Strassentaube
Pigeon biset domestique - Feral Pigeon
Columba livia domestica
© Christoph Meier-Zwicky
Merkmale:
Gefieder variiert zwischen blaugrau, zimtgrau, weiss, schwarz oder Kombinationen daraus; die schwarzen Flügelbinden und der weisse Bürzel der Felsentaube, ihrer Stammform, kommen oft vor; beide Geschlechter gleich.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 20'000-40'000 | Rote Liste 2001:
nicht beurteilt |
Zugverhalten:
Standvogel |
| Grösse (cm):
33 |
Gewicht (g):
240-300 |
Gelegegrösse:
2 |
| Brutort:
Gebäude |
Brutdauer (Tage):
17-19 |
Nestlingsdauer (Tage):
35-37 |
| Nahrung:
Samen, Abfall |
Vogelgruppe:
Tauben |
Lebensraum:
Siedlungen |
Strassentauben, also verwilderte Haustauben, sind heute auf den Strassen und Plätzen, den Bahnhöfen und Häfen aller grossen Städte der Erde zu Hause. Da man sie füttert und ihre natürlichen Feinde eher rar sind, wächst ihre Zahl ständig. Diese Zunahme ist zum Problem geworden, denn sie beschmutzen und beschädigen mit ihrem Kot Gebäude, sind mit Ungeziefer wie Milben, Zecken und Wanzen behaftet und können die Papageienkrankheit übertragen. Man hat ihnen deshalb mit Fallen, Gift und Schusswaffen nachgestellt, was den berechtigten Zorn der Tierfreunde auslöste. Um dennoch die Vermehrung der Tauben einzuschränken, hat man sogar eine Art Antibabypille für diese ungeliebten Vögel entwickelt; doch auch damit ist kein durchschlagender Erfolg zu verzeichnen, solange die Tauben gefüttert werden. Erst umfassende Kampagnen zur Information der Bevölkerung führten in Basel zu messbaren Erfolgen. Die rund 140 Rassen der seit der Antike gezüchteten Haustauben stammen von der noch heute in den Mittelmeerländern freilebenden Felsentaube ab, die oft von vielen verwilderten Haustauben nicht zu unterscheiden ist. Solche Feldflüchter werden daher leicht mit Felsentauben verwechselt. Das Gurren der Tauben gehört zu den vertrautesten Lauten in einer Stadt. Ebenso bekannt ist ihr Balzgehabe, wenn das aufgeplusterte Männchen sich vor dem anscheinend teilnahmslosen Weibchen wiederholt verbeugt, und auch ihre Angewohnheit, zum Schutz gegen Kälte zusammengekauert nachts auf Gebäudesimsen zu sitzen.
