Inhalt ![]() Dank der Förderung mit künstlichen Nisthilfen erholen sich die Bestände des Wiedehopfs im Wallis gut. Die Förderung wurde jetzt auch auf Graubünden und die Côte vaudoise ausgeweitet. «Zum Kuckuck!» Wo sind unsere Vögel?Eine Landschaft ohne Vögel ist ein trostloser Anblick. Akzeptabel ist er nur als Blickfang der Ausstellung im Natur-Museum Luzern, mit der wir an die kritische Situation der heimischen Vogelwelt erinnern: 80 der 200 Brutvogelarten der Schweiz sind bedroht. Aufklärung tut Not, denn die grüne Landschaft erweckt allzu oft den falschen Eindruck einer heilen Welt. Ohne griffige Schutzmassnahmen würden sich viele Vogelarten bald aus unserem Land verabschieden. Die gezielte Förderung der 50 Prioritätsarten ist dringend und daher Schwerpunkt der Arbeit, die wir zusammen mit unserer Partnerorganisation Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und mit Unterstützung des Bundesamtes für Umwelt BAFU leisten. Ein gutes Dutzend Vogelarten profitiert bereits von dem im Jahr 2003 gestarteten Programm. [ top ]
Der Mittelspecht ist auf alte Eichen angewiesen. Licht in den dunklen WaldDer grosse Holzvorrat, der Mangel an lichten Stellen und damit verbunden das Fehlen von Licht und Wärme ist heute das grösste Problem der Vogelwelt im Wald. Entschärfen könnte man es mit einer stärkeren Holznutzung. Die vermehrte Verwendung des Rohstoffes Holz aus Schweizer Wäldern ist auch aus anderen Gründen sinnvoll. Entscheidend ist, dabei nicht zu undifferenzierten und grossflächigen Holzschlägen überzugehen, die langfristig wieder zu ausgedehnten gleichaltrigen und daher eintönigen Beständen führen. Vielmehr ist eine ausgewogene Mischung aus allen Entwicklungsstufen des Waldes anzustreben. Dazu gehört auch ein genügend grosses Angebot an Altholzbeständen, welche von der Bewirtschaftung ausgenommen sind und langfristig in die Stadien der Alters- und Zerfallsphasen übergehen können. Um dies zu erreichen, braucht es eine entsprechende waldbauliche Planung. Wir haben dafür praktische Grundlagen und konkrete Empfehlungen erarbeitet, die den Förstern bei der täglichen Arbeit helfen sollen, die Vielfalt im Wald zu vergrössern. Ein ausgewogenes Nebeneinander verschiedenster Waldformen erfüllt die Bedürfnisse der Vögel im Wald am besten und macht den Wald gleichzeitig zu einem attraktiven Erholungsraum. [ top ]
Das Leben kehrt in die Waldbrandfläche zurück, reicher und farbenfroher als zuvor. 13 Paare des Steinrötels haben das Gebiet spontan besiedelt. Neues Leben nach WaldbrandAm 13. August 2003 brannte im Wallis oberhalb von Leuk ein Bestand mit Föhren, Fichten und Lärchen von ca. 300 Hektar Fläche nieder. Verkohlte Baumstämme prägen heute das Bild und wirken auf uns alles andere als einladend. Deshalb haben wir drei Jahre später untersucht, welche Vögel noch im Gebiet vorkommen. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Wir fanden 401 Reviere von 44 Vogelarten, darunter bedrohte Arten wie Wendehals, Heidelerche und Steinrötel. Mit 59 Revieren am häufigsten war der Gartenrotschwanz, der normalerweise lichte Wälder und Obstgärten bewohnt. In der Waldbrandfläche findet er in den stehen gebliebenen Stämmen Nisthöhlen und am Boden reichlich Insekten, die sich dank der Besonnung gut entwickeln. Mit forstlichen Eingriffen lassen sich kleinräumig offene Strukturen im Wald schaffen, wie sie die unkontrollierte Kraft des Feuers gebracht hat. Die Waldbrandfläche von Leuk beweist, dass die Vogelwelt schnell und gut auf mehr Licht im Wald anspricht. [ top ]
Je niedriger und lückiger die Grasnarbe ist, desto besser kann der Gartenrotschwanz - hier ein Männchen - darin nach Insekten jagen. Mut zur LückeNicht das absolute Nahrungsangebot ist für einen Insekten fressenden Singvogel entscheidend, sondern das erreichbare. In Obstgärten in der Nordwestschweiz testete Nicolas Martinez daher, wie stark der Gartenrotschwanz bei der Nahrungssuche auf lückige Vegetation angewiesen ist. Besetzte Reviere wiesen deutlich mehr lückige Vegetation auf als unbesetzte Kontrollflächen. Besonders wichtig sind kleine, offene Bodenstrukturen wie Mergelwege und spärlich bewachsene Böschungen. Der Gartenrotschwanz jagte in der lückigen Bodenvegetation fünfmal häufiger als im dichten Gras, selbst wenn sich dort mehr Insekten aufhielten. Aus der Studie resultieren praktische Tipps für die Förderung des Gartenrotschwanzes: Mergel- und Graswege nicht asphaltieren, Mahd zeitlich staffeln, Weiden unter den Obstbäumen extensiv nutzen, einige über die ganze Wiese verteilte quadratmetergrosse Flecken von der Grasnarbe befreien. [ top ]
Mit speziellen Niströhren, Buntbrachen, Altgrasstreifen, extensiven Weiden und der Pflanzung von Hochstamm-Obstbäumen wird der Steinkauz gefördert. Auf Einwanderer angewiesenIm Alter von 3-4 Monaten müssen junge Steinkäuze das Revier ihrer Eltern verlassen. Sie wandern ab und suchen sich einen Partner und ein eigenes Revier. Der Nachwuchs trägt also wenig zur Stärkung des lokalen Bestands bei. Umso wichtiger ist es, dass junge Käuze aus der Umgebung einwandern, um die Verluste auszugleichen und gleichzeitig für Blutauffrischung zu sorgen, wie eine unserer Studien belegt. Ein Vergleich von vier Steinkauz-Populationen aus Genf, Basel, Göppingen und Friedrichshafen bestätigte diesen Sachverhalt. Das System funktioniert demnach, so lange die einzelnen Bestände nicht zu weit auseinander liegen. Auf diese Weise können die abwandernden Jungen benachbarte Vorkommen verstärken. In der Schweiz existiert der Steinkauz aber nur noch in kleinen, voneinander weitgehend isolierten Vorkommen. Daher sollen diese mit benachbarten Populationen in Frankreich und Süddeutschland vernetzt werden. Unsere Partner im nahen Ausland und der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz haben sich dieser Aufgabe angenommen. Mit Erfolg: Der Bestand zwischen Kaiserstuhl und Ajoie hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. [ top ]
Die häufige Mahd der Wiesen und der massive Rückgang an Insekten belasten das Braunkehlchen doppelt. Vermäht werden oder verhungern?Hat es das Braunkehlchen nicht schon schwer genug? Da der kleine Singvogel in Wiesen nistet, fallen viele seiner Bruten der Mahd zum Opfer. Unsere neuste Studie zeigt jetzt, dass die Braunkehlchen zusätzlich unter Nahrungsmangel leiden. Zusammen mit der Universität Bern verglichen wir das Insektenangebot und die Nestlingsnahrung in intensiv und in traditionell bewirtschafteten Wiesen des Unterengadins. In Intensivwiesen gibt es deutlich weniger Insekten. Zudem ist die Vielfalt geringer, und winzige, für die Fütterung wenig ergiebige Insekten herrschen vor. Nestlinge in den Intensivwiesen bekamen weniger Futter als jene in den extensiven Wiesen. Folglich war auch der Bruterfolg in Intensivwiesen geringer als in traditionellen Heuwiesen. In den Intensivwiesen bleibt das Schnittgut nicht mehr liegen, sondern wird in Fahrsilos gepackt. Darin verschwinden auch Abertausende von Insekten. Mit jedem Grasschnitt reduzieren sich die Vielfalt und Menge an Insekten weiter. Eine wildtierfreundlichere Berglandwirtschaft ist das Gebot der Zeit. [ top ]
Juraweiden wie diese, mit vielfältiger Bodenvegetation und durchsetzt mit Steinen, die den Männchen als Singwarten dienen, bilden für die Heidelerche einen idealen Lebensraum. Bedrohte SängerinDie unscheinbare Heidelerche ist eine Meistersängerin. Sie kann verschiedenste Gesangsmotive nachahmen und in ihren eigenen Gesang einflechten. Doch die Stimmvirtuosin ist selten geworden. Bei Erhebungen im ganzen Jura fanden wir in den letzten beiden Jahren nur noch 113 Reviere. 116 Standorte, die um 1980 noch besiedelt waren, sind heute verwaist. Insbesondere hat die Heidelerche praktisch alle Gebiete unterhalb von 1100 m ü.M. aufgegeben. Zu schaffen macht der Heidelerche speziell die Düngung der Magerwiesen. Sie führt dazu, dass sich die Vegetation so verdichtet und verändert, dass der Singvogel darin kein Auskommen mehr findet. Wir setzen uns daher dafür ein, dass die für die Heidelerche überlebenswichtige extensive Beweidung der Jurahöhen beibehalten wird. [ top ]
Der erschöpfte Teichrohrsänger hat sich auf der Tasse des Sempacher Vogelzugforschers niedergelassen.
Der Graureiher rastet im Schatten einer Akazie mitten in der Wüste. Singvögel überqueren die Sahara in Etappen2000 km Wüste müssen die Singvögel auf dem Weg von Europa nach Afrika und zurück überqueren. Bislang ging man davon aus, dass sie diese Strecke ohne Zwischenlandung bewältigen. In unserem Forschungsprojekt in der mauretanischen Sahara haben wir stichhaltige Belege dafür gefunden, dass ziehende Singvögel tagsüber Pausen einlegen. Mit Radargeräten beobachteten die Sempacher Forscher, wie die nachts einzeln ziehenden Vögel bei Sonnenuntergang in die Höhe stiegen. Sobald die Sonne aufging, landeten die Tiere, um tagsüber in der Wüste im Schatten eines vertrockneten Grasbüschels oder eines Steins zu ruhen. Die rastenden Vögel nahmen weder Nahrung noch Wasser zu sich. Auf diese Weise brauchen kleine Singvögel drei bis fünf Nachtetappen, um die Sahara zu überqueren. [ top ]
So kennt man Bruno Bruderer: Voller Elan schreitet er voran, um die Vogelzugforschung weiter zu bringen. Vogelzugforscher am ZielMit dem Sahara-Projekt der Vogelwarte hat Prof. Dr. Bruno Bruderer seine beispiellose Karriere abgeschlossen. 40 Jahre widmete er sich der Erforschung des Vogelzugs. Die Frage, wie Zugvögel es schaffen, grosse Hindernisse wie Gebirge, Meere und Wüsten zu überfliegen, zieht sich als roter Faden durch seine Forschungsprojekte. Den Vogelzug über die Alpen untersuchte er in der Schweiz, jene über das Mittelmeer in Spanien und Israel und jenen über die Wüste in der mauretanischen Sahara. Immer gelangten dabei ausgemusterte Radargeräte der Schweizer Armee zum Einsatz. Bruno Bruderer und sein Team rüsteten sie zu modernen Forschungsinstrumenten auf, um damit die Zugvögel am Nachthimmel zu beobachten. Bruno Bruderer ist ein international renommierter Forscher, der seine Arbeit auch
in den Dienst der einheimischen Vogelwelt stellte. Er verfasste die erste Rote
Liste der gefährdeten Vogelarten der Schweiz, engagierte sich als Hochschullehrer
in der Ausbildung von Studierenden und begeisterte in seinen Vorträgen ein
grosses Publikum für das Naturphänomen des Vogelzugs. Ende 2006 ging
er in Pension. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach dankt ihrem früheren
wissenschaftlichen Leiter für seinen unermüdlichen und von Erfolg gekrönten
Einsatz und wünscht ihm weiterhin alles Gute.
Nach den Vergiftungen bleibt zu hoffen, dass die Dohlenkolonie auf Schloss Hallwyl wieder zur alten Stärke heranwächst. Bis letztes Jahr war das Wasserschloss der bedeutendste Brutplatz der Dohle in der Schweiz. Dohlensterben auf Schloss HallwylAufmerksame Vogelfreunde alarmierten uns am 22. Juni 2006, dass beim Schloss Hallwyl in Seengen im Kanton Aargau Dohlen «im Minutentakt von den Bäumen fallen». Sechs der eiligst eingesammelten Vögel konnten wir durch Magenspülung retten, die meisten aber gingen zu Grunde. Die Todesursache liessen wir durch die Universität Lausanne untersuchen, die ein Insektengift nachweisen konnte. Damit wurde offenbar versucht, Krähen zu vergiften. Obwohl auch die Polizei der Sache intensiv nachging, konnte der Verursacher leider nicht überführt werden. Anfänglich ging man von 60 toten Vögeln aus, das wirkliche Ausmass zeigte
sich jedoch erst diesen Frühling. Beim Schloss halten sich nur noch gut 100
Vögel auf, vor einem Jahr waren es noch 224. Ein empfindlicher Verlust für
den kleinen Schweizer Bestand von rund 1000 Paaren!
Tagzieher wie dieser Zwergadler (rechts) weichen Hindernissen meist problemlos aus. Die meisten Zugvögel sind aber nachts unterwegs.
Stretto di Messina: Brücke als TückeViele Zugvögel meiden wenn immer möglich das offene Meer und überqueren
es an Meerengen. Dort verdichtet sich im Frühling und Herbst der Vogelzug
zu eindrücklichen Ansammlungen. Eine dieser bevorzugten Zugrouten führt
von Sizilien nach Kalabrien aufs italienische Festland. Dort plant der italienische
Staat eine 5070 m lange Brücke mit bis zu 383 m hohen Türmen. Da die
meisten Zugvögel nachts unterwegs sind, stellt ein Bauwerk von solchen Dimensionen
ein erhebliches Kollisionsrisiko dar. Wir wurden beauftragt, den Vogelzug über
der Strasse von Messina zahlenmässig zu erfassen. Vom 3. April bis zum 15.
Mai 2006 untersuchten wir mit unserem Radargerät den Vogelzug im Bereich
der geplanten Brücke. Der imposante Greifvogelzug mit Tausenden von Wespenbussarden prägte den Tagzug. Nachts gab es sehr starken Singvogelzug mit durchschnittlich
2500 Vögeln pro Stunde und Kilometer. Da Nachtzieher bei Nebel von Licht
angezogen werden, empfehlen wir der Bauherrschaft, die Beleuchtung auf das notwendige
Minimum zu beschränken. Um aber die Brücke deutlich sichtbar zu machen
und damit Kollisionen auf ein Minimum zu reduzieren, schlagen wir weiter vor,
die gesamte Konstruktion mit einem Licht reflektierenden Anstrich zu versehen.
Der Rhein bei Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen ist eines der wichtigsten Winterquartiere der Schellente (links ein Weibchen) im Binnenland. 40 Jahre WasservogelzählungEines der grössten Überwachungsprojekte in der Tierwelt feiert Geburtstag: Seit 1967 zählen Tausende von Freiwilligen jeweils Mitte Januar in ganz Europa die Wasservögel. In der Schweiz werden so jedes Jahr eine halbe Million Enten, Taucher und Möwen registriert. Unsere Seen und Flüssen zählen europaweit zu ihren wichtigsten Winterdestinationen. Mitte Januar lassen sich die Wasservögel besonders gut erfassen, denn sie haben sich auf den eisfreien Flüssen und Seen zu grossen Schwärmen zusammengefunden. Zur Brutzeit sind sie dagegen kaum zählbar, weil sie sich dann auf unzählige Gewässer in den schwer zugänglichen Weiten Skandinaviens und Russlands verteilen. Die Wasservogelzählungen lieferten die Basis für die Inventare der Wasservogelgebiete von internationaler und nationaler Bedeutung in der Schweiz. Die wichtigsten davon wurden vom Bund zu Reservaten erklärt. Der Schutz der Wasservögel hat in der Schweiz einen hohen Stand erreicht - die überwinternden Wasservögel danken es mit stabilen bis steigenden Beständen. [ top ]
Die Vogelwelt im Auge
Das Bundesinventar der Wasser- und Zugvogelreservate enthält 10 Reservate von internationaler (rot) und 18 von nationaler (gelb) Bedeutung.
Der Gesamtbestand aller Wasservögel im Januar in der Schweiz hat sich positiv entwickelt (dunkel: Wasservögel, hell: Möwen). An den von uns koordinierten Zählungen der Wasservögel beteiligen sich über 300 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Betrachten wir alle unsere Projekte, an denen Freiwillige mitwirken, kommt gar die stolze Zahl von gut 1200 Ehrenamtlichen zustande. Sie führen im Frühling die standardisierten Erhebungen der häufigen Brutvögel durch. 267 übers ganze Land verteilte, je einen Quadratkilometer grosse Flächen werden bearbeitet. Sie betreuen und kontrollieren die Kolonien von Flussseeschwalben, Alpenseglern, Uferschwalben und Dohlen. Sie fördern Weissstörche, Turmfalken, Schleiereulen und Waldkäuze und beringen sie am Nest. Im Herbst beringen sie Abertausende von Zugvögeln, um mehr über deren Zugwege und Winterquartiere in Erfahrung zu bringen. Ohne ihre Mitarbeit wäre eine regelmässige und flächendeckende Überwachung der einheimischen Vogelwelt undenkbar! Für ihren enormen Einsatz möchten wir uns auch an dieser Stelle sehr herzlich bedanken. [ top ]
Das Leben von Dr. Alfred Schifferli war untrennbar mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach verbunden. Im Gedenken an Dr. Alfred SchifferliAm 19. März 2007 ist in Sempach Dr. Alfred Schifferli 95-jährig gestorben. Vier Jahrzehnte war er Leiter der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und entwickelte sie von einem ehrenamtlichen Einmannbetrieb zu einem eigenständigen, im In- und Ausland anerkannten Institut für Vogelkunde und Vogelschutz. Alfred Schifferli übernahm 1934 nach dem frühen Tode seines Vaters im Alter von 22 Jahren die Leitung der Vogelwarte, die zehn Jahre zuvor als Beringungszentrale zur Erforschung des Vogelzugs im Alpenraum gegründet worden war. Alfred Schifferli arbeitete bei der Beringung mit Freiwilligen aus der ganzen Schweiz zusammen. Die Ergebnisse der vogelkundlichen Untersuchungen veröffentlichte er nicht nur in Fachzeitschriften, sondern informierte auch in den Medien und in Vorträgen über Besonderheiten der einheimischen Vogelwelt. Damit weckte er das Interesse der Bevölkerung und machte die Vogelwarte im ganzen Land bekannt. Seither decken unzählige grosse und kleine Spenden aus der Bevölkerung einen wesentlichen Teil der Betriebsausgaben und sichern dem Institut die Unabhängigkeit. Nach Abschluss seines letzten grossen Projekts, des Verbreitungsatlas der Vögel der Schweiz, zog sich Alfred Schifferli aus dem Berufsleben zurück und wurde wieder zum ehrenamtlichen Mitarbeiter der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. [ top ]
Ein herzliches DankeschönDie Schweizerische Vogelwarte Sempach wird von etwa 200'000 Gönnerinnen und Gönnern sowie von 45'000 Mitgliedern der «Gemeinschaft der Freunde der Vogelwarte» unterstützt. Rund 70'000 Personen beziehen den Vogelkalender, den wir gemeinsam mit Pro Natura herausgeben. Die Vogelwarte wird auch testamentarisch bedacht, vonMenschen, die langfristig bewahren möchten, was ihnen zu Lebzeiten wichtig war: Eine artenreiche Vogelwelt in intakter Natur. Allen Freunden, Gönnern, Partnern und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die unsere Arbeit ideell, materiell oder mit ihrem Einsatz konkret unterstützen, danken wir herzlich für ihr Engagement! » Das Männchen der Bartmeise turnt geschickt im Schilf umher. In der Schweiz brütet die Art erst seit 1971, insbesondere in den ausgedehnten Schilfzonen am Ufer des Neuenburgersees, wo sie aber nur schwer zu entdecken ist. Viel leichter lässt sich der attraktive Singvogel in der grossen Voliere der Vogelwarte in Sempach beobachten. [ top ]Beratung bei ErbschaftenDie Regelung des Nachlasses ist eine persönliche Angelegenheit. Wenn Sie
mit Ihrem letzten Willen der Vogelwelt zu neuem Leben verhelfen möchten
und dazu Fragen haben, wenden Sie sich an:
PartnerschaftenWir sind dankbar für die Zusammenarbeit mit zahlreichen Institutionen. Universitäten im Inund Ausland, zielverwandte Organisationen, Förster und Landwirte sind unsere Partner in den verschiedenen Projekten. Der Schweizerische Nationalfonds SNF stellt Beträge für die Grundlagenforschung zur Verfügung. Stiftungen, Amtsstellen und Sponsoren leisten wesentliche Beiträge zur Finanzierung unserer vielfältigen Aktivitäten. Sie alle namentlich aufzuführen, würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Stellvertretend sei die Zusammenarbeit mit den Universitäten hervorgehoben, denen wir erstklassige Forschungsprojekte verdanken. Ende 2006 konnten gleich drei unserer Doktoranden aus Basel und Zürich ihre Arbeiten abschliessen. Den jungen Forschern gratulieren wir herzlich zu ihren Erfolgen. Martin Grüebler klärte, wie Rauchschwalben mit zwei Bruten pro Jahr ihre Zeit einteilen, die für eine optimale Betreuung beider Bruten eigentlich zu kurz ist. Heiko Schmaljohann erforschte die Strategien der Zugvögel bei der Überquerung der Sahara. Dominik Thiel untersuchte, welchen Einfluss menschliche Störungen auf das Verhalten und auf den Stoffwechsel des Auerhuhns haben. [ top ]![]()
FinanzenDie Jahresrechnung 2006 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 600 413 Franken ab. Wir sind in der glücklichen Lage, diese Mittel für wichtige ausserordentliche Projekte verwenden zu können. Die anhaltend hohe und keineswegs selbstverständliche Unterstützung bei den Sammelaktionen und die grosszügigen Legate trugen zum erfreulichen Abschluss bei. Entscheidend ist aber auch die gute Ausgabendisziplin im gesamten Institut. Die Kontrollstelle Balmer-Etienne AG Luzern hat im Auftrag des Stiftungsrates
Geschäftsführung und Buchführung geprüft und als einwandfrei
bewertet. Auf Wunsch schicken wir Ihnen gerne die ausführliche Jahresrechnung
2006 zu. Sie können diese auch im Menüpunkt Jahresrechnung abrufen. Die Vogelwarte hat langfristige Aufgaben und gleichzeitig eine soziale Verpflichtung als Arbeitgeberin. Sie verfügt aber nicht über garantierte Einnahmen. Sie ist daher zur Überbrückung von Schwankungen auf eine gewisse Reserve angewiesen. Diese wird risikoarm und nach ökologischen Kriterien angelegt. ![]() Die Schweizerische Vogelwarte Sempach trägt das von der Stiftung ZEWO verliehene Gütesiegel für gemeinnützige Institutionen. Mit strengen Auflagen gewährleistet die ZEWO die verantwortungsbewusste und effiziente Verwendung der Spendengelder. [ top ] |