Alpenbraunelle

Accenteur alpin - Alpine Accentor

Prunella collaris

Alpenbraunelle

© Christoph Meier-Zwicky



Merkmale:
lerchengross mit graubrauner, kräftig längsgestreifter Oberseite; weisse, schwarz punktierte Kehle, Schnabelbasis gelb; grauer Bauch; Körperseiten deutlich rostbraun gestreift; Spitzen der Schwanzfedern weiss; beide Geschlechter gleich; bewegt sich hüpfend fort.


Zugverhalten Alpenbraunelle
Bestand in der Schweiz (Paare): 15'000-20'000 Rote Liste 2001:
nicht gefährdet
Zugverhalten:
Teilzieher
Grösse (cm):
18
Gewicht (g):
25-35
Gelegegrösse:
3-5
Brutort:
Felsnische, Boden
Brutdauer (Tage):
13-14
Nestlingsdauer (Tage):
16
Nahrung:
Insekten, Spinnen
Vogelgruppe:
Singvögel
Lebensraum:
Gebirge


In den Felsregionen der Alpen und Voralpen wird man durch ein trällerndes "Trrlit" und mehr noch im Frühling durch anhaltenden, laut zwitschernden, lerchenartigen Gesang auf die Alpenbraunelle aufmerksam. Meist sitzt der Sänger auf einem Felsen, nicht selten steigt er aber auch zu einem kurzen Singflug auf. Der ausgesprochene Bodenvogel ist in seinem schlichten Gefieder sonst schwer zu entdecken. Im Spätsommer wird die Alpenbraunelle noch unauffälliger. Da sie dann gleichzeitig mehrere Schwingen mausert und im Fliegen behindert ist, hält sie sich mit Vorliebe unter Felsüberhängen, in Schründen und Halbhöhlen in Deckung, bis die Mauser beendet ist. Dieser kleine Singvogel ist in seiner Verbreitung nicht etwa auf den Alpenraum beschränkt, sondern kommt in vielen Gebirgen von Nordwestafrika bis nach Ostasien vor. In der Schweiz brütet er meist in Höhenlagen zwischen 1800 und 3000 m, selten tiefer. Die Alpenbraunelle liebt Blockfelder und felsiges Gelände, sucht ihre Nahrung aber auch auf den blumenreichen alpinen Rasen. Ausserhalb der Brutzeit streift die gesellige Alpenbraunelle meist in kleineren Trupps umher. Sie ist dank ihrem recht kräftigen Körperbau sehr winterhart und kann auch in der kältesten Jahreszeit in Höhen bis zu 2500 m ausharren. Dabei sucht sie gerne die Nähe des Menschen auf, denn gerade in Skigebieten und Bergdörfern fallen für die genügsame Alpenbraunelle oft einige Brosamen ab. Nach starken Schneefällen erscheint sie mitunter in Steinbrüchen oder Kiesgruben in den Niederungen, kehrt aber nach kurzer Zeit wieder ins Gebirge zurück.