Reiherente

Fuligule morillon - Tufted Duck

Aythya fuligula

Reiherente

© Jean-Marc Fivat



Merkmale:
am Hinterkopf des Erpels hängt ein Federbusch herab, seine weisse Brust sticht vom sonst dunkeln Gefieder ab; im Schlichtkleid (Juni bis August) ähnelt er, wenn auch etwas dunkler gefärbt, der Ente, die einen kleineren Federbusch hat; beide zeigen im Flug die weissen Flügelbinden.


Zugverhalten Reiherente
Bestand in der Schweiz (Paare): 100-200 (2004) Rote Liste 2001:
potenziell gefährdet
Zugverhalten:
Teilzieher, Wintergast
Grösse (cm):
43
Gewicht (g):
550-900
Gelegegrösse:
6-14
Brutort:
Boden
Brutdauer (Tage):
24
Nestlingsdauer (Tage):
45-50
Nahrung:
Muscheln, Insekten
Vogelgruppe:
Entenvögel
Lebensraum:
Seen, Fliessgewässer


Reiherenten haben sich in Mitteleuropa auf ähnliche Weise verbreitet wie Tafelenten. Allerdings drangen sie noch schneller nach Westen vor und besiedelten in kurzer Zeit ganz Grossbritannien und die Niederlande. In der Schweiz konnte die Reiherente erstmals 1958 als Brutvogel nachgewiesen werden. Seither ist sie von Jahr zu Jahr etwas häufiger geworden und brütet an immer mehr Gewässern. Es ist zu erwarten, dass der Bestand von aktuell 150 Paaren weiter zunehmen wird. Im Winter findet man die Reiherente in grosser Zahl an eisfreien Gewässern, denn viele Gäste aus dem Norden und Osten verbringen die kalte Jahreszeit in Mitteleuropa. So zählten die Ornithologen in den letzten Jahren jeweils zwischen 150´000 und 200´000 Reiherenten auf den Gewässern der Schweiz. Damit ist sie unsere häufigste Entenart geworden. Die geselligen Vögel nisten (in Einzelpaaren oder in Kolonien) am Ufer von Seen und Weihern, wo sie in Schilf, Brennesseln und anderem Bewuchs Schutz finden. Sie tauchen tiefer als Tafelenten und ziehen tierische Nahrung vor, bei uns besonders die Wandermuschel, die sich erst in den letzten Jahren von Osteuropa nach Grossbritannien verbreitete und als Nahrungsquelle vielleicht das Vordringen der Reiherente ermöglichte. In der Schweiz ist die Wandermuschel erst in den sechziger Jahren heimisch geworden, was zu einer deutlichen Zunahme der Reiherente als Wintergast geführt hat. Bei dem unkomplizierten Balzzeremoniell lehnt der Erpel den schönen Haubenkopf zurück und lockt die Ente mit sehr zarten Pfeiftönen. Diese taucht mehrmals den Schnabel ins Wasser und gibt einen heiser knarrenden Ruf von sich.