Merkmale:
Oberseite streifig braun; der weisse Augenstreif des Männchens ist beim Weibchen matter; Kehle und Brust des Männchens orangebeige, beim Weibchen etwas heller; bei beiden Geschlechtern sind die äusseren Schwanzfedern an der Wurzel weiss.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 10'000-15'000 | Rote Liste 2001:
potenziell gefährdet |
Zugverhalten:
Langstreckenzieher |
| Grösse (cm):
12 |
Gewicht (g):
16-24 |
Gelegegrösse:
5-7 |
| Brutort:
Boden |
Brutdauer (Tage):
14 |
Nestlingsdauer (Tage):
11-14 |
| Nahrung:
Insekten, Spinnen |
Vogelgruppe:
Singvögel Drosseln |
Lebensraum:
Wiesen |
Jedes Jahr kehren weniger Braunkehlchen nach ihrer Überwinterung in den Savannen des Schwarzen Kontinents wieder in die schweizerischen Brutgebiete zurück. Als Grund für den starken Rückgang gilt die Modernisierung und Intensivierung unserer Landwirtschaft. Als Bodenbrüter nisten Braunkehlchen nämlich in weiten und offenen Graslandschaften. Früher wurde mit der Heuernte erst in der zweiten Junihälfte begonnen, was den Braunkehlchen gerade reichte, um die Brut zum Ausfliegen zu bringen. Fiel die Brut einem der zahlreichen Nesträuber zum Opfer, konnten sie wenigstens eine Ersatzbrut aufziehen. Heute jedoch wird das Gras in viel kürzeren Abständen gemäht, wodurch die Gelege zerstört werden. Es erstaunt deshalb nicht, dass das schweizerische Mittelland, das in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts noch einen grossen Bestand dieser Vogelart aufwies, heute abgesehen von einigen in Riedwiesen von Naturschutzgebieten brütenden Paaren praktisch keine Braunkehlchen mehr beherbergt. Etwas besser sieht es mit den Beständen in den Hügelzonen, Voralpen und im Jura aus, doch auch hier wird es letztlich von der Intensität der Bewirtschaftung abhängen, ob unsere Braunkehlchen werden überleben können. Von Zaunpfosten, Büschen oder Wiesenkerbeln aus singen die Männchen ihr Lied, einen kurzen, aus kratzenden und pfeifenden Tönen zusammengesetzten Triller, wobei sie manchmal andere Vogelstimmen imitieren. Ihr Ruf ist ein schnalzendes "Fü-teck-teck". Bei der Balz singt das Männchen vor dem Weibchen, wippt mit hängenden Flügeln, stellt den gefächerten Schwanz auf und wirft den Kopf zurück. Sein Lied stimmt es auch an, wenn es in der Nähe des Nestes wacht, während das Weibchen brütet.
