Merkmale:
mittelgrosse Eule; goldbraune bis fast rein weisse Unterseite; silbergraue Oberseite; der herzförmige Gesichtsschleier ist weiss; Geschlechter ähnlich; verschiedene heisere und schnarrende Rufe.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 1000-2500 (2007) | Rote Liste 2001:
potenziell gefährdet |
Zugverhalten:
Standvogel |
| Grösse (cm):
34 |
Gewicht (g):
290-460 |
Gelegegrösse:
4-11 |
| Brutort:
Gebäude |
Brutdauer (Tage):
33 |
Nestlingsdauer (Tage):
63-84 |
| Nahrung:
Kleinsäuger, Vögel |
Vogelgruppe:
Eulen |
Lebensraum:
Kulturland, Siedlungen |
Nachts, im Scheinwerferlicht eines Autos, wirkt die Schleiereule geisterhaft weiss. In Wirklichkeit ist nur die Unterseite mehr oder weniger weiss, während die Oberseite goldbraun gefärbt ist. Beim Jagen verlässt sie sich nicht nur auf ihren Gesichtssinn. Sie kann in stockdunkler Nacht ihre Beute auch nach dem Gehör anpeilen: Weil ihre Ohren asymmetrisch liegen, hört sie Laute auf einem Ohr um Sekundenbruchteile früher als auf dem anderen und kann so ihre Beute auch beim leisesten Geräusch orten. Sie erbeutet oft die gern zirpenden Spitzmäuse, die ihres üblen Geruchs wegen von Fuchs, Katze und Wiesel gemieden werden. Die Eule stürzt sich fast lautlos auf ihre Beute. Ihr Schrei - ein lang anhaltendes und plötzlich verstummendes Gekreisch - ist jedoch deutlich zu hören. Schleiereulen legen ihre Eier auf Haufen ausgewürgter Gewölle aus unverdauten Haaren, Federn und Knochen von Beutetieren. Die Knochenreste darin liefern reichere und vollständigere Angaben über Verbreitung und Siedlungsdichte von Kleinsäugern als ein noch so grosser Einsatz von Fallen. Sogar vormals unbekannte Säugetiere sind aus solchen Gewöllen beschrieben worden. In der Schweiz ist ihre Verbreitung weitgehend auf das Mittelland beschränkt. Die Bestandsdichte variiert entsprechend dem Angebot von Mäusen - von Jahr zu Jahr stark. Die Schleiereulenbestände profitierten auch von der Folge von milden Wintern seit Mitte der achtziger Jahre. In kalten, schneereichen Wintern sind die Ausfälle hingegen hoch, weil die Art wenig Fettreserven bilden kann.
