Ringsortiment
» Interview Hannes von Hirschheydt



Was ist Beringung?

Die Beringung von Vögeln steht im Dienste von Wissenschaft und Naturschutz. Bei der Beringung werden Vögel mit Aluminiumringen individuell gekennzeichnet. Wird ein beringter Vogel oder ein Vogelring später wiedergefunden, erhält man dadurch Angaben zu Zugrouten, Winterquartieren, Ortstreue, Lebenserwartung, Todesursachen und Verwandtschaftsverhältnissen von Vogelbeständen.

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Wozu Beringung?


  • Dank der Beringung wissen wir, wohin die Zugvögel ziehen. Von den meisten Arten sind heute die Herkunfts- und Zielgebiete sowie die Zugrouten bekannt.
    Reiherenten Verbreitung Reiherenten
    Beispiel Reiherente

  • Dank der Beringung kennen wir die Gefahren, denen freilebende Vögel ausgesetzt sind.
    Weissstorch Elektrische Freileitungen stellen für Weissstörche die grösste Gefahr dar.


  • Dank der Beringung hat man die Höchstalter der freilebenden Vögel bestimmen können.

  • Dank der Beringung wird der anonyme Vogel zu einem für die Verhaltensforschung erkennbaren Individuum mit einem persönlichen Lebensweg.

  • Dank der Beringung erfahren wir, wo sich Jungvögel später als Erwachsene niederlassen.
    Schleiereule Verbreitung Schleiereule
    Junge Schleiereulen wandern nach dem Selbstständigwerden in alle Himmelsrichtungen aus.

  • Dank der Beringung lassen sich Ein- und Auswanderung, Bruterfolg und Sterblichkeit von Vogelbeständen messen und erklären.
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Wie funktioniert die Beringung?


Beringter Star

Bei der Beringung wird dem Vogel ein sehr leichter Aluminiumring ans Bein gelegt. Der Ring trägt eine individuelle Nummer und den Namen der nationalen Beringungszentrale (in der Schweiz also SEMPACH HELVETIA). Der Beringer notiert diese Nummer zusammen mit weiteren Angaben wie Art, Alter, Geschlecht, Datum, Flügellänge oder Gewicht des Vogels auf einer Liste, die dann an die Beringungszentrale der Schweizerischen Vogelwarte Sempach eingeschickt wird.

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Was tun mit einem gefundenen Vogelring?

Haben Sie einen Ring oder einen beringten Vogel gefunden?

Bitte melden Sie uns diesen Fund schriftlich mit Angabe von Datum, Fundort (Gemeinde und Kanton) und natürlich der Ringnummer. Schicken Sie uns nach Möglichkeit auch den Vogel und den Ring, wir senden Ihnen dann die Informationen, die wir zum Ring haben. Und vergessen Sie Ihren Namen, Ihre Adresse und die Telefonnummer nicht.

Einsenden an:
Schweizerische Vogelwarte
Beringungszentrale
CH-6204 Sempach

» Falls Sie dafür keine Zeit haben, füllen Sie bitte dieses Formular vollständig aus. [ top ]





Vogelberingung in der Schweiz

In der Schweiz gibt es 230 Beringerinnen und Beringer mit einer Spezialausbildung und einer vom Bund ausgestellten Bewilligung. Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 90'000 Vögel beringt. [ top ]





Die Schweizerische Beringungszentrale

CH - Ring

Im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundes führt die Schweizerische Vogelwarte Sempach die nationale Beringungszentrale. Ihre Aufgaben umfassen die Betreuung und Unterstützung der Beringer, die Beurteilung von Projekten und Antragstellung ans Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft für Bewilligungen, die Administration des Beringungswesens, den Unterhalt der Ringfunddatenbank, die Vertretung bei EURING (Europäische Vereinigung für Vogelberingung) und die Auswertungen von Beringungsdaten.

Kontakte: ,
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Internationale Zusammenarbeit

Vögel halten sich nicht an Landesgrenzen. Für die Erforschung vieler Aspekte des Vogellebens ist daher eine internationale Zusammenarbeit unerlässlich. Die Beringungszentralen der verschiedenen Länder arbeiten eng zusammen und tauschen Ringfunddaten untereinander aus. Alle europäischen Beringungszentralen sind heute Mitglied von EURING, der europäischen Vereinigung für die wissenschaftliche Vogelberingung, die in Thetford (Grossbritannien) eine zentrale Datenbank mit mehr als einer Million Ringfunden führt. EURING sorgt für europaweit einheitliche Standards bei der Beringung und koordiniert grosse internationale Forschungsprojekte.[ top ]



Geschichte der Vogelberingung

Der dänische Lehrer und Vogelkundler Hans Christian Cornelius Mortensen erkannte als Erster das grosse Potenzial der individuellen Markierung von wildlebenden Vögeln. 1899 begann er Aluminiumringe systematisch zu verwenden und beringte 165 Stare. Das Jahr 1899 gilt somit als Anfang der Vogelberingung. Seither wurden allein in Europa etwa 135 Millionen Vögel beringt. Die individuelle Kennzeichnung von Vögeln mit Aluminiumringen hat die Vogelkunde, insbesondere die Erforschung des Vogelzugs revolutioniert.[ top ]