Merkmale:
brauner Rücken, weisse Unterseite mit breitem schwarzen Halsband; schwarzes Band hinter dem Auge und auf der weissen Stirn, gelber Lidring; die weisse Flügelbinde des Sandregenpfeifers fehlt ihm; beide Geschlechter gleich.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 100-120 | Rote Liste 2001:
verletzlich |
Zugverhalten:
Langstreckenzieher |
| Grösse (cm):
15 |
Gewicht (g):
30-50 |
Gelegegrösse:
4 |
| Brutort:
Boden |
Brutdauer (Tage):
24-25 |
Nestlingsdauer (Tage):
24-27 |
| Nahrung:
Insekten, Würmer |
Vogelgruppe:
Watvögel |
Lebensraum:
Kiesflächen an Fliessgewässern, Kiesgruben |
Der gut sperlingsgrosse Flussregenpfeifer ist ein ungewöhnlich gut getarnter Vogel. Sein Lebensraum sind Kies-, Schotter- und Sandbänke an natürlich fliessenden Flüssen. Ein nicht unbedeutender Teil der heutigen Population brütet jedoch auch in Kiesgruben. Auf solchen vegetationsarmen Flächen sind sowohl die Altvögel selber wie auch ihr Gelege und ihre Dunenjungen für ungeübte Augen kaum auszumachen. Kommt ein Mensch oder ein Raubfeind ihren Jungen zu nah, geben die Altvögel hingegen ihre Tarnung plötzlich aus. Sie fliegen vor den Eindringling, stellen sich flügellahm und geben auffällige Rufe von sich. Die Vögel ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich und locken den Eindringling von den Jungen weg. Dieses Verhalten nennt man Verleiten. Der Flussregenpfeifer kann erstaunlich schnell rennen. Die Beine werden bei einem Spurt über eine Kiesfläche so rasch bewegt, dass sie kaum zu erkennen sind. Seine Beute - Insekten, Spinnen, Krustentiere und Würmer - ortet der Vogel in der Regel optisch. Gelegentlich kann man jedoch auch beobachten, wie ein Flussregenpfeifer energisch auf dem Sand oder Schlamm herumtrampelt und so seine Beute aus deren Schlupfwinkeln aufscheucht. Der Bestand dieses Watvogels ist zwar seit den Siebzigerjahren eher angestiegen und es hat diverse Neuansiedlungen gegeben, dennoch bleibt er klein und verletzlich. Zudem fallen viele Bruten Störungen durch Freizeitaktivitäten, der Kiesausbeutung und dem Hochwasser zum Opfer. Auch sind viele Brutplätze oft nur kurzfristig für den Flussregenpfeifer geeignet, weil sie ohne Gegenmassnahmen rasch zu überwuchern beginnen.
