Nachtreiher

Bihoreau gris - Black-crowned Night Heron

Nycticorax nycticorax

Nachtreiher

© Siegrist + Zuber



Merkmale:
Altvögel oben schwarz mit grauen Flügeln und weissen Schmuckfedern am Hinterkopf, unten hell; Jungvögel braun, oben hell gefleckt, unten dunkel gestreift.


Zugverhalten Nachtreiher
Bestand in der Schweiz (Paare): 0-1 Rote Liste 2001:
stark gefährdet
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Grösse (cm):
60
Gewicht (g):
500-700
Gelegegrösse:
3-5
Brutort:
Bäume
Brutdauer (Tage):
21-22
Nestlingsdauer (Tage):
40-50
Nahrung:
Fische
Vogelgruppe:
Schreitvögel
Lebensraum:
Feuchtgebiete


Der Nachtreiher unterscheidet sich in mancher Hinsicht von anderen Reihern. Einerseits ist er - wie der Name andeutet - vorwiegend in der Dämmerung und der Nacht aktiv. Tagsüber ruhen die Tiere in der Ufervegetation. In Südeuropa, wo die Art stellenweise sehr grosse Brutkolonien auf den Bäumen bildet, beginnt mit den letzten Sonnenstrahlen der imposante Abflug. Die Tiere fliegen dann zu ihren Jagdrevieren an Flüssen, Kanälen und Teichen und legen teilweise mehrere Kilometer zurück. Dabei sind auch die rauen und nasalen Rufe "quack" oder "wack" zu hören, was der Art den holländischen Namen "Kwak" eingebracht hat. Andererseits hat der Nachtreiher einen auffallend kurzen Hals, weshalb er im Flug recht kompakt erscheint. Die erwachsenen Vögel sind etwa so gross wie ein Mäusebussard und weisen eine kontrastreiche Zeichnung auf: Kopf und Rücken sind schwarz, der Rest ist hellgrau gefärbt. Zur Brutzeit besitzen sie im Nacken zwei bis drei aufrichtbare weisse Schmuckfedern. Junge Vögel zeigen dagegen ein dunkelbraunes Gefieder mit vielen weissen Flecken. Mit Ausnahme Australiens ist der Nachtreiher weltweit verbreitet. Die europäischen Tiere sind Zugvögel und überwintern im tropischen Afrika. In der Schweiz kam es bisher nur zu wenigen Bruten. 1967 bis 1970 wurden im Altwassergebiet der Aare bei Biel und 1971 in der Broyeebene einige erfolgreiche Brutpaare festgestellt. Erst 1994 gab es am Südostufer des Neuenburgersees erneut Hinweise auf eine Brut. Allerdings werden zwischen Ende Mai und Mitte Juli regelmässig Nachtreiher in Feuchtgebieten beobachtet, die als Brutgebiet in Frage kämen. Dabei handelt es sich aber grösstenteils um durchziehende oder umherstreifende, mehrheitlich jüngere Vögel.