Drosselrohrsänger
Rousserolle turdoïde - Great Reed Warbler
Acrocephalus arundinaceus
© Siegrist + Zuber
Merkmale:
oben braun, unten beigeweiss, deutlicher heller Überaugenstreif; grösste Rohrsängerart; schlanker, aber kräftiger Schnabel.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 200-250 | Rote Liste 2001:
verletzlich |
Zugverhalten:
Langstreckenzieher |
| Grösse (cm):
19 |
Gewicht (g):
25-37 |
Gelegegrösse:
4-6 |
| Brutort:
Schilf |
Brutdauer (Tage):
14-15 |
Nestlingsdauer (Tage):
12-14 |
| Nahrung:
Insekten |
Vogelgruppe:
Singvögel Grasmücken |
Lebensraum:
Feuchtgebiete |
Wenn aus dichten und überschwemmten Schilfbeständen ein lautstarkes und oft wiederholtes "karre-karre kriit kriit ..." vernommen werden kann, weiss das geübte Ohr schnell, dass hier ein Drosselrohrsänger-Männchen sein Revier markiert. Tatsächlich ist der Gesang mit seinen knarrenden Lauten und einigen höheren Klängen unverkennbar. Mit etwas Geduld kann der Sänger auf seiner Singwarte entdeckt werden, die meist auffällig im hohen Schilf liegt. Der Vogel selbst ist eher unscheinbar bräunlich gezeichnet und ähnelt dadurch stark dem Teichrohrsänger. Das beste Merkmal ist denn auch seine Grösse, die jene eines Stars erreicht. Nach der Rückkehr aus dem afrikanischen Überwinterungsgebiet im Mai beginnen die Männchen sofort, um die Weibchen zu buhlen. Bei dieser Art kann es auch zu Polygamie kommen, d.h. es brütet ein Männchen mit mehreren Weibchen. Jene Männchen, die möglichst früh am Brutplatz eintreffen, haben die grössten Chancen, mehrere Weibchen anzulocken. Für den Nestbau ist das Weibchen verantwortlich. Das Nest wird meist kunstvoll zwischen einigen Schilfhalmen angelegt und erreicht schliesslich die Form eines Korbes. Sein oberster Rand ist jedoch nach innen gebogen, damit die Eier auch bei starkem Wind nicht hinausfallen können. Da sich die Reviere meist am seeseitigen Rand des Röhrichtgürtels befinden, ist der Drosselrohrsänger gleich mehreren Konflikten ausgesetzt: Einerseits hat das Schilfsterben und die Zerstörung von Feuchtgebieten den Schilfgürtel vielerorts verkleinert. Andererseits führt der Erholungsbetrieb und Wassersport zu viel mehr Störungen. Dadurch ist der Bestand in vielen Gebieten stark zurückgegangen.
