Rohrweihe

Busard des roseaux - Western Marsh Harrier

Circus aeruginosus

Rohrweihe

© Ludek + Dusan Boucny



Merkmale:
knapp bussardgross; vorwiegend dunkelbraun; Männchen mit gelbbrauner, braungestreifter Brust, grossen blaugrauen Flügeldecken und grauem Schwanz; Weibchen dunkelbraun mit gelblicher Färbung von Schulter, Scheitel und Kehle; beim Männchen sind im Flug die breiten grauen Flügelbinden zu erkennen; gaukelnder Flug mit V-förmig gehaltenen Flügeln.


Zugverhalten Rohrweihe
Bestand in der Schweiz (Paare): 0 Rote Liste 2001:
verletzlich
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Grösse (cm):
52
Gewicht (g):
400-800
Gelegegrösse:
4-5
Brutort:
Boden
Brutdauer (Tage):
31-38
Nestlingsdauer (Tage):
35-40
Nahrung:
Frösche, Vögel, Kleinsäuger
Vogelgruppe:
Greifvögel
Lebensraum:
Feuchtgebiete


Einen mittelgrossen Greifvogel, der im leichten Flug mit flach V-förmig gehaltenen und schlanken Flügeln und langem Schwanz über einem Feuchtgebiet jagt, erkennen geübte Ornithologen sofort als Weihe. In der Schweiz können drei verschiedene Weihenarten regelmässig beobachtet werden, wobei die Rohrweihe weitaus am häufigsten erscheint. Vor allem im September und im April ziehen jeweils Hunderte von Vögeln durch. Sie überqueren auf ihrem Zug, der in den Mittelmeerraum und nach Afrika bis südlich der Sahara führt, regelmässig auch die Alpen. So steigen die Greifvögel im Herbst bei guten Thermikverhältnissen u.U. bereits am Alpennordhang in Höhen über 2000 m auf, um dann die Alpen möglichst direkt zu überfliegen. Noch im 19. Jahrhundert brütete die Rohrweihe wahrscheinlich regelmässig in verschiedenen grösseren Feuchtgebieten der Schweiz. Wegen deren Trockenlegung und der Abnahme von möglichen Beutetieren wie Amphibien und Grossinsekten in den verbleibenden Gebieten kam es im 20. Jahrhundert zu keinen dauerhaften Ansiedlungen mehr. Die wenigen Bruten fanden meistens am Südostufer des Neuenburgersees statt. Dichte Schilfkomplexe an Seen und Sümpfen, gelegentlich auch Getreidefelder, werden als Niststandort gewählt. Zur Jagd hält sich die Rohrweihe vorwiegend an Feuchtgebiete, daneben auch an Ödland und extensiv genutztes Kulturland. Auf ihr Revier machen die Paare gewöhnlich schon im zeitigen Frühjahr durch ihre Balzflüge und Flugspiele aufmerksam. Sie begleiten diese mit lauten Rufen, waghalsigen Sturzflügen, Scheinangriffen und Überschlägen. Die Männchen rufen dabei nasal und wiederholt "ve-ö", ähnlich einem Kiebitz.