Turmfalke

Faucon crécerelle - Common Kestrel

Falco tinnunculus

Turmfalke

© Pascal Engler



Merkmale:
ziegelrote Oberseite; spitze Flügel und langer Schwanz; beim Männchen sind Kopf, Bürzel und Schwanz blaugrau, Schwanz am Ende mit schwarzer Binde; beim Weibchen ist der Schwanz gestreift und hat ebenfalls eine schwarze Binde; kennzeichnender Rüttelflug.


Zugverhalten Turmfalke
Bestand in der Schweiz (Paare): 3000-5000 Rote Liste 2001:
potenziell gefährdet
Zugverhalten:
Kurzstreckenzieher
Grösse (cm):
34
Gewicht (g):
190-300
Gelegegrösse:
4-6
Brutort:
Felsnischen, Gebäude, Bäume
Brutdauer (Tage):
27-31
Nestlingsdauer (Tage):
27-30
Nahrung:
Kleinsäuger
Vogelgruppe:
Greifvögel
Lebensraum:
Kulturland, Siedlungen, Gebirge


Der Turmfalke ist in der Schweiz weit verbreitet. An seinen Lebensraum stellt der gerngesehene Mäusejäger keine allzugrossen Ansprüche, nur muss er offen sein und Nistmöglichkeiten bieten. Man findet ihn deshalb sowohl in der Ebene wie auch in den Alpen. Manchmal brütet er sogar mitten in Grossstädten. Auf der Jagd begibt er sich mitunter in Höhen bis über 3000 m, Horste wurden bis auf 2850 m gefunden. Während der Turmfalke in Südeuropa und Nordafrika gerne in Kolonien brütet, die mehrere Dutzend Brutpaare umfassen können, nisten in der Schweiz in der Regel nur Einzelpaare. Als Horst bezieht er vielfach ein altes Krähennest auf einem einzelstehenden Baum, eine Nische in einer Felswand oder in einem Gebäude. Gern benutzt er auch speziell für ihn hergerichtete Nistkästen, etwa an Feldscheunen. Typisch für den Turmfalken ist seine auffällige Jagdweise: Er fliegt über ein Feld, stellt sich plötzlich gegen den Wind und verharrt dank seinem Rüttelflug während einiger Zeit an der gleichen Stelle, von der aus er nach Mäusen Ausschau halten kann. Sein schrilles "Kie-kie-kie-kie" hört man meist nur, wenn die Vögel miteinander spielen oder das Männchen beim Balzen das Weibchen jagt, Gelegentlich stellt sich das Männchen gegen den Wind, stösst dann auf das Weibchen zu, das auf einem Busch sitzt, berührt es fast und fliegt wieder hoch. Dieses Schauspiel wiederholt sich mehrmals. Der Turmfalke wurde in den Niederungen seit den sechziger Jahren wesentlich seltener. Dies wurde mit der Modernisierung der Landwirtschaft in Verbindung gebracht: sie hatte raschwüchsigere, dichterstehende Kulturen und damit schlechter bejagbare Flächen und eine geringere Beutetierdichte zur Folge. In den letzten Jahren hat der Turmfalke jedoch wieder etwas Terrain gut gemacht.