Merkmale:
graubraun, mit langen Beinen und sehr langem, abwärts gebogenem Schnabel; weisser Bürzel; grösser als Regenbrachvogel und ohne gestreiften Scheitel; unverkennbarer, melodiöser Ruf; beide Geschlechter gleich.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 1-4 (2004) | Rote Liste 2001:
vom Aussterben bedroht |
Zugverhalten:
Teilzieher |
| Grösse (cm):
55 |
Gewicht (g):
575-950 |
Gelegegrösse:
4 |
| Brutort:
Boden |
Brutdauer (Tage):
27-29 |
Nestlingsdauer (Tage):
32-38 |
| Nahrung:
Insekten, Würmer |
Vogelgruppe:
Watvögel |
Lebensraum:
Feuchtgebiete |
Das waren Zeiten, als das melancholische Flöten und die schellenartigen Triller des Grossen Brachvogels noch über unseren Mooren und Feuchtwiesen zu hören waren. Schon im 19.Jahrhundert dürften mit den damaligen Meliorationen viele Brutplätze vernichtet worden sein. Der Rückgang setzte sich im 20. Jahrhundert verstärkt fort. 1975 gab es noch etwa 15 Brutpaare, seit der Jahrtausendwende gibt es nicht einmal mehr in jedem Jahr Brutversuche. Da dieselbe Entwicklung für weite Teile Mitteleuropas zutrifft und da unsere letzten Paare wohl schon seit Jahren nicht mehr erfolgreich Junge hoch brachten, sind die Prognosen mehr als düster. Unser Land ist für Vögel, die solche Flächenansprüche haben und solche Lebensraumqualitäten vorfinden müssen wie der Grosse Brachvogel, zu klein und zu unwirtlich geworden. Sie finden die nötige Ruhe nirgends mehr. Zudem gefährdet die hohe Fuchsdichte die Bodenbrüter. Der Grosse Brachvogel ist die grösste europäische Watvogelart: Er erreicht die Körpergrösse einer schlanken Ente und hat einen auffälligen, bis zu 15 cm langen Schnabel. Mit ihm sucht er sich seine Nahrung zusammen, die vorwiegend aus Insekten, Würmern, Spinnen, Krusten- und Weichtieren besteht. Bei den Jungvögeln ist der Schnabel anfänglich gerade. Erst im Alter von etwa drei Wochen beginnt er sich langsam nach unten zu krümmen. Der Grosse Brachvogel hat in Nord- und Osteuropa glücklicherweise noch starke Populationen. Aus ihnen dürften die Durchzügler und Wintergäste stammen, die bei uns noch in grösserer Zahl zu sehen sind. Regelmässig benutzte Winterquartiere befinden sich am Bodensee und am Zürcher Obersee.
