SAK Logo

Die Schweizerische Avifaunistische Kommission (SAK) ist völlig unabhängig von anderen Organisationen. Sie ist Mitglied der Vereinigung der Europäischen Seltenheitenkommissionen (Association of European Rarities Committees, AERC) und arbeitet nach deren Richtlinien. Hauptaufgabe der SAK ist es, dafür zu sorgen, dass ungewöhnliche ornithologische Beobachtungen in der Schweiz ausreichend dokumentiert werden, um in die wissenschaftliche Literatur einfliessen zu können. Beurteilt werden Beobachtungen von Vogelarten, die in der Schweiz selten sind, die zu einem ungewöhnlichen Datum oder an einem ungewöhnlichen Ort festgestellt werden oder die zum ersten Mal in der Schweiz brüten. Die Liste der meldepflichtigen Arten wird von der SAK erstellt und publiziert. Alle Beobachtungen dieser Arten sollten mittels Formular gemeldet werden an:


c/o Schweizerische Vogelwarte
CH-6204 Sempach

 

Die SAK ist auch verantwortlich für die laufende Nachführung der "Liste der Vogelarten der Schweiz" und für das Einordnen der Arten in die verschiedenen Kategorien gemäss den Richtlinien der AERC.

Heutige Mitglieder der SAK (Beitrittsjahr):
Manuel Schweizer (2002), Laurent Vallotton (2004), Bram Piot (2005), Stefan Wassmer (2006), Jérôme Fischer (2007), Marco Thoma (2009), Peter Knaus (Sekretär).

Mitteilung der SAK (pdf-Datei)
Dezember 2001

Protokoll der Sitzung der SAK: Information über die neusten bearbeiteten Fälle (pdf-Datei)
05.02.2000 - 15.04.2000 - 22.07.2000 - 18.11.2000 - 10.02.2001 - 30.06.2001 - 20.10.2001 - 23.02.2002 - 27.07.2002 - 26.10.2002 - 01.02.2003 - 29.03.2003 - 09.08.2003 - 01.11.2003 - 06.03.2004 - 19.06.2004 - 23.10.2004 - 26.02.2005 - 18.06.2005 - 29.10.2005 - 04.03.2006 - 15.07.2006 - 28.10.2006 - 10.02.2007 - 30.06.2007 - 27.10.2007 - 23.02.2008 - 14.06.2008 - 27.09.2008 - 31.01.2009 - 11.07.2009 - 03.10.2009 - 06.02.2010 - 19.07.2010

Alle angenommenen Fälle ab 1992 (pdf-Datei)


SAK: Meldepflichtige Arten (pdf-Datei)
Deutsch - Français - Italiano - English


Protokollblatt für die SAK (pdf-Datei)
Deutsch - Français - Italiano - English

Protokollblatt für die SAK (Word-Datei)
Deutsch - Français - Italiano - English


Liste der Vogelarten der Schweiz (pdf-Datei)
Français / Deutsch / Italiano / English / Wissenschaftlicher Name

Liste der Gefangenschaftsflüchtlinge in der Schweiz (Kategorie E)
Auf Empfehlung der Association of European Rarities Committees (AERC) soll jedes europäische Land die Beobachtungen von Gefangenschaftsflüchtlingen sammeln. In der Schweiz ist die Vogelwarte dafür zuständig; sie aktualisiert laufend die Liste der Arten, welche in der Schweiz beobachtet wurden, nachdem sie aus Gefangenschaft entflohen sind. Diese Beobachtungen werden von der Avifaunistischen Kommission nicht geprüft. Es ist daher wichtig, dass Beobachtungen offensichtlicher Gefangenschaftsflüchtlinge, die noch nicht auf dieser Liste aufgeführt sind, durch eine möglichst genaue Beschreibung oder eine Fotografie (dies ist bei exotischen Wasservögeln oft gut möglich) dokumentiert werden. Beachten Sie auch, dass einige Arten in der Schweiz einerseits als klare Gefangenschaftsflüchtlinge, andererseits aber auch als Wildvögel eingestuft werden können (z.B. Kuhreiher, Ringschnabelente, usw.).

 



Liste der Jahresberichte der SAK

Die SAK publiziert jedes Jahr einen Bericht auf deutsch im Ornithologischen Beobachter sowie auf französisch in Nos Oiseaux.

1991 - 1992 - 1993 - 1994 - 1995 - 1996 - 1997 - 1998 - 1999 - 2000 - 2001 - 2002 - 2003 - 2004 - 2005 - 2006 - 2007 - 2008

 

 

Undeland, P. & H. Leuzinger (1992): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1991. Ornithol. Beob. 89: 253-265.

Zusammenfassung. Die Schweizerische avifaunistische Kommission hat für 1991 und frühere Jahre 91 Fälle von insgesamt 44 Arten begutachtet. Als ein Fall wird das Vorkommen von einem oder mehreren Vögeln gezählt, die sich an einem Tag oder mehreren Tagen an einem Ort aufhielten. Von diesen mussten 29 abgelehnt werden. 16 Fälle von 10 Arten, die früher als Nachweise angenommen und publiziert worden sind, müssen nun nach einer neuen Beurteilung abgelehnt werden. Die zwei nachgewiesenen Blauflügelenten werden neu als Wildvögel eingestuft. 1991 war ein starker Einflug von Falkenraubmöwen zu verzeichnen, und es wurden auch mehrere Spatelraubmöwen festgestellt. Bemerkenswert war auch das Auftreten von zwei singenden Schlagschwirlen. Andere Arten mit östlicher Herkunft waren Sprosser (ein Fängling) und Karmingimpel. An 6 verschiedenen Orten sangen Karmingimpel während der Brutzeit, an einem davon bestand Brutverdacht in der Umgebung. Zwischen 1900 und 1988 wurden in der Schweiz 362 Vogelarten nachgewiesen, deren Status als Wildvogel angenommen werden darf (Winkler 1989). Inzwischen sind folgende Arten neu dazugekommen: Stummellerche, Brillengrasmücke, Fichtenammer und Gleitaar (Schmid 1991). Die Blauflügelente wird neu unter diese Arten eingestuft. Aus der Liste der schweizerischen Vogelarten werden aber die Ringschnabelmöwe und der Berghänfling gestrichen. Damit sind auf Ende 1991 365 Arten unter dieser Kategorie in der Schweiz nachgewiesen. Bei den 9 Arten, deren Status als Wildvogel zweifelhaft ist, fällt die Blauflügelente weg, dafür sind neu nachgewiesen die Schwarzkopfruderente (Schmid 1991) und die im Bericht erwähnten Marmelente, Buntfalke und Würgfalke. Damit gibt es in dieser Kategorie bis Ende 1991 12 Arten.

[top]

 

Mosimann, P. (1993): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1992. Ornithol. Beob. 90: 253-265.

Zusammenfassung. Die Schweizerische Avifaunistische Kommission hat 1992 insgesamt 184 Fälle von 72 Arten behandelt, wovon 24 abgelehnt werden mussten. 39 Fälle betrafen frühere Jahre. Daneben wurden alle Nachweise der Schwarzkopfruderente sowie einzelne Nachweise von Blauflügelente, Doppelschnepfe, Berghänfling und Waldammer überprüft.
1992 ist die revidierte Fassung der Liste der protokollpflichtigen Arten in Kraft getreten, bei der einige Arten ganz oder teilweise aus der Protokollpflicht entlassen wurden. Die Nachweise solcher Arten wurden für 1992 in Schmid (1993) aufgeführt. Neben dem aussergewöhnlichen Einflug von Kuhreihern waren zwei Fälle bemerkenswert: mit Wüstensteinschmätzer und Dunklem Laubsänger wurden zwei neue Artnachweise für die Schweiz erbracht. Seit 1900 sind damit 367 Arten als Wildvögel in der Schweiz nachgewiesen worden. Dazu kommen 8 Arten, die nur aus dem letzten Jahrhundert belegt sind. In der Kategorie der möglichen Gefangenschaftsflüchtlinge befinden sich mit Rötelpelikan und Gluckente neu 14 Arten.

[top]

 

Maumary, L., B. Volet & H. Leuzinger (1994): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1993. Ornithol. Beob. 91: 217-235.

Zusammenfassung. 3. Bericht der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission: Sie hat 1993 179 Fälle von 79 Arten begutachtet, davon wurden 82% angenommen. Daneben wurden alle bisherigen Fälle der Krähenscharbe Phalacrocorax aristotelis und des Zwergschnäppers Ficedula parva einer Revision unterzogen. Die einzige Beobachtung des Dünnschnabelbrachvogels Numenius tenuirostris konnte bestätigt werden. Es werden in Zukunft neu die 4 Kategorien A, B, C und D eingeführt, wie man dies an der Konferenz der europäischen Seltenheitskommissionen in Helgoland beschlossen hatte. Die Haustaube Columba livia wurde neu in die Kategorie C aufgenommen. Die bemerkenswertesten Ereignisse 1993 waren die erste Brut des Mittelsägers Mergus serrator, die erste Brut des Dreizehenspechtes Picoides tridactylus im Jura, eine erste Winterbeobachtung der Turteltaube Streptopelia turtur, ein kräftiger Einflug im Frühjahr von Kurzzehenlerchen Calandrella brachydactyla und Kalanderlerchen Melanocorypha calandra, zwei Einflüge der Dreizehenmöwe Rissa tridactyla und der erste Nachweis eines Berghänflings Carduelis flavirostris. Die Zahl der in der Schweiz seit 1900 nachgewiesenen Wildvögel beträgt nun 369, darin inbegriffen die Haustaube. Die Kleine Bergente Aythya affinis wurde erstmals nachgewiesen, aber als möglicher Gefangenschaftsflüchtling beurteilt und der Kategorie D zugewiesen, in der sich damit neu 15 Arten befinden.

[top]

 

Leuzinger, H. & P. Mosimann (1995): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1994. Ornithol. Beob. 92: 463-476.

Zusammenfassung: Im Jahr 1994 hat die SAK 159 Fälle von 80 Arten kontrolliert, davon sind 80% angenommen worden. Zudem hat sie alle Fälle von Kragenente Histrionicus histrionicus, Doppelschnepfe Gallinago media, Steinsperling Petronia petronia und Hakengimpel Pinicola enucleator neu überprüft. Die Kragenente wurde von der Schweizer Liste gestrichen. Damit enthalten die Kategorien A, B und C neu 376 Arten, von denen 369 Arten seit 1900 nachgewiesen werden konnten. Die Kategorie D umfasst 15 Arten. Höhepunkte im Jahr 1994 waren: die dritte Meldung eines Gelbschnabeltauchers Gavia adamsii, die wahrscheinliche Überwinterung eines Seidenreihers Egretta garzetta, die erste erfolgreiche Überwinterung eines Löfflers Platalea leucorodia, ein neuer Nachweis eines Gleitaars Elanus caeruleus, die 5. und 6. Meldung eines Steppenkiebitzes Chettusia gregaria, die 5. Meldung eines Grasläufers Tryngites subruficollis, zwei Beobachtungen eines Dreizehenspechts Picoides tridactylus im Mittellland, eine erste Beobachtung einer Schafstelze mit Merkmalen der Unterart Motacilla flava lutea, die 2. und 3. Meldung einer Zitronenstelze Motacilla citreola und der Fang eines Zilpzalps mit den Merkmalen der sibirischen Unterart Phylloscopus collybita tristis.

[top]

 

Maumary, L. & H. Leuzinger (1996): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1995. Ornithol. Beob. 93: 329-342.

Zusammenfassung: Im Jahr 1995 sind 160 Fälle von 75 Arten geprüft worden, wovon 80% angenommen worden sind. Ausserdem sind alle Nachweise von Gleitaar Elanus caeruleus und Steppenweihe Circus macrourus revidiert worden.
Aus dem Jahr 1995 sind folgende Fälle erwähnenswert: Eine Rekordanzahl von Meldungen des Kleinen Sumpfhuhns Porzana parva, drei Beobachtungen einer Doppelschnepfe Gallinago media, der erste Nachweis eines Fahlseglers Apus pallidus nördlich der Alpen, die Schweizer Première eines Waldpiepers Anthus hodgsoni, erste Meldungen von Weibchen des Mittelmeersteinschmätzers Oenanthe hispanica und der Weissbartgrasmücke Sylvia cantillans, erneuter Einflug des Cistensängers Cisticola juncidis nach einem Unterbruch von vier Jahren und die 5. und 6. Meldung einer Kappenammer Emberiza melanocephala. Mit der Aufnahme des Waldpiepers Anthus hodgsoni auf die Schweizer Liste umfassen die Kategorien A, B und C jetzt 377 Arten, sieben davon sind nur vor dem Jahr 1900 beobachtet worden.

[top]

 

Knaus, P. (1997): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1996. Ornithol. Beob. 94: 191-208.

Zusammenfassung: Im Jahr 1996 sind 174 Fälle von 88 Arten kontrolliert worden, 77% davon wurden angenommen. Alle Nachweise der Steppenweihe Circus macrourus, des Bindenkreuzschnabels Loxia leucoptera sowie alle Arten der Liste D sind neu überprüft worden.
Höhepunkte aus dem Jahr 1996 sind folgende Meldungen: Die erste Brut einer Weissbartgrasmücke Sylvia cantillans, zwei Überwinterungen in Folge des selben Schelladlers Aquila clanga, die erste Beobachtung eines Kappenammer-Paars Emberiza melanocephala (7. Meldung) sowie die Sichtung einer Zwergtrappe Tetrax tetrax (letzte Meldung im Jahr 1979) und einer Blaumerle nördlich der Alpen. Der Buschrohrsänger Acrocephalus dumetorum (im Jahr 1992) und der Weissrückenspecht Dendrocopos leucotos sind zum ersten Mal in der Schweiz beobachtet worden, ebenso eine Dohle mit Merkmalen der östlichen Unterart Corvus monedula soemmerringii. Bemerkenswert sind auch die Beobachtungen von einer Schwarzflügelbrachschwalbe Glareola nordmanni (1995, 2. Nachweis), von zwei Blauflügelenten Anas discors (3. und 4. Nachweis) und die jeweils 4. Meldungen von Gelbschnabeltaucher Gavia adamsii, Terekwasserläufer Xenus cinereus und Zitronenstelze Motacilla citreola. Aus der Kategorie D sind ein Rosapelikan Pelecanus onocrotalus (2. Nachweis) und eine Marmelente Marmaronetta angustirostris (3. Nachweis) gemeldet worden. Von der Liste der Vogelarten der Schweiz ist der Bindenkreuzschnabel gestrichen worden. In die Kategorie A ist der Buschrohrsänger, in die Kategorie C sind die Rostgans Tadorna ferruginea und die Schwarzkopfruderente Oxyura jamaicensis neu aufgenommen worden. Die Liste umfasst jetzt 380 Arten, 373 Arten davon sind seit 1900 gemeldet worden.

[top]

 

Maumary, L. & S. Gysel (1998): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1997. Ornithol. Beob. 95: 259-281.

Zusammenfassung: Im Jahr 1997 sind 177 Fälle geprüft, 78% davon angenommen worden. Alle Revisionen, die im Rahmen der neuen Avifauna der Schweiz durchgeführt worden sind, konnten abgeschlossen werden. Bemerkenswerte Beobachtungen in diesem Jahr waren drei Weisswangengänse Branta leucopsis (6. Meldung), die Erstbeobachtung einer wilden Rothalsgans Branta ruficollis, eine kleine Invasion von Rauhfussbussarden Buteo lagopus, eine erste Brut einer Zitronenstelze Motacilla citreola, die 5. Meldung eines Spornpiepers Anthus richardi, die 2. Meldung eines Mittelmeersteinschmätzers der Unterart Oenanthe hispanica melanoleuca, die 12. Meldung eines Schmutzgeiers Neophron percnopterus, 5 Gänsegeier Gyps fulvus, die erste Sichtung einer Rotflügelbrachschwalbe Glareola pratincola in den Alpen, ein zahlenmässig noch nie gesehener Einflug von 30 Dünnschnabelmöwen Larus genei (2. bis 6. Meldung), der zweite Brutversuch einer Schellente Bucephala clangula in der Schweiz, erste Überwinterungsversuche von Spatelraubmöwe Stercorarius pomarinus und Skua Stercorarius skua und schliesslich die Schweizer Erstbeobachtung einer Steppenmöwe Larus cachinnans cachinnans. Mit der taxonomischen Neuzuordnung des Italiensperlings Passer hispaniolensis italiae, der Aufnahme der Rothalsgans in die Kategorie A und dem Wechsel des Zwergsultanshuhns Porphyrula martinica in die Kategorie D umfasst die Liste der Vögel der Schweiz neu 381 Arten in den Kategorien A, B (wilde Vögel) und C (eingeführte Arten), davon sind 374 Arten seit 1900 beobachtet worden.

[top]

 

Knaus, P. & C.'A. Balzari (1999): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1998. Ornithol. Beob. 96: 157-182.

Zusammenfassung: 1998 hat die Schweizerische Avifaunistische Kommission (SAK) 210 Fälle geprüft, die 87 Arten betrafen. 179 von ihnen, 72 Arten betreffend, wurden als ausreichend dokumentiert angenommen (85%).
Aussergewöhnliche Beobachtungen 1998 waren die erfolgreichen Überwinterungen von Knäkente Anas querquedula, Schelladler Aquila clanga (vierte Überwinterung desselben Vogels am selben Ort seit 1996, dazu drei weitere Nachweise) und Haubenlerche Galerida cristata (letzte Beobachtung 1993), die ersten Winteraufenthalte des Regenbrachvogels Numenius phaeopus und eines ungestreiften Rohrsängers Acrocephalus sp., sowie ein Einflug von Eistauchern Gavia immer und Schneeammern Plectrophenax nivalis in die Schweiz. Im Frühjahr kam es zu einem gehäuften Auftreten von Kleinen Sumpfhühnern Porzana parva, Kurzzehenlerchen Calandrella brachydactyla, Schafstelzen der Unterarten Motacilla flava feldegg und Motacilla f. flavissima. Schmutzgeier Neophron percnopterus (13. Nachweis) und Gänsegeier Gyps fulvus erschienen erneut, ferner zwei Steppenweihen Circus macrourus, zwei Sumpfläufer Limicolla falcinellus, die erste Zwergschnepfe Lymnocryptes minimus im Sommer, drei Weissbartgrasmücken Sylvia cantillans (dabei erste Herbstbeobachtung im Oktober) sowie inneralpine Feststellungen der Dreizehenmöwe Rissa tridactyla (1800 m ü.M.) und vom Mittelmeersteinschmätzer mit den Merkmalen der Nominatform Oenanthe h. hispanica (1990 m ü.M.). Die Skua Stercorarius skua verzeichnet mit insgesamt sieben Nachweisen ein Rekordjahr, darunter ein spektakulärer, mehr als 15-monatiger Aufenthalt eines Individuums auf dem Genfersee. Etwas überraschend kam es zu den beiden ersten Bruten der Brandgans Tadorna tadorna in der Schweiz; vom Mornellregenpfeifer Charadrius morinellus gelang der zweite Brutnachweis (nach 1965). Zwei Arten wurden 1998 erstmals nachgewiesen: ein Basstölpel Sula bassana im Juni und ein Buschspötter Hippolais caligata im Oktober. Nachzutragen ist der sensationnelle Fund eines Marmelalken mit den Merkmalen der asiatischen Unterart Brachyramphus marmoratus perdix im Dezember 1997-ein Erstnachweis für die gesamte Westpaläarktis. Weitere Ausnahmeerscheinungen waren je das zweite Auftreten einer Schafstelze mit den Merkmalen der gelbköpfigen Unterart Motacilla flava lutea, eines Waldpiepers der Unterart Anthus hodgsoni yunnanensis sowie einer Gruppe von Dohlen mit den Merkmalen der osteuropäischen Form Corvus monedula soemmerringii, vier «Steppenmöwen» Larus c. cachinnans (2.-5. Nachweis) und vier Beobachtungen des Weissrückenspechts Dendrocopos leucotos im Frühjahr 1997 und 1998 (darunter erstmals ein Paar; 2.-5. Nachweis). Eine Korallenmöwe Larus audouinii und eine Bachstelze mit den Merkmalen der britischen Unterart Motacilla alba yarrellii wurden zum dritten Mal wahrgenommen, ferner zwei Fichtenammern Emberiza leucocephalos (3. und 4. Nachweis). Bei zwei Arten trugen beringte Vögel zur Klärung ihrer Herkunft bei: Eine Dünnschnabelmöwe Larus genei im Mai (7. Nachweis) wurde im Jahr zuvor in der Camargue F beringt; ebenfalls von dort stammt mindestens einer der sechs jungen Rosaflamingos Phoenicopterus ruber, die von September bis November verweilten und damit den dritten Nachweis von sicheren Wildvögeln dieser Art in der Schweiz darstellen. In der Kategorie C ist schliesslich eine Rekordzahl von Schwarzkopfruderenten Oxyura jamaicensis und in der Kategorie D die seit 1993 anwesende und wiederum überwinternde Kleine Bergente Aythya affinis bemerkenswert.
Die Liste der für die Schweiz nachgewiesenen Arten umfasst mit den Erstnachweisen von Basstölpel, Marmelalk und Buschspötter per Ende 1998 nun 384 Arten in den Kategorien A, B (Wildvögel) und C (eingebürgerte Arten); davon sind 377 seit 1900 nachgewiesen. Weitere 7 Arten verbleiben in der Kategorie D (Arten, die aus der Freiheit stammen können, aber aus mehreren Gründen keiner der obigen Kategorien zuzuordnen sind).

[top]

 

Maumary, L., M. Baudraz & S. Gysel (2000): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1999. Ornithol. Beob. 97: 307-333.

Zusammenfassung: 1999 hat die Schweizerische Avifaunistische Kommission (SAK) 252 Fälle von 80 Arten geprüft, von denen 217 anerkannt wurden (86 %). Eines der bedeutendsten Vorkommnisse dieses Jahrhunderts war die Verfrachtung von mehreren Meeresvögeln vom Atlantischen Ozean durch den Orkan «Lothar», die Ende 1999 und Anfang 2000 entdeckt wurden. Darunter befanden sich 6 Eistaucher Gavia immer, 43 Sturmschwalben Hydrobates pelagicus (3.-40. Nachweis), 1 Madeirawellenläufer Oceanodroma castro (1. Nachweis), 9 Ringelgänse Branta bernicla, 5 Skuas Stercorarius skua und 38 Dreizehenmöwen Rissa tridactyla. Ein weiterer Höhepunkt war der erste Brutnachweis des Weissrückenspechts Dendrocopos leucotos in der Schweiz (6. Nachweis), der schon seit einiger Zeit erwartet worden war. Andere aussergewöhnliche Beobachtungen 1999 beziehen sich auf 1 Schmutzgeier Neophron percnopterus (14. Nachweis), 2 Adlerbussarde Buteo rufinus (12. und 13. Nachweis), 3 Rötelfalken Falco naumanni (5. und 6. Nachweis dieses Jahrhunderts), 1 Grasläufer Tryngites subruficollis (6. Nachweis), einen Einflug von Spatel- und Falkenraubmöwen Stercorarius pomarinus und S. longicaudus, 6 Dünnschnabelmöwen Larus genei (8. Nachweis), die ersten beiden mitteleuropäischen Beobachtungen von Silbermöwen der Unterart Larus argentatus argenteus (ein Nachtrag von 1998), acht «Steppenmöwen» Larus c. cachinnans (7.-14. Nachweis; unter ihnen die erste Ablesung eines beringten Vogels), ein auch in diesem Jahr wieder gehäuftes Auftreten von Kurzzehenlerchen Calandrella brachydactyla und «Maskenstelzen» Motacilla flava feldegg, die ersten zwei dokumentierten Nachweise von Schafstelzen mit den Merkmalen der Unterart M. f. iberiae, 1 Zitronenstelze Motacilla citreola (7. Nachweis), 1 Spornpieper Anthus richardi (6. Nachweis), 1 Sprosser Luscinia luscinia (11. Nachweis), 1 Samtkopfgrasmücke Sylvia melanocephala (12. Nachweis), 1 Rosenstar Sturnus roseus (12. Nachweis dieses Jahrhunderts) und einen Einflug von Schneeammern Plectrophenax nivalis im Winter 1998/99.
Die Liste der für die Schweiz nachgewiesenen Arten umfasst mit dem Erstnachweis des Madeirawellenläufers per Ende 1999 nun 385 Arten in den Kategorien A, B (Wildvögel) und C (eingebürgerte Arten); davon sind 378 seit 1900 aufgetreten. Weitere 7 Arten bleiben in der Kategorie D.

[top]

 

Preiswerk, G. & P. Knaus (2001): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 2000. 10. Bericht der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission. Ornithol. Beob. 98: 281-306.

Zusammenfassung: Im Jahr 2000 hat die Schweizerische Avifaunistische Kommission (SAK) 257 Fälle von 95 Arten geprüft, von denen 225 anerkannt wurden (88 %). Die Folgen des Orkans «Lothar» von Ende Dezember 1999 hielten noch zu Beginn des Jahres 2000 an mit Beobachtungen von 5 Eistauchern Gavia immer, 5 Sturmschwalben Hydrobates pelagicus (38.-42. Nachweis), 1 Spatelraubmöwe Stercorarius pomarinus, 6 Skuas S. skua und 8 Dreizehenmöwen Rissa tridactyla sowie 1 Thorshühnchen Phalaropus fulicarius (Nachtrag von 1999). Weitere Höhepunkte betrafen die Erstnachweise der Amerikanischen Krickente Anas carolinensis und des Weisskehlsängers Irania gutturalis, die 2. und 3. Brut des Weissrückenspechts Dendrocopos leucotos, einen Einflug von Zwergscharben Phalacrocorax pygmaeus (1.-4. Nachweis seit 1900), der bisher grösste Trupp mit etwa 15 Gänsegeiern Gyps fulvus und der 1. Italiensperling Passer hispaniolensis italiae im Mittelland. Bemerkenswert sind ausserdem folgende Feststellungen von sehr seltenen Arten: der 2. Nachweis von Basstölpel Sula bassana und Stummellerche Calandrella rufescens, die 3. Beobachtung einer Schafstelze mit den Merkmalen der Unterart Motacilla flava iberiae, der 5. Nachweis einer Blauflügelente Anas discors, eines Zilpzalps mit den Merkmalen der Unterart Phylloscopus collybita tristis und einer Fichtenammer Emberiza leucocephalos, den 7. Spornpieper Anthus richardi, 3 Steppenkiebitze Chettusia gregaria und 3 Zitronenstelzen Motacilla citreola (jeweils 8.-10. Nachweis), 2 Dünnschnabelmöwen Larus genei (9. Nachweis), 1 Schlagschwirl Locustella fluviatilis (10. Nachweis), 1 Rosenstar Sturnus roseus und 1 Zwergammer Emberiza pusilla (jeweils 13. Nachweis seit 1900) sowie die 14. Feststellung von Adlerbussard Buteo rufinus (in 1999), Schwalbenmöwe Larus sabini und Kalanderlerche Melanocorypha calandra.
Die Liste der für die Schweiz nachgewiesenen Arten umfasst mit den Erstbeobachtungen von Amerikanischer Krickente und Weisskehlsänger per Ende 2000 nun 387 Arten in den Kategorien A, B (Wildvögel) und C (eingebürgerte Arten); davon sind 381 seit 1900 aufgetreten. Weitere 7 Arten bleiben in der Kategorie D. Ausserdem wurden die beiden einzigen Nachweise der Unterart Motacilla flava lutea der Schafstelze bei einer Revision neu in einer gemeinsamen Kategorie «M. f. flavissima oder M. f. lutea» zusammengefasst.

[top]

 

Maumary, L. & S. Gysel (2002): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 2001. 11. Bericht der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission. Ornithol. Beob. 99: 249-275.

Zusammenfassung: Im Jahr 2001 hat die Schweizerische Avifaunistische Kommission (SAK) 233 Fälle von 90 Arten behandelt, von denen 207 anerkannt wurden (89 %); 25 weitere Fälle bezogen sich auf Nachträge aus früheren Jahren. Zu den Höhepunkten zählten ein Basstölpel Sula bassana (3. Nachweis), erneut eine Zwergscharbe Phalacrocorax pygmaeus (5. Nachweis), sieben Rothalsgänse Branta ruficollis (2. und 3. Nachweis im Winter 2000/01), ein "Falkenbussard" Buteo buteo vulpinus (1. dokumentierter Nachweis), eine Grosstrappe Otis tarda (nach fast 40 Jahren Abwesenheit), eine Korallenmöwe Larus audouinii (4. Nachweis), ein Buschspötter Hippolais caligata (2. Nachweis, Nachtrag von 2000) und ein Hakengimpel Pinicola enucleator (3. Nachweis). Andere aussergewöhnliche Beobachtungen betrafen ein rufendes Zwergsumpfhuhn Porzana pusilla, den 3. und 4. über eine längere Zeitspanne singenden Zwergschnäpper Ficedula parva, den 2. Fahlsegler Apus pallidus ausserhalb des Tessins, Einflüge von Weissbartgrasmücke Sylvia cantillans und Rosenstar Sturnus roseus und neue Brutnachweise von den folgenden Arten: Kormoran Phalacrocorax carbo (1. Brutnachweis von Wildvögeln), Weissrückenspecht Dendrocopos leucotos (4.-7. Brutnachweis), Blaumerle Monticola solitarius (2. Brutnachweis im Wallis im 20. Jahrhundert) und Cistensänger Cisticola juncidis (3. Brutnachweis nach 1975). Eine Untersuchung alter Präparate im Naturhistorischen Museum Genf durch L. Vallotton und die Überprüfung möglicher Belege des Taigabirkenzeisigs Carduelis flammea haben für die Schweizer Artenliste zwei neue Arten und eine neue Unterart ergeben: Einerseits den Mittelmeersturmtaucher Puffinus yelkouan und den Taigabirkenzeisig, andererseits die "Hellbäuchige Ringelgans" Branta bernicla hrota. Das erste Belegexemplar der Tundraform calidus des Wanderfalken Falco peregrinus wurde bei dieser Gelegenheit ebenfalls entdeckt.
Mit dem Einbezug des Mittelmeersturmtauchers in die Kategorie B und der Erlangung des Artstatus beim Taigabirkenzeisig umfasst die Liste der für die Schweiz nachgewiesenen Vogelarten per Ende 2001 nun 389 Arten in den Kategorien A, B (Wildvögel) und C (eingebürgerte Arten); davon sind 382 seit 1900 aufgetreten. Sieben Arten verbleiben in der Kategorie D (Arten, die aus der Freiheit stammen können, aber aus verschiedenen Gründen keiner der obigen Kategorien zuzuordnen sind).

[top]

 

Schweizer, M. (2003): Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 2002. 12. Bericht der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission. Ornithol. Beob. 100: 293-314.

Zusammenfassung: Im Jahr 2002 hat die Schweizerische Avifaunistische Kommission (SAK) 175 Fälle von 75 Arten behandelt, von denen 147 als ausreichend dokumentiert angenommen wurden (84 %); 15 weitere Fälle bezogen sich auf Nachträge aus früheren Jahren. Höhepunkte des Jahres 2002 waren der dritte Nachweis der Eismöwe Larus hyperboreus, der vierte Nachweis des Weissbürzelstrandläufers Calidris fuscicollis seit 1900 und die zweite dokumentierte Feststellung des "Falkenbussards" Buteo buteo vulpinus in der Schweiz. Wie im Vorjahr konnten vier sichere Bruten des Weissrückenspechts Dendrocopos leucotos verzeichnet werden. Weitere aussergewöhnliche Beobachtungen betrafen den grössten bisher registrierten Einflug von Falkenraubmöwen Stercorarius longicaudus (mindestens 23 Individuen), die erste dokumentierte Überwinterung eines Schwarzmilans Milvus migrans, die fünfte Feststellung des Steppenkiebitzes Chettusia gregaria im Grossen Moos BE/FR seit 2000, ein wie im Vorjahr im gleichen Gebiet über längere Zeit anwesendes singendes Männchen des Zwergschnäppers Ficedula parva, der dritte längere Aufenthalt desselben beringten Rosaflamingos Phoenicopterus ruber im Chablais de Cudrefin VD, der zweite Frühjahrsnachweis einer Ohrenlerche Eremophila alpestris und die bisher früheste Feststellung der Kalanderlerche Melanocorypha calandra. Bemerkenswert war zudem die Übersommerung eines Ohrentauchers Podiceps auritus, der über einen Monat dauernde Aufenthalt eines singenden Schlagschwirls Locustella fluviatilis und eines markierten Mönchsgeiers Aegypius monachus aus den Grands Causses F, die erste Feststellung dieser Art seit 1938 und die achte für die Schweiz. Im Jahr 1999 konnte zudem nach 1917 die zweite Brut der Kornweihe Circus cyaneus nachgewiesen werden.
Die Liste der Schweizer Vogelarten umfasst per Ende 2002 389 Arten in den Kategorien A, B (Wildvögel) und C (eingebürgerte Arten); davon sind 382 seit 1900 aufgetreten. Sieben Arten verbleiben in der Kategorie D (Arten, die aus der Freiheit stammen können, aber aus verschiedenen Gründen keiner der obigen Kategorien zuzuordnen sind).

[top]