ZieleDer Kiebitz nimmt in ganz Europa ab. Dies wird hauptsächlich auf die moderne Landwirtschaft zurückgeführt. In der Agrarlandschaft schlüpfen nämlich so wenige Gelege von Bodenbrütern, und es sterben so viele ihrer Küken, bevor sie flügge sind, dass der eigene Nachwuchs die Sterblichkeit der Brutvögel nicht auszugleichen vermag. VorgehenSeit 2005 testet die Schweizerische Vogelwarte Sempach in Zusammenarbeit mit den lokalen Landwirten Schutzmassnahmen für den Kiebitz in der Ebene von Wauwil, wo eine traditionsreiche Brutkolonie von gegenwärtig 15-25 Paaren lebt. Vereinbarungen mit den Bewirtschaftern sollen die Zerstörung der Kiebitzbruten durch die Landwirtschaft verhindern. Zum Schutz vor Prädatoren werden Felder mit Kiebitznestern mit einem Elektrozaun umgeben. Im weiteren versuchen wir, in der Nestumgebung ein geeignetes Mosaik aus kurzrasigen Feuchtgebieten zu schaffen, damit die Familien nach dem Schlüpfen der Küken in geeigneten Habitaten aufwachsen und überleben können. Als Erfolgskontrolle werden Brutbestand und Schlüpferfolg dokumentiert, durch Radiotelemetrie die Überlebensraten der Jungen bis ins flügge Alter überwacht und die Todesursachen ermittelt. BedeutungDie im Wauwilermoos gewonnenen Erfahrungen werden zeigen, ob und wie der Kiebitz als bodenbrütende Vogelart der offenen, mehrheitlich intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft durch angepasste Massnahmen gefördert werden kann. Damit soll dem Kiebitz auch in anderen Regionen zum Aufschwung verholfen werden. Ergebnisse2005 bis 2008 konnten Gelegeverluste dank dem Entgegenkommen der Bauern weitgehend verhindert werden. Durch Einzäunen der Brutkolonie wurden vor allem nachtaktive Raubtiere ferngehalten. Von 91 eingezäunten Kiebitzgelegen fielen 9% Prädatoren zum Opfer. Von 22 nicht eingezäunten Nestern verschwanden 46%. Dank dem erfolgreichen Nesterschutz vor Landwirtschaft und Prädation schlüpften 2005 bis 2008 zwei Drittel von 111 Gelegen. Ohne Nesterschutz gehen mehr als die Hälfte der Bodenbruten verloren. ProjektleitungPartnerBundesamt für Umwelt BAFU Finanzielle UnterstützungBertold Suhner-Stiftung PublikationenSchifferli, L., R. Spaar & A. Koller (2006): |