Mauerläufer

Tichodrome échelette - Wallcreeper

Tichodroma muraria

Mauerläufer

© Eugène Hüttenmoser



Merkmale:
felsgrau; rote Flügel, die beim Flattern weisse Flecken zeigen; Schnabel lang, dünn, gebogen; pfeift dünn "tih", "tiü", "itie" usw.; Männchen mit schwarzer Kehle.


Zugverhalten Mauerläufer
Bestand in der Schweiz (Paare): 500-1000 Rote Liste 2001:
nicht gefährdet
Zugverhalten:
Stand- und Strichvoge
Grösse (cm):
16
Gewicht (g):
15-20
Gelegegrösse:
3-5
Brutort:
Felsnischen
Brutdauer (Tage):
18-20
Nestlingsdauer (Tage):
21-26
Nahrung:
Insekten, Spinnen
Vogelgruppe:
Singvögel
Lebensraum:
Gebirge, Felsen


Wer einen Mauerläufer entdeckt, der flatternd und rüttelnd an senkrechter Felswand emporklettert, ist von seiner Anmut und Schönheit entzückt. Beim ruckartigen Spreizen der rot aufleuchtenden breiten Flügeln gleicht er einem Schmetterling oder, wie man ihn auch genannt hat, einer fliegenden Alpenrose. Dieser reine Felsbewohner gewinnt noch an Reiz, weil er sich nur an schwer zugänglichen Stellen aufhält und den Bergsteigern vertrauter ist als den meisten Ornithologen. Der Mauerläufer bewohnt die Gebirge des mittleren Europas und Asiens vom Himalaja bis Nordspanien. In der Schweiz nistet er vor allem im Alpenraum sowie an einigen Stellen im Jura. Zwar bewohnt er in erster Linie Felsen zwischen 900 und 2000 m, doch brütet er gelegentlich bis in Höhen von 3000 m. Da er zugleich aber auch an tief gelegenen Stellen unseres Landes schon als Brutvogel in Erscheinung getreten ist (beispielsweise am Schloss Chillon), kann er nicht als reiner Hochgebirgsvogel betrachtet werden. Als Brutfelsen benötigt der Mauerläufer senkrechte, meist etwas feuchte Wände. Nach der Brutzeit streifen viele von ihnen umher und begeben sich dabei mitunter in höchste Lagen, so konnte er schon am höchsten Schweizer Berg, an der Dufourspitze auf 4500 m, nachgewiesen werden. Später im Herbst gelangen Mauerläufer auch ins Mittelland hinaus und können dann beispielsweise gelegentlich am Berner Münster beobachtet werden.