Fischadler

Balbuzard pêcheur - Osprey

Pandion haliaetus

Fischadler

© Markus Essler



Merkmale:
die weisse Unterseite hebt sich von der dunkelbraunen Oberseite ab; dunkelbrauner Seitenstreif am Kopf; lange, eher schmale, beim Flug deutlich angewinkelte Flügel; bläuliche Füsse; beide Geschlechter gleich.


Zugverhalten Fischadler
Bestand in der Schweiz (Paare): 0 Rote Liste 2001:
in der Schweiz ausgestorben
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Grösse (cm):
55
Gewicht (g):
1200-2050
Gelegegrösse:
2-3
Brutort:
Bäume, Strommasten
Brutdauer (Tage):
37
Nestlingsdauer (Tage):
44-59
Nahrung:
Fische
Vogelgruppe:
Greifvögel
Lebensraum:
Seen, Fliessgewässer


Im 19. Jahrhundert soll der Fischadler im Mittelland zwischen Neuenburger- und Bodensee da und dort gebrütet haben. Zu dieser Zeit wurden die Tiere aber gezielt verfolgt. Insbesondere durch den wiederholten Abschuss an den Horsten wurde der Fischadler in kurzer Zeit ausgerottet, wobei ihm offenbar die ausgeprägte Nesttreue zum Verhängnis wurde. Die letzte Brut fand 1911 am Rhein statt. Dort wurden noch bis 1915 bauende, aber nicht mehr brütende Tiere beobachtet. Seither treten Fischadler bei uns nur noch auf dem Durchzug auf. Sie ziehen im September und Anfang Oktober in ihre afrikanischen Winterquartiere und kommen im April zurück. Dasselbe Schicksal wie in der Schweiz ereilte den Fischadler auch in Österreich, Ungarn sowie in weiten Teilen Deutschlands. Deshalb ist das heutige Brutgebiet vor allem auf Nord- und Osteuropa beschränkt. Dort werden klare und fischreiche Flüsse, Seen und Teiche in bewaldeten Gebieten der Niederungen besiedelt. Seit der Greifvogel in den Siebzigerjahren unter Schutz gestellt wurde, nehmen die Bestände jedoch fast überall wieder langsam zu; es ist in den letzten Jahren bereits verschiedentlich zu spontanen Ansiedlungen in West- und Mitteleuropa gekommen. Der Fischadler ernährt sich hauptsächlich von Fischen, wobei solche mit einem Gewicht von 150 bis 350 g bevorzugt werden. Sie werden im spektakulären Sturzflug aus dem langsamem Suchflug oder direkt von einer Warte aus erbeutet. Die Adler tauchen mit 30 bis 70 km/h ein und bleiben bis eine Sekunde lang unter Wasser. Sind die Fischadler erfolgreich, werden die Fische kopfvoran abtransportiert und auf einem Pfahl oder kahlen Baumästen gekröpft.