Merkmale:
grösste europäische Wildgans, recht schwer gebaut; Gefieder grau-braun; kräftiger oranger Schnabel; rosafarbene Beine; im Flug auffallend heller Vorderflügel; grauer Bürzel; dunkle Schwanzbinde; Geschlechter gleich.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 15-25 (2004) | Rote Liste 2001:
nicht beurteilt |
Zugverhalten:
Wintergast |
| Grösse (cm):
80 |
Gewicht (g):
2900-3700 |
Gelegegrösse:
4-6 |
| Brutort:
Boden |
Brutdauer (Tage):
27-28 |
Nestlingsdauer (Tage):
50-60 |
| Nahrung:
Pflanzen |
Vogelgruppe:
Entenvögel |
Lebensraum:
Seen, Wiesen und Äcker |
Die Graugans ist die Ursprungsform unserer Hausgänse. Da das Fleisch als sehr schmackhaft galt, die Federn für Kissen und als Schreibzeug dienten und da die Haltung und Zucht der Gänse einfach war, wurden diese schon seit vielen Jahrhunderten als Haustiere geschätzt. In der Schweiz brütet die Graugans erst seit den achtziger Jahren. Zwar befindet sich unser Land nur unweit der Südgrenze des Brutareals, doch gab es zuvor nie verbürgte Bruten. Die heute bei uns brütenden rund 20 Graugans-Paare gehen wahrscheinlich sämtliche alle auf unbewilligte Aussetzungen zurück. Solche Ansiedlungsversuche sind problematisch: Die Vögel haben keine natürliche scheu, sorgen z.B. in Strandbädern für unliebsame Verschmutzungen und können Schäden in landwirtschaftlichen Kulturen verursachen. Gänse brüten zeitig im Jahr und legen 4-8 Eier. Diese werden ausschliesslich vom Weibchen vier Wochen lang bebrütet. Auf dem Wasser führt immer das Weibchen die Familie an. Das Männchen folgt zuhinterst und verteidigt die Jungen nötigenfalls sehr aggressiv. Nach etwa acht Wochen sind die Jungen flugfähig, doch bleibt die Familie noch monatelang beisammen. Das Paar hält lebenslänglich zusammen - im Gegensatz etwa zu den Enten, die höchstens eine sogenannte Saisonehe führen. Im Oktober beginnt der Zug der Graugänse, der in nordischen Ländern sehr eindrücklich sein kann und der auch mit der Geschichte von Nils Holgersson bekannt wurde. Die Graugans zieht am weitesten südwärts. Regelmässig überwintern auch mehrere hundert Graugänse in der Schweiz, hauptsächlich in der Gegend des Murtensees.
