Merkmale:
Erpel mit orangerotem, buschig dickem Kopf und korallenrotem Schnabel, Hals und Unterseite schwarz; Ente bräunlich mit weissgrauen Wangen, die sich scharf von der dunklen Kopfplatte abheben, Schnabel dunkelgrau; ruft knarrend "körr".
| Bestand in der Schweiz (Paare): 100-200 (2004) | Rote Liste 2001:
stark gefährdet |
Zugverhalten:
Teilzieher, Wintergast |
| Grösse (cm):
56 |
Gewicht (g):
400-600 |
Gelegegrösse:
8-11 |
| Brutort:
Boden |
Brutdauer (Tage):
26-28 |
Nestlingsdauer (Tage):
45-50 |
| Nahrung:
Pflanzen |
Vogelgruppe:
Entenvögel |
Lebensraum:
Seen, Fliessgewässer |
Mit dem leuchtend roten Schnabel und dem orangefarbenen Kopf wirken die Männchen der Kolbenente recht exotisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südwest- und Mitteleuropa bis in die Mongolei. Die südwest-mitteleuropäische Population ist allerdings mit rund 50000 Ex. recht klein; sie hat ihren Schwerpunkt in Spanien. Die Kolbenente wurde erstmals 1919 am Bodensee als Brutvogel nachgewiesen, wo sie sich seither gut etabliert hat. Ab den sechziger Jahren brütete sie am Zürichsee, nach 1975 auch am Vierwaldstätter-, Thuner-, Neuenburger- und Genfersee. Vereinzelte Bruten gab es auch an anderen Gewässern, doch gingen diese möglicherweise auf entflogene oder ausgesetzte Vögel zurück, ist die Kolbenente doch ein beliebter Parkvogel. 1993-96 konnten pro Jahr durchschnittlich 35 Familien gefunden werden. Seither ist die Zahl der Bruten stark angestiegen. Die Kolbenente brütet an stehenden und langsam fliessenden Gewässern mit dichter Ufer- und reichlicher Unterwasservegetation. Sie schätzt Gewässerteile mit ausgedehnten Rasen von Armleuchteralgen. Das Zugverhalten hat sich im Laufe der Zeit verändert: So ist die Zahl der Überwinterer in der Schweiz von wenigen hundert in den siebziger und achtziger Jahren auf über 20000-25000 Ex. In den Wintern 2002/03-2006/07 hochgeschnellt. Man vermutet dabei einen Zusammenhang mit der Dürre in Spanien und mit der starken Vermehrung der Armleuchteralgen bei uns. Im Winter können z.B. in der Luzerner Seebucht, am Neuenburger- und am Bodensee grosse Konzentrationen beobachtet werden.
