Bartgeier

Gypaète barbu - Bearded Vulture

Gypaetus barbatus

Bartgeier

© Raphaël Arlettaz



Merkmale:
Sehr grosser Greifvogel mit hellem Körpergefieder; im Vergleich zu anderen Geiern schmale, spitze Flügel, langer Keilschwanz. Jungvögel dunkelbraun mit hellerem Bauchgefieder; Geschlechter gleich.


Zugverhalten Bartgeier
Bestand in der Schweiz (Paare): 0 Rote Liste 2001:
in der Schweiz ausgestorben
Zugverhalten:
Standvogel
Grösse (cm):
110
Gewicht (g):
5000-7000
Gelegegrösse:
1-2
Brutort:
Felsnischen
Brutdauer (Tage):
55-60
Nestlingsdauer (Tage):
100-110
Nahrung:
Aas, Knochen
Vogelgruppe:
Greifvögel
Lebensraum:
Gebirge


Der Bartgeier ist mit einer Spannweite von 2,5-2,8 m ein sehr stattlicher Vogel. Er ist von Afrika bis Zentralasien verbreitet. In Südeuropa leben heute rund 140 Brutpaare, die meisten davon in den Pyrenäen. Die Alpen-Population wurde nach einer rücksichtslosen Verfolgung gegen Ende des 19. Jahrhunderts ausgelöscht. Nach einem erfolglosen ersten Aussetzungsversuch begann 1986 das Programm zur Wiedereinbürgerung des Bartgeiers in den Alpen; 152 Vögel wurden bis 2007 ausgesetzt, 26 davon seit 1991 im Schweizerischen Nationalpark. Einige dieser 152 Bartgeier starben oder mussten wieder eingefangen werden. Trotz etlicher Rückschläge verläuft das Wiederansiedlungsprojekt aber recht Erfolg versprechend. In den neunziger Jahren wurde die Art regelmässig in den Schweizer Alpen, vor allem in Graubünden und im Wallis, beobachtet, doch kam es noch zu keiner Brut. Hingegen unternahm 1996 ein Paar in Hochsavoyen F einen ersten erfolglosen Brutversuch. 1997 kam dort der erste junge Bartgeier - Phénix genannt - zum Ausfliegen. 1998 wurde auch in einem italienischen Nationalpark unweit der Schweizergrenze ein Jungvogel namens Stelvio flügge. 2007 kam es zu den ersten Bruten nach über 100 Jahren auf Schweizer Territorium - eine im Wallis, zwei in Graubünden, alle erfolgreich. Bis Ende 2007 schlüpften in Alpen 43 Junge. Der Bartgeier ist ein Nahrungsspezialist, der sich von Knochen und vom Fleisch toter Tiere ernährt. Knochen lässt er aus grösserer Höhe fallen, damit sie zersplittern, so dass er danach die proteinreichen Teile aufnehmen kann. Dank einer besonders aggressiven Magensäure kann er die Knochen auflösen und verdauen.