Schwarzmilan

Milan noir - Black Kite

Milvus migrans

Schwarzmilan

© Hans Schmid



Merkmale:
wenig kleiner als der ähnliche Rotmilan; dunkelbraun (nicht rotbraun) gefärbt; weniger tief gegabelter Schwanz; wiehernd-trillernde Rufreihen; beide Geschlechter gleich.


Zugverhalten Schwarzmilan
Bestand in der Schweiz (Paare): 1200-1500 Rote Liste 2001:
nicht gefährdet
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Grösse (cm):
56
Gewicht (g):
650-950
Gelegegrösse:
2-3
Brutort:
Bäume
Brutdauer (Tage):
30
Nestlingsdauer (Tage):
42-45
Nahrung:
Fische, Aas, Abfall
Vogelgruppe:
Greifvögel
Lebensraum:
Kulturland, Seen, Fliessgewässer, Wald


Im Gegensatz zum Rotmilan bewohnt der Schwarzmilan ein riesiges Gebiet, das sich bis Madagaskar, Ostasien und Australien erstreckt. Im Winter sieht man bei uns nur Rotmilane, denn der Schwarzmilan Mitteleuropas ist ein ausgesprochener Zugvogel. Wie andere grosse Segelflieger schlägt er auf dem Zug nach Afrika vorwiegend den Weg über Gibraltar oder über den Bosporus ein, um die - nur über Land entstehenden - thermischen Aufwinde nutzen zu können. Der Schwarzmilan ist stärker ans Wasser gebunden als der Rotmilan. Sein Bestand hatte bis in die achtziger Jahre bei uns stetig zugenommen und stagniert seither. Hauptursache für diesen Anstieg war die Verschmutzung unserer Gewässer und die dadurch bedingte Zunahme seiner Beute, der Weissfische. Gerne brütet er in lockeren Kolonien, weshalb man an geeigneten Gewässern nicht selten mehrere Nester auf kleiner Fläche findet. Als gewandter Flieger greift er auf dem Wasser treibende Beute in elegantem Sturzflug, schwingt sich mit ihr in die Luft und kröpft sie dort. Er frisst mehr Aas als der Rotmilan und sucht auch die Autobahnen nach überfahrenen Tieren ab, wobei er manchmal selbst zum Opfer wird. Weil er in Südosteuropa und im Vorderen Orient seine Nahrung auch von den Strassen der Städte holt, wird er dort als Gesundheitspolizist geschätzt. Gelegentlich schmarotzt er bei anderen Greifvögeln und Reihern, die er so lange bedrängt, bis sie ihre im Kropf gespeicherte Nahrung auswürgen oder die Beute fallen lassen.