Merkmale:
gut spatzengross; schlank, graubraunes, rindenartiges Tarngefieder, oben gesprenkelt und mit dunklem Rückenstreif, unten quergewellt; beide Geschlechter gleich.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 2000-3000 | Rote Liste 2001:
verletzlich |
Zugverhalten:
Langstreckenzieher |
| Grösse (cm):
16 |
Gewicht (g):
30-45 |
Gelegegrösse:
7-10 |
| Brutort:
Baumhöhlen |
Brutdauer (Tage):
12-14 |
Nestlingsdauer (Tage):
18-22 |
| Nahrung:
Insekten |
Vogelgruppe:
Spechte |
Lebensraum:
Obstgärten, Kulturland, Siedlungen |
Der Wendehals ist gut sperlingsgross. Mit seiner graubraunen, fein quer- und längsgestrichelten Färbung verfügt er über ein ausgezeichnetes Tarngefieder. Man könnte ihn für ein Stück Rinde oder gar für ein Reptil halten! Der in Europa und Asien weit verbreitete Wendehals ist der Zugvogel unter den Spechten. Er fliegt im August/September ins tropische Afrika und kehrt ab Ende März zu uns zurück. Hier besiedelt er Obstgärten, Gärten und Parks, Rebgelände und lichte Wälder. Der Bestand ging über die letzten Jahrzehnte stark zurück. Es braucht heute schon eine ziemliche Portion Glück, wenn man auf der Alpennordseite ein Revier eines Wendehals-Paares aufstöbern kann. Regelmässiger ist die Verbreitung im Wallis, im Tessin sowie stellenweise in Graubünden. Als Gründe für den Rückgang vermutet man in erster Linie das Verschwinden geeigneter Lebensräume und Nahrungsmangel. Als Nahrungsspezialist, der sich hauptsächlich von Wiesenameisen und deren Entwicklungsstadien ernährt, hat der Wendehals heutzutage Mühe, genügend Futter zu finden. Die meisten Wiesen werden heute stark gedüngt und häufig geschnitten. Damit ist der Pflanzenwuchs zu dicht und zu eintönig, die Ameisen haben zu wenig besonnte Stellen und ihrerseits keinen günstigen Lebensraum. Gleich nach seiner Ankunft verrät sich der Wendehals durch seinen oft ausdauernd vorgetragenen Ruf, ein nasales "gigigigigi". Bei der Balz verneigen sich beide Vögel gegenseitig, breiten Flügel und Schwanz aus und plustern das Kopf- und Halsgefieder auf. Wendehälse zimmern keine eigenen Bruthöhlen. Sie übernehmen eine Baumhöhle oder einen Nistkasten. Nistmaterial wird keines eingetragen. Die heranwachsenden jungen Wendehälse zeigen ein eigenartiges Abwehrverhalten. Sie recken bei Gefahr ihre Hälse und ziehen sie wieder heftig ein, drehen die Köpfe, plustern sich auf und zischen wie Schlangen. Offenbar gelingt es ihnen damit häufig, Nesträuber zu vertreiben.
