Alpenkrähe

Crave à bec rouge - Red-billed Chough

Pyrrhocorax pyrrhocorax

Alpenkrähe

© Siegrist + Zuber



Merkmale:
leuchtend roter, längerer und mehr gebogener Schnabel als Alpendohle, bei jungen Alpenkrähen orangefarben.


Zugverhalten Alpenkrähe
Bestand in der Schweiz (Paare): 40-60 Rote Liste 2001:
stark gefährdet
Zugverhalten:
Standvogel
Grösse (cm):
40
Gewicht (g):
280-360
Gelegegrösse:
3-5
Brutort:
Felsnischen
Brutdauer (Tage):
17-18
Nestlingsdauer (Tage):
38
Nahrung:
Insekten, Spinnen
Vogelgruppe:
Singvögel Rabenvögel
Lebensraum:
Gebirge


Die Alpenkrähe besitzt im Gegensatz zum gelben, kurzen Schnabel der Alpendohle einen roten, der länger und abwärts gebogen ist. Sie kommt heute nur noch in etwa 50 Paaren im Wallis vor. Einige Tiere werden vereinzelt auch in den angrenzenden Kantonen Bern und Waadt beobachtet, wo sie aber nicht zur Brut schreiten. Ihr Bestand scheint konstant zu bleiben und steht in Verbindung mit den Populationen im Aostatal und den Savoyer Alpen. Im 19. und 20. Jahrhundert ist die Alpenkrähe aus weitgehend unbekannten Gründen aus verschiedenen Regionen der Alpen verschwunden: So war sie früher noch in den Churfirsten und bis in die 1960er Jahre in Graubünden verbreitet. Sie zählt deshalb zu den stark bedrohten Brutvögeln. Im restlichen Europa liegen ihre Verbreitungsschwerpunkte im Mittelmeerraum und an den Felsküsten von der Bretagne bis nach Schottland. Die Brutplätze liegen auf Simsen und in Klüften von Felswänden, in Höhen zwischen 1600 und 3000 m. Bestimmte Neststandorte können lange Zeit hintereinander benutzt werden. Die Paare bleiben sich ihr Leben lang treu, und das Weibchen wird das ganze Jahr vom Partner zusätzlich mit Futter versorgt. Nur beim Tod eines Partners kommt es zu einer Neuverpaarung. Bei der Nahrungssuche stochert sie auf kurzrasigen Alpweiden und wendet kleine Steine und Blätter, um Insekten und andere Kleintiere aufzunehmen. Sobald im Winter Schnee liegt, sind die Tiere gezwungen, die wenigen windgefegten Kreten aufzusuchen oder jeden Tag zu den Wiesen am Rande von Siedlungen hinabzufliegen. Obwohl Alpenkrähe und Alpendohle im Wallis zusammen vorkommen, werden sie nur selten in gemischten Trupps angetroffen.