spenden finanzierte Stiftung engagieren wir uns mit Forschungs- und Schutz­projekten und Information für die einheimische Vogelwelt.

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Sempach 1957: Die Landschaft hat sich seit den Fünfzigerjahren stark verändert – mit ihr auch die Vogelwelt. Die Autobahn A2 wurde durch das Gebiet gebaut und viele Obstbäume wurden gefällt.

Sempach 1957: Die Landschaft hat sich seit den Fünfzigerjahren stark verändert – mit ihr auch die Vogelwelt. Die Autobahn A2 wurde durch das Gebiet gebaut und viele Obstbäume wurden gefällt.

In den Fünfzigerjahren brüteten noch Haselhuhn, Steinkauz, Wiedehopf, Dorngrasmücke und Raubwürger in der Baselbieter Gemeinde Oltingen. 30 Jahre später waren diese Arten verschwunden. Stattdessen traten Türkentaube, Wacholderdrossel und Girlitz neu auf. Auch in Horgen am Zürichsee waren bis um 1950 noch Wendehals, Braunkehlchen, Rotkopfwürger und Goldammer heimisch. Neuerdings brüten dafür Kolbenente, Rotmilan, Teichhuhn und Kolkrabe.

Solche historische Angaben über die Brutvögel liefern wichtige Grundlagen bei der heutigen Beurteilung der Situation der Avifauna in der Schweiz. Viele Arten haben nämlich bereits vor dem ersten Brutvogelatlas (1972–1976) starke Verluste erlitten. Denn die Intensivierung der Landnutzung setzte schon in den Fünfzigerjahren oder früher ein.

Mit dem neuen Projekt «Avifauna 1950» soll daher die Situation der Vogelwelt in den Fünfziger- und Sechzigerjahren dokumentiert werden. Von den rund 200 Brutvogelarten sind die Veränderungen bei etwa einem Drittel der Arten (meist seltenere) einigermassen dokumentiert, und bei einem weiteren Drittel liegen keine Indizien für grosse Veränderungen vor. Bei älteren Ornithologen ist noch viel Wissen über die Situation zu jener Zeit vorhanden. Dieses möchten wir soweit als möglich nutzen. Eine weitere Informationsquelle sind die Beobachtungsarchive der Schweizerischen Vogelwarte, die unter diesem neuen Aspekt ausgewertet worden sollen.

Meldekarte aus den Beobachtungsarchiven der Vogelwarte von 1959: Schon damals wurden Bestandsveränderungen aufmerksam verfolgt und dokumentiert. Sind Ihnen Kenner der damaligen Vogelwelt bekannt, nehmen wir entsprechende Hinweise gerne entgegen (E-Mail, Tel. 041 462 97 32).