Merkmale:
braunes Gefieder mit rotbraunem Schwanz; helle Unterseite; weissliche Kehle; beide Geschlechter gleich; laut vorgetragener melodischer und abwechslungsreicher Gesang.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 2000-2500 | Rote Liste 2001:
potenziell gefährdet |
Zugverhalten:
Langstreckenzieher |
| Grösse (cm):
16 |
Gewicht (g):
18-27 |
Gelegegrösse:
4-5 |
| Brutort:
Boden, Gebüsch |
Brutdauer (Tage):
14 |
Nestlingsdauer (Tage):
13-14 |
| Nahrung:
Insekten, Spinnen |
Vogelgruppe:
Singvögel Drosseln |
Lebensraum:
Gebüschwald |
Nachtigallen leben im Verborgenen, und sie machen sich in der Regel nur durch ihren klangvollen Gesang bemerkbar. Der schlicht gefärbte Vogel ist verbreiteter als man im allgemeinen annimmt, denn zahlreiche Paare brüten entlang den grossen Flussläufen und Seen des Mittellandes. Besonders häufig ist die Nachtigall in Teilen des Tessins, im Wallis und in der Genferseegegend. In Auenwäldern mit viel Unterholz und in dichtem Ufergebüsch fühlt sie sich wohl. Trotz ihres Namens singt die Nachtigall auch tagsüber. Ihr kunstvolles Lied kommt allerdings am besten zur Geltung, wenn die Männchen in der Abendstille um die Wette singen. Sie locken damit die Weibchen an, die mehrere Tage nach den Männchen aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückgekehrt sind. Tagsüber singen Männchen auch, um ihr Revier zu verteidigen. Der Gesang der Nachtigall zeichnet sich durch seine Klangfülle, seine Vielseitigkeit und seine Kraft aus. Er setzt sich aus rauen und flüssigen Tonfolgen zusammen, die rasch wiederholt werden. Dazu gehören auch ein sehr lautes "Tschuck-tschuck-tschuck" und ein zartes "Pju", das langsam in ein Crescendo übergeht. Zu den Rufen der Nachtigall zählen weiter ein weiches "Huit", ein hartes "Teck-teck" und zwei Warnrufe: das schimpfende "Karr" und das heisere "Tschäh". Beim Balzen hebt und senkt das Männchen den gefächerten Schwanz, schlägt mit den Flügeln und streckt den Kopf nach unten, bis es mit dem Schnabel einen Punkt erreicht hat, der tiefer als sein Standort liegt.
