Die Schweizerische Avifaunistische Kommission (SAK) ist völlig unabhängig von anderen Organisationen. Sie ist Mitglied der Vereinigung der Europäischen Seltenheitenkommissionen (Association of European Rarities Committees, AERC) und arbeitet nach deren Richtlinien. Hauptaufgabe der SAK ist es, dafür zu sorgen, dass ungewöhnliche ornithologische Beobachtungen in der Schweiz ausreichend dokumentiert werden, um in die wissenschaftliche Literatur einfliessen zu können. Beurteilt werden Beobachtungen von Vogelarten, die in der Schweiz selten sind, die zu einem ungewöhnlichen Datum oder an einem ungewöhnlichen Ort festgestellt werden oder die zum ersten Mal in der Schweiz brüten. Die Liste der meldepflichtigen Arten wird von der SAK erstellt und publiziert. Alle Beobachtungen dieser Arten sollten mittels Formular gemeldet werden an:
Die SAK ist auch verantwortlich für die laufende Nachführung der "Liste der Vogelarten der Schweiz" und für das Einordnen der Arten in die verschiedenen Kategorien gemäss den Richtlinien der AERC. Heutige
Mitglieder der SAK (Beitrittsjahr): Protokoll
der Sitzung der SAK: Information über die neusten bearbeiteten Fälle
(pdf-Datei)
Protokollblatt
für die SAK (Word-Datei)
Liste
der Gefangenschaftsflüchtlinge in der Schweiz (Kategorie E)
Undeland, P. & H. Leuzinger (1992): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1991. Ornithol. Beob. 89: 253-265. Zusammenfassung. Die Schweizerische avifaunistische Kommission hat für 1991 und frühere Jahre 91 Fälle von insgesamt 44 Arten begutachtet. Als ein Fall wird das Vorkommen von einem oder mehreren Vögeln gezählt, die sich an einem Tag oder mehreren Tagen an einem Ort aufhielten. Von diesen mussten 29 abgelehnt werden. 16 Fälle von 10 Arten, die früher als Nachweise angenommen und publiziert worden sind, müssen nun nach einer neuen Beurteilung abgelehnt werden. Die zwei nachgewiesenen Blauflügelenten werden neu als Wildvögel eingestuft. 1991 war ein starker Einflug von Falkenraubmöwen zu verzeichnen, und es wurden auch mehrere Spatelraubmöwen festgestellt. Bemerkenswert war auch das Auftreten von zwei singenden Schlagschwirlen. Andere Arten mit östlicher Herkunft waren Sprosser (ein Fängling) und Karmingimpel. An 6 verschiedenen Orten sangen Karmingimpel während der Brutzeit, an einem davon bestand Brutverdacht in der Umgebung. Zwischen 1900 und 1988 wurden in der Schweiz 362 Vogelarten nachgewiesen, deren Status als Wildvogel angenommen werden darf (Winkler 1989). Inzwischen sind folgende Arten neu dazugekommen: Stummellerche, Brillengrasmücke, Fichtenammer und Gleitaar (Schmid 1991). Die Blauflügelente wird neu unter diese Arten eingestuft. Aus der Liste der schweizerischen Vogelarten werden aber die Ringschnabelmöwe und der Berghänfling gestrichen. Damit sind auf Ende 1991 365 Arten unter dieser Kategorie in der Schweiz nachgewiesen. Bei den 9 Arten, deren Status als Wildvogel zweifelhaft ist, fällt die Blauflügelente weg, dafür sind neu nachgewiesen die Schwarzkopfruderente (Schmid 1991) und die im Bericht erwähnten Marmelente, Buntfalke und Würgfalke. Damit gibt es in dieser Kategorie bis Ende 1991 12 Arten. [top]
Mosimann, P. (1993): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1992. Ornithol. Beob. 90: 253-265. Zusammenfassung. Die Schweizerische
Avifaunistische Kommission hat 1992 insgesamt 184 Fälle
von 72 Arten behandelt, wovon 24 abgelehnt werden mussten. 39
Fälle betrafen frühere Jahre. Daneben wurden alle Nachweise
der Schwarzkopfruderente sowie einzelne Nachweise von Blauflügelente,
Doppelschnepfe, Berghänfling und Waldammer überprüft.
Maumary, L., B. Volet & H. Leuzinger (1994): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1993. Ornithol. Beob. 91: 217-235. Zusammenfassung. 3. Bericht der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission: Sie hat 1993 179 Fälle von 79 Arten begutachtet, davon wurden 82% angenommen. Daneben wurden alle bisherigen Fälle der Krähenscharbe Phalacrocorax aristotelis und des Zwergschnäppers Ficedula parva einer Revision unterzogen. Die einzige Beobachtung des Dünnschnabelbrachvogels Numenius tenuirostris konnte bestätigt werden. Es werden in Zukunft neu die 4 Kategorien A, B, C und D eingeführt, wie man dies an der Konferenz der europäischen Seltenheitskommissionen in Helgoland beschlossen hatte. Die Haustaube Columba livia wurde neu in die Kategorie C aufgenommen. Die bemerkenswertesten Ereignisse 1993 waren die erste Brut des Mittelsägers Mergus serrator, die erste Brut des Dreizehenspechtes Picoides tridactylus im Jura, eine erste Winterbeobachtung der Turteltaube Streptopelia turtur, ein kräftiger Einflug im Frühjahr von Kurzzehenlerchen Calandrella brachydactyla und Kalanderlerchen Melanocorypha calandra, zwei Einflüge der Dreizehenmöwe Rissa tridactyla und der erste Nachweis eines Berghänflings Carduelis flavirostris. Die Zahl der in der Schweiz seit 1900 nachgewiesenen Wildvögel beträgt nun 369, darin inbegriffen die Haustaube. Die Kleine Bergente Aythya affinis wurde erstmals nachgewiesen, aber als möglicher Gefangenschaftsflüchtling beurteilt und der Kategorie D zugewiesen, in der sich damit neu 15 Arten befinden. [top]
Leuzinger, H. & P. Mosimann (1995): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1994. Ornithol. Beob. 92: 463-476. Zusammenfassung: Im Jahr 1994 hat die SAK 159 Fälle von 80 Arten kontrolliert, davon sind 80% angenommen worden. Zudem hat sie alle Fälle von Kragenente Histrionicus histrionicus, Doppelschnepfe Gallinago media, Steinsperling Petronia petronia und Hakengimpel Pinicola enucleator neu überprüft. Die Kragenente wurde von der Schweizer Liste gestrichen. Damit enthalten die Kategorien A, B und C neu 376 Arten, von denen 369 Arten seit 1900 nachgewiesen werden konnten. Die Kategorie D umfasst 15 Arten. Höhepunkte im Jahr 1994 waren: die dritte Meldung eines Gelbschnabeltauchers Gavia adamsii, die wahrscheinliche Überwinterung eines Seidenreihers Egretta garzetta, die erste erfolgreiche Überwinterung eines Löfflers Platalea leucorodia, ein neuer Nachweis eines Gleitaars Elanus caeruleus, die 5. und 6. Meldung eines Steppenkiebitzes Chettusia gregaria, die 5. Meldung eines Grasläufers Tryngites subruficollis, zwei Beobachtungen eines Dreizehenspechts Picoides tridactylus im Mittellland, eine erste Beobachtung einer Schafstelze mit Merkmalen der Unterart Motacilla flava lutea, die 2. und 3. Meldung einer Zitronenstelze Motacilla citreola und der Fang eines Zilpzalps mit den Merkmalen der sibirischen Unterart Phylloscopus collybita tristis. [top]
Maumary, L. & H. Leuzinger (1996): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1995. Ornithol. Beob. 93: 329-342. Zusammenfassung: Im Jahr 1995 sind
160 Fälle von 75 Arten geprüft worden, wovon 80% angenommen
worden sind. Ausserdem sind alle Nachweise von Gleitaar Elanus
caeruleus und Steppenweihe Circus macrourus revidiert
worden.
Knaus, P. (1997): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1996. Ornithol. Beob. 94: 191-208. Zusammenfassung: Im Jahr 1996 sind
174 Fälle von 88 Arten kontrolliert worden, 77% davon wurden
angenommen. Alle Nachweise der Steppenweihe Circus macrourus,
des Bindenkreuzschnabels Loxia leucoptera sowie alle Arten
der Liste D sind neu überprüft worden.
Maumary, L. & S. Gysel (1998): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1997. Ornithol. Beob. 95: 259-281. Zusammenfassung: Im Jahr 1997 sind 177 Fälle geprüft, 78% davon angenommen worden. Alle Revisionen, die im Rahmen der neuen Avifauna der Schweiz durchgeführt worden sind, konnten abgeschlossen werden. Bemerkenswerte Beobachtungen in diesem Jahr waren drei Weisswangengänse Branta leucopsis (6. Meldung), die Erstbeobachtung einer wilden Rothalsgans Branta ruficollis, eine kleine Invasion von Rauhfussbussarden Buteo lagopus, eine erste Brut einer Zitronenstelze Motacilla citreola, die 5. Meldung eines Spornpiepers Anthus richardi, die 2. Meldung eines Mittelmeersteinschmätzers der Unterart Oenanthe hispanica melanoleuca, die 12. Meldung eines Schmutzgeiers Neophron percnopterus, 5 Gänsegeier Gyps fulvus, die erste Sichtung einer Rotflügelbrachschwalbe Glareola pratincola in den Alpen, ein zahlenmässig noch nie gesehener Einflug von 30 Dünnschnabelmöwen Larus genei (2. bis 6. Meldung), der zweite Brutversuch einer Schellente Bucephala clangula in der Schweiz, erste Überwinterungsversuche von Spatelraubmöwe Stercorarius pomarinus und Skua Stercorarius skua und schliesslich die Schweizer Erstbeobachtung einer Steppenmöwe Larus cachinnans cachinnans. Mit der taxonomischen Neuzuordnung des Italiensperlings Passer hispaniolensis italiae, der Aufnahme der Rothalsgans in die Kategorie A und dem Wechsel des Zwergsultanshuhns Porphyrula martinica in die Kategorie D umfasst die Liste der Vögel der Schweiz neu 381 Arten in den Kategorien A, B (wilde Vögel) und C (eingeführte Arten), davon sind 374 Arten seit 1900 beobachtet worden. [top]
Knaus, P. & C.'A. Balzari (1999): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1998. Ornithol. Beob. 96: 157-182. Zusammenfassung: 1998 hat die Schweizerische
Avifaunistische Kommission (SAK) 210 Fälle geprüft,
die 87 Arten betrafen. 179 von ihnen, 72 Arten betreffend, wurden
als ausreichend dokumentiert angenommen (85%).
Maumary, L., M. Baudraz & S. Gysel (2000): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1999. Ornithol. Beob. 97: 307-333. Zusammenfassung: 1999 hat die Schweizerische
Avifaunistische Kommission (SAK) 252 Fälle von 80 Arten
geprüft, von denen 217 anerkannt wurden (86 %). Eines der
bedeutendsten Vorkommnisse dieses Jahrhunderts war die Verfrachtung
von mehreren Meeresvögeln vom Atlantischen Ozean durch den
Orkan «Lothar», die Ende 1999 und Anfang 2000 entdeckt
wurden. Darunter befanden sich 6 Eistaucher Gavia immer,
43 Sturmschwalben Hydrobates pelagicus (3.-40. Nachweis),
1 Madeirawellenläufer Oceanodroma castro (1. Nachweis),
9 Ringelgänse Branta bernicla, 5 Skuas Stercorarius
skua und 38 Dreizehenmöwen Rissa tridactyla.
Ein weiterer Höhepunkt war der erste Brutnachweis des Weissrückenspechts Dendrocopos leucotos in der Schweiz (6. Nachweis),
der schon seit einiger Zeit erwartet worden war. Andere aussergewöhnliche
Beobachtungen 1999 beziehen sich auf 1 Schmutzgeier Neophron percnopterus (14. Nachweis), 2 Adlerbussarde Buteo rufinus (12. und 13. Nachweis), 3 Rötelfalken Falco
naumanni (5. und 6. Nachweis dieses Jahrhunderts), 1 Grasläufer Tryngites subruficollis (6. Nachweis), einen Einflug
von Spatel- und Falkenraubmöwen Stercorarius pomarinus und S. longicaudus, 6 Dünnschnabelmöwen Larus
genei (8. Nachweis), die ersten beiden mitteleuropäischen
Beobachtungen von Silbermöwen der Unterart Larus argentatus
argenteus (ein Nachtrag von 1998), acht «Steppenmöwen» Larus c. cachinnans (7.-14. Nachweis; unter ihnen die
erste Ablesung eines beringten Vogels), ein auch in diesem Jahr
wieder gehäuftes Auftreten von Kurzzehenlerchen Calandrella
brachydactyla und «Maskenstelzen» Motacilla
flava feldegg, die ersten zwei dokumentierten Nachweise von
Schafstelzen mit den Merkmalen der Unterart M. f. iberiae,
1 Zitronenstelze Motacilla citreola (7. Nachweis), 1 Spornpieper Anthus richardi (6. Nachweis), 1 Sprosser Luscinia
luscinia (11. Nachweis), 1 Samtkopfgrasmücke Sylvia melanocephala (12. Nachweis), 1 Rosenstar Sturnus roseus (12. Nachweis dieses Jahrhunderts) und einen Einflug von Schneeammern Plectrophenax nivalis im Winter 1998/99.
Preiswerk, G. & P. Knaus (2001): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 2000. 10. Bericht der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission. Ornithol. Beob. 98: 281-306. Zusammenfassung: Im Jahr 2000 hat
die Schweizerische Avifaunistische Kommission (SAK) 257 Fälle
von 95 Arten geprüft, von denen 225 anerkannt wurden (88
%). Die Folgen des Orkans «Lothar» von Ende Dezember
1999 hielten noch zu Beginn des Jahres 2000 an mit Beobachtungen
von 5 Eistauchern Gavia immer, 5 Sturmschwalben Hydrobates pelagicus (38.-42. Nachweis), 1 Spatelraubmöwe Stercorarius pomarinus, 6 Skuas S. skua und 8 Dreizehenmöwen Rissa tridactyla sowie 1 Thorshühnchen Phalaropus fulicarius (Nachtrag von 1999). Weitere
Höhepunkte betrafen die Erstnachweise der Amerikanischen
Krickente Anas carolinensis und des Weisskehlsängers Irania gutturalis, die 2. und 3. Brut des Weissrückenspechts Dendrocopos leucotos, einen Einflug von Zwergscharben Phalacrocorax pygmaeus (1.-4. Nachweis seit 1900), der
bisher grösste Trupp mit etwa 15 Gänsegeiern Gyps
fulvus und der 1. Italiensperling Passer hispaniolensis
italiae im Mittelland. Bemerkenswert sind ausserdem folgende
Feststellungen von sehr seltenen Arten: der 2. Nachweis von Basstölpel Sula bassana und Stummellerche Calandrella rufescens,
die 3. Beobachtung einer Schafstelze mit den Merkmalen der Unterart Motacilla flava iberiae, der 5. Nachweis einer Blauflügelente Anas discors, eines Zilpzalps mit den Merkmalen der Unterart Phylloscopus collybita tristis und einer Fichtenammer Emberiza leucocephalos, den 7. Spornpieper Anthus richardi,
3 Steppenkiebitze Chettusia gregaria und 3 Zitronenstelzen Motacilla citreola (jeweils 8.-10. Nachweis), 2 Dünnschnabelmöwen Larus genei (9. Nachweis), 1 Schlagschwirl Locustella fluviatilis (10. Nachweis), 1 Rosenstar Sturnus roseus und 1 Zwergammer Emberiza pusilla (jeweils 13. Nachweis
seit 1900) sowie die 14. Feststellung von Adlerbussard Buteo
rufinus (in 1999), Schwalbenmöwe Larus sabini und Kalanderlerche Melanocorypha calandra.
Maumary, L. & S. Gysel (2002): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 2001. 11. Bericht der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission. Ornithol. Beob. 99: 249-275. Zusammenfassung: Im Jahr 2001 hat die Schweizerische
Avifaunistische Kommission (SAK) 233 Fälle von 90 Arten behandelt,
von denen 207 anerkannt wurden (89 %); 25 weitere Fälle bezogen
sich auf Nachträge aus früheren Jahren. Zu den Höhepunkten
zählten ein Basstölpel Sula bassana (3. Nachweis),
erneut eine Zwergscharbe Phalacrocorax pygmaeus (5. Nachweis),
sieben Rothalsgänse Branta ruficollis (2. und 3. Nachweis
im Winter 2000/01), ein "Falkenbussard" Buteo buteo vulpinus (1. dokumentierter Nachweis), eine Grosstrappe Otis tarda (nach
fast 40 Jahren Abwesenheit), eine Korallenmöwe Larus audouinii (4. Nachweis), ein Buschspötter Hippolais caligata (2. Nachweis,
Nachtrag von 2000) und ein Hakengimpel Pinicola enucleator (3.
Nachweis). Andere aussergewöhnliche Beobachtungen betrafen ein
rufendes Zwergsumpfhuhn Porzana pusilla, den 3. und 4. über
eine längere Zeitspanne singenden Zwergschnäpper Ficedula
parva, den 2. Fahlsegler Apus pallidus ausserhalb des Tessins,
Einflüge von Weissbartgrasmücke Sylvia cantillans und
Rosenstar Sturnus roseus und neue Brutnachweise von den folgenden
Arten: Kormoran Phalacrocorax carbo (1. Brutnachweis von Wildvögeln),
Weissrückenspecht Dendrocopos leucotos (4.-7. Brutnachweis),
Blaumerle Monticola solitarius (2. Brutnachweis im Wallis im
20. Jahrhundert) und Cistensänger Cisticola juncidis (3.
Brutnachweis nach 1975). Eine Untersuchung alter Präparate im Naturhistorischen
Museum Genf durch L. Vallotton und die Überprüfung möglicher
Belege des Taigabirkenzeisigs Carduelis flammea haben für
die Schweizer Artenliste zwei neue Arten und eine neue Unterart ergeben:
Einerseits den Mittelmeersturmtaucher Puffinus yelkouan und den
Taigabirkenzeisig, andererseits die "Hellbäuchige Ringelgans" Branta bernicla hrota. Das erste Belegexemplar der Tundraform
calidus des Wanderfalken Falco peregrinus wurde bei dieser Gelegenheit
ebenfalls entdeckt.
Schweizer, M. (2003): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 2002. 12. Bericht der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission. Ornithol. Beob. 100: 293-314. Zusammenfassung: Im Jahr 2002 hat die Schweizerische
Avifaunistische Kommission (SAK) 175 Fälle von 75 Arten behandelt,
von denen 147 als ausreichend dokumentiert angenommen wurden (84 %);
15 weitere Fälle bezogen sich auf Nachträge aus früheren
Jahren. Höhepunkte des Jahres 2002 waren der dritte Nachweis der
Eismöwe Larus hyperboreus, der vierte Nachweis des Weissbürzelstrandläufers Calidris fuscicollis seit 1900 und die zweite dokumentierte Feststellung
des "Falkenbussards" Buteo buteo vulpinus in der Schweiz.
Wie im Vorjahr konnten vier sichere Bruten des Weissrückenspechts Dendrocopos leucotos verzeichnet werden. Weitere aussergewöhnliche
Beobachtungen betrafen den grössten bisher registrierten Einflug
von Falkenraubmöwen Stercorarius longicaudus (mindestens
23 Individuen), die erste dokumentierte Überwinterung eines Schwarzmilans Milvus migrans, die fünfte Feststellung des Steppenkiebitzes Chettusia gregaria im Grossen Moos BE/FR seit 2000, ein wie im
Vorjahr im gleichen Gebiet über längere Zeit anwesendes singendes
Männchen des Zwergschnäppers Ficedula parva, der dritte
längere Aufenthalt desselben beringten Rosaflamingos Phoenicopterus
ruber im Chablais de Cudrefin VD, der zweite Frühjahrsnachweis
einer Ohrenlerche Eremophila alpestris und die bisher früheste
Feststellung der Kalanderlerche Melanocorypha calandra. Bemerkenswert
war zudem die Übersommerung eines Ohrentauchers Podiceps auritus,
der über einen Monat dauernde Aufenthalt eines singenden Schlagschwirls Locustella fluviatilis und eines markierten Mönchsgeiers Aegypius monachus aus den Grands Causses F, die erste Feststellung
dieser Art seit 1938 und die achte für die Schweiz. Im Jahr 1999
konnte zudem nach 1917 die zweite Brut der Kornweihe Circus cyaneus nachgewiesen werden.
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