Dorngrasmücke

Fauvette grisette - Common Whitethroat

Sylvia communis

Dorngrasmücke

© Jean-Daniel Houriet



Merkmale:
Kopfkappe des Männchens im Sommer grau, beim Weibchen graubraun; weisse Kehle; ohne die dunklen Ohrdecken der Klappergrasmücke; Flügel beider Geschlechter kastanienbraun; Weibchen etwas matter gefärbt.


Zugverhalten Dorngrasmücke
Bestand in der Schweiz (Paare): 1000-2000 Rote Liste 2001:
verletzlich
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Grösse (cm):
14
Gewicht (g):
12-18
Gelegegrösse:
3-5
Brutort:
Gebüsch
Brutdauer (Tage):
12
Nestlingsdauer (Tage):
9-13
Nahrung:
Insekten
Vogelgruppe:
Singvögel Grasmücken
Lebensraum:
Hecken, Kiesgruben


Die Dorngrasmücke lebt nicht so versteckt und ist nicht so scheu wie mancher andere Singvogel. In voller Grösse zeigt sich das Männchen auf der Spitze eines Busches und singt sein kurzes, aber melodisches Lied. Nach der Ankunft grenzt der Vogel sofort sein Revier ab und paart sich oft schon mit dem ersten Weibchen, das in seiner Nähe auftaucht. Bei der recht heftigen Balz folgt das Männchen mit einem Grashalm im Schnabel in dichtem Abstand dem Weibchen, auf das es plötzlich, in einen kurzen Gesang ausbrechend, wie zum Angriff stürzt. Das Weibchen springt mit gespreizten Flügeln und gefächertem Schwanz das Männchen an und weicht erst im letzten Moment aus. Um diese Zeit beginnt das Männchen an Spielnestern zu bauen, oft an dreien nebeneinander, von denen es keines fertigstellt. Diese Aufgabe übernimmt das Weibchen. Der Ruf der Dorngrasmücke ist ein raues "Tschörr", ein hartes "Täck" oder auch ein gedämpftes "Wädwädwäd". Als Brutvogel trifft man die Dorngrasmücke in erster Linie in den Tieflagen des Mittellandes, in grösseren Alpentälern (vor allem im Wallis) und seltener auch im Jura. Ende der Sechzigerjahre ging ihr Bestand drastisch zurück, was man mit der damaligen Dürre der Sahelzone - ihrem bevorzugten Überwinterungsgebiet - in Verbindung bringt. Er hat sich in der Zwischenzeit kaum erholen können; immerhin hat die Dorngrasmücke in den letzten Jahren von den ökologischen Ausgleichsmassnahmen in der Landwirtschaft profitieren und verschiedene Gebiete wieder besiedeln können.